Googles Einstieg in den chinesischen Markt: Erste Informationen zur zensierten Suchmaschine ‚Dragonfly‘

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Seit einigen Wochen wird über einen erneuten Einstieg Googles in den chinesischen Markt spekuliert, der allen voran die Websuche für den größten Markt überhaupt öffnen soll. Obwohl das Projekt bis heute nicht offiziell bestätigt ist, gibt es nun erste Informationen darüber, wie diese Suchmaschine konkret funktionieren soll. Wenig überraschend dreht sich vieles um die Überwachung und Kontrolle der Nutzer.


Vor einigen Jahren ist Google komplett aus dem chinesischen Markt ausgestiegen und hat diesen erst einmal den aufstrebenden lokalen Unternehmen überlassen – da man mit der staatlichen Zensur- und Überwachungspolitik nicht einverstanden war. Doch mittlerweile scheint sich Googles Haltung geändert zu haben – don’t be evil ist bekanntlich gestrichen – und so plant man nun einen erneuten Einstieg in den Markt, der potenzielle Milliardenumsätze verspricht.

Google China

Schon in den ersten Gerüchten hieß es, dass es sich bei der Websuche, die unter der Bezeichnung „Dragonfly“ entwickelt wird, um eine Smartphone-App und keine Webseite handeln wird – und jetzt wissen wir auch, warum. Jede einzelne Websuche wird mit der Telefonnummer des Nutzers verknüpft, sodass sich auch ganz ohne Account nachvollziehen lässt, wer sich für welche Informationen interessiert. Wer unangenehme Fragen stellt, muss dann möglicherweise mit Konsequenzen rechnen. Google muss diese Daten den Sicherheitsbehörden aushändigen.

Aber die Nutzer werden nicht nur überwacht, sondern auch die Informationen werden stark beschnitten. Zu vielen Themen gibt es nur ausgewählte Informationen und viele gesperrte Webseiten. Als Beispiel sollen Begriffe wie „Menschrechte“, „Studentenproteste“ aber auch „Nobelpreis“ nur mit diesen Informationen beantwortet werden. Aber auch Themen wie die Luftverschmutzung werden nur in zensierter Form angeboten. Schlussendlich werden die Chinesen also nicht viel durch Googles Einstieg gewinnen – Google hingegen schon.

Auch Google-intern gibt es derzeit große Debatten und Proteste über den Einstieg, der laut offiziellen Angaben noch längst nicht entschieden sein soll.

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[futurezone]


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