Seit mittlerweile mehr als zwei Monaten sorgt das Projekt Dragonfly sowohl intern als auch extern von Google für große Diskussionen. Es geht um nichts Geringeres als den Wiedereinsteig in den sehr lukrativen chinesischen Markt, der aber laut offiziellen Angaben längst noch nicht beschlossen ist. Jetzt hat Google-CEO Sundar Pichai, der sich in letzter Zeit sehr rar gemacht hat, das Projekt erneut verteidigt.
Seit einigen Wochen wird über einen erneuten Einstieg Googles in den chinesischen Markt spekuliert, der allen voran die Websuche für den größten Markt überhaupt öffnen soll. Obwohl das Projekt bis heute nicht offiziell bestätigt ist, gibt es nun erste Informationen darüber, wie diese Suchmaschine konkret funktionieren soll. Wenig überraschend dreht sich vieles um die Überwachung und Kontrolle der Nutzer.
Bisher hat Google zu den seit einigen Wochen kursierenden Plänen für eine Rückkehr nach China geschwiegen und sich nicht dazu geäußert, ob und wann die ersten Google-Produkte wie in China zur Verfügung stehen werden - zensiert natürlich. Doch nach dem Offenen Brief der Mitarbeiter wurde es nun Zeit, irgendwann reinen Wein einzuschenken. Jetzt haben sich Sundar Pichai & Sergey Brin geäußert.
Googles Rückkehr nach China sorgt seit einigen Wochen für Wirbel, obwohl sich das Unternehmen offiziell bisher noch gar nicht zu entsprechenden Plänen geäußert hat. Doch da kein Dementi praktisch eine Bestätigung ist, sind nun auch die Mitarbeiter besorgt und haben einen offenen Brief an die Führungsetage verfasst, in dem vor dem erneuten Einstieg in diesen Markt gewarnt wird.
Im Jahr 2010 hat sich Google nahezu komplett aus China zurückgezogen und die wenigen damaligen aktiven Dienste abgeschaltet und auch die Google Websuche eingestellt. Doch mittlerweile scheint es klar zu sein, dass Google mit einer zensierten Websuche zurückkehren wird. Wie nun bekannt wurde, hat Google aber auch während der langen Abstinenz Daten über die Suchanfragen der Nutzer gesammelt, die man einfach an Baidu weitergeleitet hat.
Die gestern bekannt gewordenen Google-Pläne zur Rückkehr auf den chinesischen Markt sorgen weiter für Diskussionen: Der Widerstand scheint sowohl intern als auch extern sehr groß zu sein und könnte ein wichtiger Wendepunkt in Googles Asien-Geschäft sein. Jetzt gibt es neue Meldungen, laut denen diese Pläne einmal dementiert werden und laut einem anderen es sogar noch weitere Google-Apps für China geben soll.
Google hat sich vor gut acht Jahren nahezu komplett aus dem chinesischen Markt zurückgezogen und wollte sich der Zensur der Regierung nicht beugen - doch schon damals war abzusehen, dass China sich zu einem der wichtigsten Märkte überhaupt entwickeln würde. Laut einem Insider steht das Unternehmen nun kurz vor einer großangelegten Rückkehr auf den Riesenmarkt und wird eine stark zensierte Version der Websuche anbieten.
In den vergangenen Monaten und Jahren wurden in China immer wieder einige Online-Angebote von westlichen Firmen gesperrt - auch Google war in der Vergangenheit schon sehr oft davon betroffen. Einige Google-Services, allen voran Blogger und YouTube, wurden immer wieder temporär gesperrt und waren aus dem Riesenreich nicht erreichbar - nun hat es aber erstmals auch GMail getroffen. Googles Mail-Angebot ist bereits seit Ende der vergangenen Woche nicht mehr erreichbar und dürfte dadurch wohl eine signifikante Anzahl von Nutzern verlieren.
Die Beziehungen zwischen Google und der Volksrepublik China ist mehr als wechselhaft, obwohl es in letzter Zeit relativ ruhig um Googles China-Ambitionen geworden ist. Jetzt droht allerdings neuer Ärger von der Regierung, da Google im Riesenreich eine dominante Stellung eingenommen hat - und das nicht auf dem Suchmaschinenmarkt.