Google befindet sich seit einiger Zeit im Prozess, das Nutzer-Tracking völlig umzubauen und diese vermeintlich deutlich weniger als bisher tracken zu wollen - was allerdings eine glatte Lüge ist. Ärger gibt es aber auch an anderer Front, denn der vor allem durch die Facebook-Klage bekannte Aktivist Max Schrems hat nun Klage gegen Googles tief in Android integriertes Tracking eingereicht.
Google ist eine "Datenkrake". Das sollte jedem Google-Nutzer bewusst sein, denn das Geschäftsmodell des Unternehmens lässt eine andere Herangehensweise gar nicht zu, auch wenn der Begriff in der Form nur noch selten verwendet wird. Google geht dabei recht transparent mit der Datensammlung um, aber dennoch werden die Ausmaße soweit wie möglich verschleiert. Eine interessante Infografik zeigt nun, wie viele Daten allein die beiden Produkte Websuche und der Chrome-Browser über alle Nutzer sammeln.
Den meisten Menschen dürfte mittlerweile bewusst sein, dass Smartphones nicht nur ständig mit dem Internet verbunden sind, sondern auch fleißig Daten an Google, Apple und andere senden - und das in den meisten Fällen ohne Kontrollmöglichkeit für den Nutzer. Eine neue Studie kommt nun zu dem Schluss, dass Android-Smartphones 20 Mal mehr Daten an Google senden als die iPhones an Apple. Schon in den ersten 10 Minuten fällt mehr als 1 MB an.
Der Google Assistant wird hauptsächlich per Spracheingabe verwendet, deren Befehle in den meisten Fällen mit dem Aktivierungswort "Hey Google" beginnen. Um die Erkennung dieses Begriffs weiter zu verbessern, wird man nun auch auf föderales Lernen setzen, das die ersten Nutzer optional aktivieren können. Dabei können veränderte Sprachmodelle direkt an die Google-Server übertragen werden.
Google hatte kürzlich verkündet, Internetnutzer nicht mehr tracken zu wollen und stattdessen auf die neue FLoC-Technologie zu setzen, die noch vor den ersten Testläufen unter massiver Kritik steht. Offenbar ist man sich bewusst, dass FLoC alles andere als ein "Nicht-Tracking" ist, denn nun wurde verkündet, dass die Technologie im EU-Raum vorerst nicht getestet werden soll. Stichwort DSGVO.
Der Chrome-Browser besitzt seit vielen Jahren einen Inkognito Modus, der in einigen Fällen sehr praktisch sein kann, aber von vielen Nutzern falsch verstanden wird. Das sicherlich weit verbreitete Missverständnis könnte in den USA große finanzielle Folgen für Google haben, denn eine eingereichte Klage gegen das Google-Tracking im Inkognito Modus wurde nun zugelassen. Es geht um bis zu fünf Milliarden Dollar.
Google ist abhängig vom Werbegeschäft, das nicht nur für Milliarden-Umsätze sorgt, sondern auch die vielen weiteren Dienste subventionieren kann. Nun hat das Unternehmen eine sehr große Änderung angekündigt, die den gesamten Online-Werbemarkt verändern könnte: Man möchte Nutzer nicht mehr tracken, auf vollständig personalisierte Werbung verzichten und stattdessen neue Konzepte einführen.