Es ist fast ein Jahr her, dass die Google-Schwester Waymo Klage gegen Uber eingereicht hat. Aufgrund eines angeblichen Technologie-Diebstahls ist das Verhältnis zwischen den bis dahin freundschaftlich gegenüber stehenden Unternehmen stark abgekühlt - aber das könnt sich nun wieder ändern. Wie Waymo nun mitgeteilt hat, hat man sich außergerichtlich geeinigt und nach einer Vergleichszahlung von Uber alle Klagen fallen lassen.
Schon seit vielen Jahren herrscht in der Auto-Industrie ein Wettrüsten, das trotz einiger Einblicke und Vorführungen zu großen Teilen hinter verschlossen Türen stattfindet. Die Rede ist von der Entwicklung der selbstfahrenden Fahrzeuge, die nun langsam aber sicher in den Endspurt gehen - zumindest bei den ersten Unternehmen. Jetzt haben sich Daimler und Bosch das sehr ambitionierte Ziel gesetzt, ihr Produkt noch vor Google bzw. Waymo zu starten.
Die Google-Schwester Waymo ist bekanntlich bei weitem nicht das einzige Unternehmen, dass sich mit der Entwicklung von selbstfahrenden Fahrzeugen beschäftigt. In der Öffentlichkeit gibt sich Waymo gerne als Technologie-Vorreiter, und wie ein neuer Bericht nun zeigt, wird man dieser Rolle auch mehr als gerecht. Die mitfahrenden Ingenieure mussten deutlich seltener eingreifen als bei der versammelten Konkurrenz.
Das ehemalige Google-Projekte rund um das Self Driving Car wurde mittlerweile in das Alphabet-Unternehmen Waymo ausgelagert, in dem es nun zur Reife gebracht und ein Geschäftsmodell um die Autos herum aufgebaut wird. Jetzt macht Waymo zusammen mit dem derzeitigen Exklusivpartner einen großen Schritt nach vorne und kündigt den Kauf von Tausenden neuen Minivans und den Aufbau der Taxi-Flotte an.
Es geht weiter Schlag auf Schlag bei der Google-Schwester Waymo. Schon längst beschäftigt man sich nicht mehr nur mit der Weiterentwicklung der Technologie, sondern vor allem auch mit deren Einsatz. Jetzt konnte man verkünden, dass die Fahrzeuge schon seit gut drei Wochen tatsächlich vollkommen autonom unterwegs sind - und zwar ohne menschlichen Beifahrer auf dem Vordersitz. Gestattet ist das derzeit allerdings nur in einer amerikanischen Kleinstadt.
In den letzten Monaten hat die Google-Schwester Waymo vor allem durch den Rechtsstreit mit Uber von sich reden gemacht, und jetzt möchte man endlich wieder die Aufmerksamkeit auf das eigene Produkt lenken. Dazu hat man einige Journalisten zu einer Probefahrt eingeladen, wodurch wieder einige neue Informationen und Fotos zu dem Projekt an die Öffentlichkeit gelangen. Unter anderem gibt es ein Blick auf das Info-System für den Fahrgast.
Den meisten unserer Leser dürfte das Unternehmen Cyanogen Inc. noch etwas sagen, das im vergangenen Jahr fast schon spektakulär implodiert und in sich zusammengefallen ist: Aus dem populären Android-Aufsatz der ersten Jahre wurde ein Unternehmen geschaffen, das sich plötzlich mit der gesamten Branche anlegen wollte und dabei grandios gescheitert ist. Jetzt hat es sich umbenannt und wechselt in eine komplett andere Branche, in der aber auch Google/Alphabet aktiv ist.
Google arbeitet schon seit vielen an dem Self Driving Car Project, das es sich zum Ziel gesetzt hat, ein vollkommen autonomes Fahrzeug zu entwickeln, das ohne Eingriff des Menschen unterwegs ist. Dass diese Entwicklung hohe Priorität innerhalb des Unternehmens genießt ist schon seit langer Zeit bekannt, aber wie viel Geld sich Google das Projekt hat kosten lassen, wurde erst jetzt als Detail eines Gerichtsverfahrens bekannt.
Mit dem Self Driving Car-Projekte und heute mit dem Schwesterunternehmen Waymo ist Google seit Jahren im Bereich der selbstfahrenden Fahrzeuge aktiv und hat entsprechende Technologien entwickelt. Während man lange Zeit selbst nicht zu wissen schien wo die Reise hingeht, hat man sich mittlerweile darauf festgelegt, selbst keine Fahrzeuge zu bauen und die Rolle des Technologie-Lieferanten einzunehmen. vor der IAA möchte man nun die großen Hersteller umwerben.
Rechnet man die lange Zeit der Entwicklung unter dem Google X-Schirm mit hinein, ist die Alphabet-Tochter Waymo bereits seit knapp sieben Jahren mit der Entwicklung an einem selbstfahrenden Fahrzeug beschäftigt und hat in dieser Zeit sehr viele Erfahrungen gesammelt. Dass man sich diese wertvollen Erfahrungen auch nicht mit allem Geld der Welt kaufen kann, muss Apple nun schmerzlich erfahren, dass die Arbeit an einem autonomen Auto endgültig eingestellt hat.