Die Google-Mutter Alphabet hat einen Schwerpunkt auf Gesundheit & Medizin und ist mit vielen Produkten und Forschungen in diesen Bereichen aktiv - das gilt natürlich auch für Google. Erst vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass Google vor längerer Zeit das neue Project Nightingale gestartet hat und Millionen Patientendaten auswertet. Jetzt hat man das gesamte Projekt offiziell angekündigt und detailliert.
Die Google-Mutter Alphabet hat viele Tochterunternehmen mit vielversprechenden Produkten, die sich praktisch allesamt noch im Aufbaustadium und der Forschung befinden. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Thema Gesundheit und Medizin, mit dem sich mehrere Töchter beschäftigen - unter anderem auch DeepMind. Durch eine Umstrukturierung gelangt dieser Bereich nun wieder zu Google und soll dort einen völlig neuen Anlauf für "Google Health" nehmen.
Google Geheimlabor Google X, das von keinem geringeren als dem Co-Gründer Sergey Brin geleitet wird, ist bekannt für eigensinnige Projekte die gerne einmal an die Grenzen gehen - und nun hat man wieder ein neues gestartet: Die Baseline Study sammelt Daten von 175 Personen und möchte herausfinden, wodurch sich ein gesunder Mensch definiert und was die Idealwerte eines gesunden Menschen sind.
Mit der steigenden Popularität von Fitness-Armbändern ist die Akzeptanz der ständigen Aufzeichnung von Gesundheitsdaten deutlich gestiegen und entwickelt sich aus der Nische mittlerweile zu einem Massenmarkt. Auch Google will hier natürlich in der erste Reihe stehen und arbeitet angeblich an einem neuen Angebot Google Fit, dass eben diese Daten sammeln und verwalten soll. Dabei war man mit Google Health schon vor vielen Jahren seiner Zeit voraus.
Google Health Im Mai 2008 hat Google mit großen Ambitionen die virtuelle Krankenakte Google Health gestartet und wollte viele medizinischen Daten seiner User online sammeln und verwalten. Doch das Angebot wurde nie wirklich angenommen und schon im Juni 2011 verkündete Google dass das Angebot demnächst eingestellt wird. Am 1. Januar 2013 ist es nun soweit, und Google ruft zum letztmöglichen Download der Daten auf.
Health Google hat ein Update bei Google Health veröffentlicht, wie das Unternehmen auf dem Google Blog bekannt gibt. Ab sofort kann man seine Daten mit anderen Menschen teilen. Gibt man die Akte zum Beispiel seiner Ehefrau oder seiner Partnerin frei, kann sie im Fall das etwas passiert ist auf die Daten zugreifen. Von der Optik und der Verwaltung her ist der Dialog beim Sharing der Funktion bei Google Docs sehr ähnlich. Auch auf den Datenschutz achtet Google: Der Link hat nur eine Haltbarkeit von 30 Tagen und im Account kann man sich anschauen, was der andere gemacht hat. Denen man die Daten freigibt, können sie nur lesen, aber nicht bearbeiten. Neu ist auch die Visualisierung von Infos aus medizinischen Tests. So wird bspw. der Cholesterinspiegel als Graph angezeigt. Da nicht alle Ärzte online sind, gibt es jetzt eine Druckfunktion. Auf der Karte, die ungefähr Scheckkartengröße hat, stehen Infos wie Blutgruppe, Allergien oder chronische Krankheiten.
Health Seit über 2 Jahren warten wir auf Google Health - und vor wenigen Minuten ist es online gegangen. Vorerst nur auf englisch, aber dafür kann jeder User seinen kompletten Krankheitsverlauf, Allergien, derzeit eingenommene Medikamente und weitere persönliche Daten eintragen. Die Daten werden direkt in eurem Google Account gespeichert. Google Health
Google Health kann im Grunde erst sinnvoll verwendet werden, wenn man all seine persönlichen Daten dort eingetragen hat. Zwar kann man auch ohne die Eintragungen nach Ärzten suchen und mehr über Krankheiten erfahren, aber persönlich zugeschnittene Ergebnisse darf man so natürlich nicht erwarten - falls man das denn überhaupt möchte. Medical Contacts
Hat man seine Daten einmal eingetragen, kann man nicht nur einen Arzt um Rat fragen, sondern seine Daten auch für bestimmte Webseiten und Organisationen freigeben. So kann man etwa der Website "ePillBox" sein Profil freigeben, und die Website schickt euch dann ständig neue Tabletten zu sobald eure verbraucht sind. Man kann sich aber auch das Risiko für einen Herzinfarkt errechnen lassen. Ob man Google seine Daten nun mitteilen möchte oder nicht muss nun jeder für sich entscheiden. Einen großen Nutzen hat es derzeit noch nicht, aber vielleicht kann man sich in Zukunft direkt mit seiner Arztpraxis verbinden und dem Arzt seinen Krankheitsverlauf schon mitteilen bevor man überhaupt angekommen ist. Desweiteren könnte der Arzt seine genaue Diagnose online stellen, so dass weitere behandelnde Ärzte keine Krankenakten oder Überweisungen benötigen. Prinzipiell halte ich so ein Angebot für gut, allerdings macht es den Google Account noch einmal wichtiger und der Verlust dieses Accounts oder gar der fremde Zugriff darauf wird immer bedrohlicher. Ich halte es aber auch für gefährlich dass jeder selbst seine Daten dort eintragen kann. Die meisten dürften keine Ahnung von den Tabletten haben die sie täglich schlucken - was wenn man falsche Medikamente einträgt und das ganze einem dann im Notfall mal zum Verhängnis wird...? Jetzt schau ich mir das ganze mal genauer an und schreibe vielleicht später noch ausführlicher. Bin gespannt was die nächsten Tage und Kommentare der Presse, Blogger und vorallem Datenschützer so bringen... » Google Health » Liste der Google-Dienste [Google Blogoscoped]