Fuchsia steht in den Startlöchern: Alle Informationen rund um Googles neues Betriebssystem

fuchsia 

In diesem Jahr gab es unzählige Informationen rund um Googles kommendes Betriebssystem Fuchsia, das man schon einmal den Überblick verlieren kann. Da nun alles darauf hindeutet, dass Fuchsia in den nächsten Jahren Android ersetzen oder zumindest Gesellschaft leisten könnte, wird es Zeit, noch einmal die wichtigsten Informationen aufzubereiten. Hier findet ihr alles wissenswerte rund um das Betriebssystem, von dem wir im Jahr 2019 noch sehr viel hören werden.


Eigentlich ist Google gar nicht in der Not, ein neues Betriebssystem entwickeln zu müssen: Android dominiert den mobilen Markt nach Belieben und hat mit iOS nur einen einzigen Konkurrenten, der nicht im eigenen Ökosystem wildern kann, da er nur auf iPhones zur Verfügung steht. Auch Chrome OS läuft immer besser und dürfte sich über den Tablet-Umweg immer weiter etablieren und eines Tages – dank der immer stärkeren Web-Apps auch ein ernsthafter Konkurrent für Microsoft Windows werden. Auch aus diesem Grund ist die zukünftige Rolle von Fuchsia öffentlich noch immer nicht geklärt.

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Das modulare Betriebssystem

fuchsia architektur

Das Grundkonzept von Fuchsia ist die vollständige Modularität von den Oberflächen bis hin zu den tiefsten Kernel-Ebenen. Diese Konzepte sind zwar insgesamt nichts Neues, wurden in dieser Konsequenz bisher noch in keinem Betriebssystem umgesetzt. Eben diese Struktur macht es aber möglich, dass einzelne Teile ausgetauscht werden können, ohne dass alle anderen Ebenen betroffen sind. Das würde auch einen Großteil der Update-Probleme lösen, unter denen etwa Android trotz des sehr ähnlichen Project Treble leidet.

Obige Grafik zeigt die vier Grundebenen von Fuchsia die wir in diesem Artikel sehr ausführlich beschrieben haben. Mehr über den weiteren Aufbau und den vielen Zwischenlayern findet ihr in diesem Artikel.



Die modularen Fuchsia-Anwendungen

Nicht nur das Betriebssystem ist modular aufgebaut, sondern auch die vom Nutzer verwendeten Apps bestehen aus vielen kleinen Elementen – und nicht nur das, sie werden auch noch gestreamt. Das Betriebssystem bzw. die Info- und Assistenz-Layer (siehe weiter unten) sollen den Nutzer sehr schnell kennenlernen und ihm nur die wirklich benötigten Komponenten anzeigen und in Arbeitsbereichen zusammenstellen. Damit es keine Update-Problematik gibt, können viele Module aus dem Web gestreamt werden – was bei dem immer größeren Fokus auf Web-Apps auch nur wenig verwunderlich ist.

Aber nicht solche modularen Web-Apps bilden das Rückgrat von Fuchsia, sondern auch Apps von allen anderen Plattformen. So sollen dank Flutter Apps von Android und iOS auf die Plattform kommen. Aber auch Linux-Apps sollen zu Fuchsia kommen und den tief integrierten Web-Apps Gesellschaft leisten. Und wenn das die Entwickler der diversen Plattformen noch immer nicht begeistert, können sie über FIDL auch viele Programmiersprachen gleichzeitig verwenden.

Verarbeitung von Informationen & Daten

Aber nicht nur das Betriebssystem und die Apps sind wichtig, sondern auch die Daten und Informationen des Nutzers. Auch diese werden nicht unbedingt nach dem klassischen Dateisystem gespeichert, sondern in Informationshäppchen. Im Mittelpunkt stehen also Informationen statt Dateien – auch wenn es die klassischen Datenspeicher mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit ebenfalls noch geben wird. Der Vorteil an dieser neuen Form ist es, dass der Nutzer schlussendlich noch mehr Kontrolle darüber hat, welche Anwendungen auf welche Daten zugreifen können.

Gleichzeitig wird dadurch aber auch das Backend erleichtert, das dafür sorgen soll, dass der Nutzer jederzeit auf allen Geräten Zugriff auf alle Daten hat. Damit das funktioniert, werden alle Aktionen an Google-Server gesendet und es gibt mit „Amber“ eine sehr starke Versionsverwaltung bis runter auf die Datei-Ebene. Schlussendlich verspricht sich Google davon auch eine Monetarisierung des Betriebssystems.



Assistenz-Systeme für den Nutzer

Ein modernes Betriebssystem kommt in der heutigen Zeit nicht mehr ohne smarte Assistenten aus. Deswegen hat Fuchsia auch nicht nur einen Assistenten, sondern gleich eine ganze Armada. Auf der Maxwell-Ebene arbeiten beispielhaft etwa die beiden Assistenten Kronk & Bucky, die jede Aktion des Nutzers analysieren und ihn so besser kennenlernen sollen. Erst dadurch werden Dinge wie die dynamischen Apps (siehe oben) überhaupt erst möglich.

fuchsia agents

Die Assistenten übernehmen im Betriebssystem die Rolle von „Agents“ und sind jeweils auf ganz spezielle Bereiche spezialisiert, die sie analysieren. Auf deren Erkenntnissen wiederum können Apps, das Betriebssystem oder auch echte Assistenten wie der Google Assistant dann zurückgreifen. Ein aufwendiges System, das Hand in Hand mit vielen anderen Bereichen von Fuchsia läuft und nur so seine Stärken ausspielen kann.

Screenshots, Videos & eine Fuchsia-Demo

Auch die Oberfläche von Fuchsia ist nur ein Modul und lässt sich beliebig austauschen – wodurch das Betriebssystem auf vielen verschiedenen Plattformen eingesetzt werden kann. Dennoch arbeitet Google seit Beginn der Entwicklung nur mit zwei Oberflächen, eine für den Desktop und eine für Smartphones. Wer sich für diese interessiert, findet in folgenden Artikeln sehr viele Screenshots:

Außerdem gibt es sogar eine Fuchsia-Demo im Browser und selbst eine für die Verschwiegenheit doch recht umfangreiche Dokumentation über Fuchsia ist seit längerer Zeit Online.



Auf diesen Geräten könnte Fuchsia eingesetzt werden

Da Fuchsia langsam aber sicher in die erste finale Entwicklungsphase geht, muss es natürlich auch abseits der Simulatoren getestet werden und auch aus der internen Testumgebung herausgeholt werden. Genau das ist in den vergangenen Wochen mehrfach geschehen und weist darauf hin, dass Fuchsia sich sehr breit aufstellen und vom Smartphone über den Laptop, den Smart Speaker bis hin zu IoT-Geräten überall zu finden sein wird. Details zu den vielen Tests findet ihr in folgenden Artikeln:

Was wird aus Android & Chrome OS?

Die interessanteste und später unausweichliche Frage wird es sein, wie es nach dem Start von Fuchsia mit den beiden etablierten Betriebssystemen Android und Chrome OS weitergehen wird. Geklärt ist das bis heute nicht, aber natürlich haben wir uns hier im Blog schon sehr viele Gedanken darüber gemacht und diese auch aus verschiedensten Blickwinkeln und mit vielen Begründungen niedergeschrieben. Wer sich dafür interessiert, findet hier alle Artikel:



Das waren jetzt sehr viele Informationen rund um Fuchsia, über das wir offensichtlich sehr viel wissen, aber dennoch überhaupt keine Ahnung haben. Google hält sich sehr bedeckt und erwähnt den Projektnamen nicht einmal. Das letzte mal, dass die Existenz von Fuchsia überhaupt wahrgenommen werden konnte, ist schon wieder weit über eineinhalb Jahre her. Aber im nächsten Jahr wird sich das sehr wahrscheinlich ändern und vielleicht werden wir endlich auch eine offizielle Roadmap bekommen.

Mit Flutter & Hummingbird wurde gerade erst eine neue Entwicklungsumgebung freigegeben, mit der sowohl Android- als auch iOS-Entwickler arbeitn und ihre Apps ganz nebenbei auch auf Fuchsia zur Verfügung stellen können. Sollte es tatsächlich schon in naher Zukunft zu einer Ablösung von einem der beiden etablierten Betriebssysteme kommen, wären viele Dinge schon jetzt vorbereitet.

Erst in der vergangenen Woche gab es erste Informationen zum Fuchsia SDK sowie ein Download einer frühen Version der Entwicklungsumgebung für das Betriebssystem. Wer sich dafür interessiert und entsprechende Kenntnisse hat, kann sich in den nächsten Tagen schon einmal ausprobieren.

Weitere Informationen rund um Fuchsia findet ihr in unserem großen Fuchsia-Archiv und natürlich auch in Zukunft hier im Blog. Das Betriebssystem wird uns auf jeden Fall noch sehr lange Zeit beschäftigen.


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