Bei der Masse an verfügbaren Apps im Play Store ist es nahezu unausweichlich, dass sich schwarze Schafe darunter mischen– und das passiert auch immer wieder. Malware wird von Googles Filtern mittlerweile sehr gut erkannt, aber fragwürdige Funktionen sind dann eben doch nur nach einem ausführlichen Review zu entdecken. Sicherheitsforscher haben nun eine lange Liste an Apps entdeckt, die den Nutzer entgegen der Richtlinien tracken und eindeutig identifizieren können.
Die großen Internetkonzerne wie Google oder Facebook sammeln über ihre zahlreichen Dienste große Datenmengen von den Nutzern, meist ohne dass es den Nutzern wirklich bewusst ist. Doch wie erst jetzt bekannt wurde, haben beide Unternehmen im kleinen Kreis sehr viel mehr Daten von freiwilligen iPhone-Nutzern gesammelt und dafür Apples Richtlinien geschickt umschifft. Das sorgt aktuell bei Facebook für große Probleme und könnte auch bei Google für interne Stolpersteine sorgen.
Seit gut 8 Monaten ist die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) verpflichtend im europäischen Raum umzusetzen und hat nicht nur im Vorfeld, sondern auch in der jüngeren Vergangenheit an vielen Stellen für hitzige Diskussionen gesorgt. Erstmals wurde nun ein größeres Unternehmen mit einer empfindlichen Strafe wegen eines Rechtsverstoßes belangt: Es handelt sich natürlich um Google und die Strafe wurde von der französischen Datenschutzbehörde ausgesprochen.
Das Jahr 2018 war für Facebook kein Gutes, denn man schlitterte von einem Datenskandal zum nächsten, verlor das Grundvertrauen in der Masse der Nutzer und selbst das "Wunderkind" Mark Zuckerberg wurde entzaubert. Im neuen Jahr geht es aber wohl genauso weiter, denn eine neue Studie zeigt nun, das Facebook bei praktisch jeder zweiten Interaktion mit einer App lauscht und Daten abgreift. Die Schuld dafür ist aber nicht nur bei Facebook zu suchen.
Viele Nutzer dürften es bereits mitbekommen haben: Bei Google steht eine kleine Änderung vor der Tür, die vor allem rechtliche Auswirkungen hat: Aufgrund der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) ändert Google für die europäischen Angebote die interne Struktur und schafft eine neue Anlaufstelle. Ab Mitte Februar werden alle Dienste nicht mehr von einem US-Unternehmen, sondern von einem europäischen Unternehmen angeboten.
Im Sommer gab es große Diskussionen um Googles Standorterfassung mit dem Betriebssystem Android. Doch wer dachte, dass Googles Änderung der Formulierung dieser Datensammlung die Datenschützer zufrieden stellt, der irrt. Jetzt wagen Verbrauchschützer aus sieben EU-Ländern einen Vorstoß und wollen Beschwerde bei den Datenschutzbehörden einlegen. Das könnte Googles Anwälte in den kommenden Monaten sehr intensiv beschäftigen.
In den letzten Jahren hat sich Apple-CEO Tim Cook immer wieder dadurch profiliert, die Datensammelwut von Google und Facebook zu kritisieren und einen großen Teil dieser Geschäftsmodelle infrage zu stellen. Gleichzeitig nimmt sein Unternehmen aber sehr gerne 9 Milliarden Dollar pro Jahr (!) von Google an und spült die iPhone-Nutzer in die Fänge des "bösen" Konkurrenten. Das musste er nun erklären.
Auch lange vor der DSGVO war Google einer der großen Vorreiter in puncto Transparenz und gibt den Nutzern umfangreiche Möglichkeiten, die über ihn gespeicherten und gesammelten Daten anzusehen und auch wieder zu löschen. Bisher muss man dafür allerdings eine externe Webseite besuchen, auf der alle Inhalte zentral gesammelt und verwaltet werden. Das soll sich nun ändern - und die Websuche macht ab sofort den Anfang.
Es ist heute kaum noch möglich, Webseiten aufzurufen oder Apps zu starten, ohne dass im Hintergrund mindestens ein Tracking-System anspringt und die Aktivitäten des Nutzers auf Schritt und Tritt verfolgt. Das ist nichts Neues und sollte längst dem Großteil der Nutzer bewusst sein. Wie Bloomberg jetzt berichtet, geht das Tracking bei einigen Android-Apps aber sogar über die Deinstallation hinaus und soll versuchen, den Nutzer zurückzugewinnen.