Flutter 1.0 & Hummingbird: Google will alle Smartphone-Apps in den Browser und auf den Desktop bringen

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Zu Beginn dieses Jahres hat Google Flutter vorgestellt, ein Framework zur Entwicklung von Apps für Android und iOS. Was nach einer netten Erleichterung für App-Entwickler klingt, ist tatsächlich ein sehr wichtiges Werkzeug, mit dem Google alle Betriebssystem-Hürden überwinden möchte. Gestern wurde die finale Version 1.0 vorgestellt und gleichzeitig ein Ausblick darauf gegeben, dass nicht nur die beiden mobilen Betriebssysteme im Fokus stehen.


Mobil und Desktop sind in den vergangenen Jahren immer stärker zusammengewachsen, doch bis heute ist es keinem der großen Unternehmen gelungen, beide Systeme mit nur einer einzigen Plattform zu bedienen. Und das ist vielleicht auch gar nicht notwendig, denn wenn sich stattdessen die Apps den Gegebenheiten anpassen, dann kann das Betriebssystem all seine Stärken für die jeweilige Plattform voll ausspielen und den Nutzern Mehrwerte bieten.

flutter beautiful apps

Gestern Abend hat Google auf einer Mini-Entwicklerkonferenz Flutter 1.0 vorgestellt und für Entwickler zum Download freigegeben. Damit wird es möglich, Apps mit dem Flutter SDK und Googles Programmiersprache Dart zu entwickeln, die sowohl unter Android als auch iOS verwendet werden können. Das SDK kümmert sich um alle Anpassungen für die Betriebssysteme und sorgt auch dafür, dass sich bestehende aufwendige Projekte leicht einbinden können. Als Beispiel hat man gezeigt, dass die Monster-App Google Maps ebenfalls in Flutter genutzt werden konnte.

Dieses Projekt hat schon seit Monaten großes Interesse erregt, da Entwickler sich nun nicht mehr unbedingt für eine Plattform entscheiden müssen, sondern beide zugleich bedienen können. Doch tatsächlich ist das nur der erste Schritt, denn es wurde noch ein weiteres Projekt vorgestellt – Hummingbird – das sich zwar noch in einem frühen Stadium befindet, den Vorteil von Flutter aber erst wirklich zur Geltung kommen lassen dürfte.

flutter hummingbird



Hummingbird soll alle in Flutter erstellten Apps in den Browser bringen können – und das nur unter Einsatz von etablierten und verbreiteten Web-Technologien wie eben HTML, CSS, JavaScript & Co. Eine Chrome-Exklusivität wird es nicht geben, sodass für das Smartphone entwickelte Apps zukünftig in jedem Browser genutzt werden können. Wie sich das mit den Bemühungen rund um die Progressive Web Apps unter einen Hut bringen lässt, wird die Zeit zeigen.

Während Flutter nun für die Öffentlichkeit freigegeben wurde, ist Hummingbird derzeit nur eine Demo und steht auch nicht zum Ausprobieren bereit. Schlussendlich ist dieses Projekt dann aber wohl ein sehr wichtiger Schritt dahin, dass das genutzte Betriebssystem und das Gerät keinen echten Einfluss mehr auf eine App hat. Damit stärkt Google natürlich vor allem das eigene Betriebssystem Chrome OS, dessen schlanke und sichere Architektur in Zukunft ein gewichtiges Argument gegen Windows, Mac OS und die vielen Linux-Distributionen sein könnte. Das bezieht sich natürlich nur auf die Masse der Nutzer, die einfach ihre geliebten Apps ohne großes Nachdenken nutzen möchten.

Flutter spielt aber auch bei Fuchsia eine große Rolle, dessen Zeit nun langsam gekommen ist und das am meisten vom neuen SDK und den Möglichkeiten der plattformübergreifenden Entwicklung profitiert – später natürlich auch von Hummingbird. Neue Plattformen kämpfen stets mit dem Henne-Ei-Problem, das Google mit Flutter einfach geschickt umgeht.

Es wird interessant sein, welche Möglichkeiten sich in den kommen Monaten und Jahren durch Flutter ergeben werden.

» Flutter 1.0

Siehe auch
» Fuchsia: Machina & Flutter sollen Apps von Android, iOS, Linux & Co. in das neue Betriebssystem bringen
» Fuchsia: Googles Geheimwaffe Flutter leitet unbemerkt den Übergang von Android und iOS zu Fuchsia ein

[9to5Google]


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