Google steht mutmaßlich vor einem umfangreichen Wearable-Neustart, der zwar noch einige Zeit auf sich warten lassen wird, dessen Puzzlestückchen sich aber immer mehr zusammensetzen lassen. Es zeichnet sich ab, dass dieser neue Anlauf weit über den Smartwatch-Bereich hinausgehen wird, was natürlich die Frage aufwirft, wie es mit dem bisher sehr glücklosen Smartwatch-Betriebssystem Wear OS weitergehen wird.
Vor knapp neun Monaten hat Google die Übernahme von Fitbit bekannt gegeben, die dem eigenen Wearable-Geschäft einen echten Schub geben sollte - und sicherlich zum heutigen Zeitpunkt erste Ergebnisse hätte liefern sollen. Doch da hat man die Rechnung ohne die Regulierungsbehörden gemacht, die die Übernahme gewaltig wackeln lassen und nun dazu führen soll, dass sich Google der Nichtnutzung der Fitbit-Daten verpflichten soll.
Trotz einiger Anstrengungen ist es Google bisher nicht gelungen, den seit vielen Jahren anhaltenden Erfolg im Smartphone-Markt auf den Wearable-Bereich umzumünzen. Weil Wearables aber seit längerer Zeit einen Boom erleben, dürfte Google hinter den Kulissen an einem großen Comeback basteln, dessen Puzzlesteinchen sich so langsam zusammensetzen. Allein in dieser Woche gab es mehrfache Anzeichen dafür, dass Google die eingeschlagene Richtung mit Hochdruck vorantreibt. Aber auch einen herben Rückschlag.
Nach langen Anlaufschwierigkeiten sind die Verkaufszahlen der Smartwatches und Fitnesstracker in der letzten Zeit stark gestiegen und gehören für immer mehr Menschen zum täglichen Begleiter. Aus diesem Grund hat sich die Stiftung Warentest nach längerer Pause mal wieder diese Kategorie vorgenommen und insgesamt 25 Wearables auf Herz und Nieren getestet. Die Ergebnisse, insbesondere bei den Fitnesstrackern, sind ernüchternd.
Google möchte sich im Wearable-Bereich ganz neu aufstellen und hat dazu erst vor wenigen Tagen die Übernahme von North bekannt gegeben. Schon im Oktober 2019 wurde die Übernahme von Fitbit verkündet, die nach wie vor noch nicht abgeschlossen ist und nun noch einmal ins Wanken kommen könnte. Zahlreiche Interessenvertretungen haben nun ihre Bedenken angemeldet und die Behörden weltweit zur erneuten Prüfung aufgefordert. Es geht um Marktmacht und Nutzerdaten.
Google ist trotz Wear OS auf dem Wearable-Markt nie richtig in Schwung gekommen und bisher erweist sich auch die im vergangenen Jahr angestoßene Milliarden-Übernahme von Fitbit nicht unbedingt als Glücksgriff. Die aktuellen Zahlen der Marktforscher von IDC nun zeigen, geht es mit den ohnehin geringen Marktanteilen von Fitbit weiter abwärts und auch das Betriebssystem Wear OS ist nirgendwo in den Statistiken zu finden.
Google hat den Wearable-Hersteller Fitbit vor einigen Monaten übernommen und möchte die beiden strauchelnden Geschäftsgebiete mit gemeinsamer Kraft endlich zum Erfolg führen. Bisher hat Fitbit noch ohne Googles Einfluss agiert, aber nun steht schon bald das erste Update an, das die Handschrift des neuen Eigentümers trägt: Die Fitbit Smartwatches werden wenig überraschend Unterstützung für den Google Assistant erhalten und sich wohl mittelfristig von Amazons Alexa verabschieden.
Mit der Übernahme von Fitbit möchte Google eigentlich das strauchelnde Wearable-Geschäft in Schwung bringen und hätte mit dem Hersteller und dem Betriebssystem Wear OS eine sehr gute Ausgangsposition. In den Verkaufszahlen schlägt sich das allerdings nicht nieder, denn trotz eines stark wachsenden Marktes verliert Fitbit enorm Marktanteile gegenüber der großen Konkurrenz. Schon jetzt ist Fitbit der Zwerg unter den Riesen und könnte bald aus der Statistik fallen.
Während es auf dem Smartphone- und Tablet-Markt stark abwärts geht und die Verkaufszahlen einbrechen, sieht es bei den Smartwatches im ersten Quartal deutlich besser aus - wenn auch mit verlangsamten Wachstum. Die Marktforscher von Strategy Analytics haben nun neue Zahlen veröffentlicht und zeigen, dass der Smartwatch-Markt weiter fest in der Hand von Apple ist und die Google-Tochter Fitbit aktuell keine große Rolle spielt.
Während die Übernahme von Fitbit durch Google noch immer in der Schwebe ist, bastelt der Smartwatch- und Fitnesstracker-Hersteller weiter an den seit längerer Zeit in Planung befindlichen Produkten. Wie jetzt bekannt wurde, soll Fitbit in einigen Monaten eine neue Smartwatch-Linie für Kinder auf den Markt bringen, die über eine LTE-Anbindung verfügt und somit auch ohne Smartphone ständig in Verbindung bleiben kann.