Fuchsia: Machina & Flutter sollen Apps von Android, iOS, Linux & Co. in das neue Betriebssystem bringen

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Die Entwicklung von Googles neuem Betriebssystem geht mit voller Power voran und wird irgendwann an die wohl wichtigste Hürde kommen, die eine neue Plattform nehmen muss: Die Lösung des Henne-Ei-Problems. Das ist natürlich auch Google bewusst und dürfte von Anfang an ein grundlegender Teil des Konzepts gewesen sein, denn tief in den Strukturen des Betriebssystems ist bereits eine VM integriert. Das ist aber nicht die einzige Lösung, mit der ein bevorstehender Übergang möglichst reibungslos gewährleistet werden kann.


Kurzer Überblick: Das ist Fuchsia

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Es ist Google nun schon mehrmals gelungen, eine Plattform aus dem Nichts aufzubauen und sowohl Nutzer als auch Entwickler für die eigenen Produkte zu begeistern. Das ist bei Android inklusive des angeschlossenen Google Play-Ökosystems gelungen, das ist bei der Etablierung der gesamten Chrome-Plattform gelungen und auch mit dem Google Assistant begeistert man schon wieder Millionen von Nutzern und viele Entwickler. Doch mit Fuchsia könnte das etwas anders aussehen.

Android war zur richtigen Zeit am richtigen Ort und war pünktlich zum Smartphone-Boom in der ersten Version fertiggestellt. Chrome als Browser hat ebenfalls den richtigen Zeitpunkt abgepasst und hat die Welt vom Internet Explorer befreit. Doch ob die Welt wirklich auf Fuchsia wartet, steht auf einem anderen Blatt – und das dürfte eher nicht der Fall sein. Viel mehr ist das neue Betriebssystem in Interesse von Google, um eine einheitliche Plattform über alle Gerätetypen hinweg zu schaffen.

Doch Fuchsia kann von den Stärken der bisher etablierten Plattformen zehren und dürfte auch ganze ohne Not dazu in der Lage sein, möglicherweise alle großen Ökosysteme anzuzapfen und den Übergang zum neuen Betriebssystem so einfach wie möglich zu gestalten. Zu diesem Zweck werden gleich drei Möglichkeiten ausgeschöpft.



Im Garnet-Layer von Fuchsia befindet sich ein interessantes Modul bzw. Projekt, mit der Bezeichnung „Machina“. Garnet ist der unterste Layer des Betriebssystems und ist somit ein fester Teil der gesamten Architektur. Machina ist dazu in der Lage, eine Virtual Machine (VM) zu starten und somit andere Betriebssystem zu emulieren – zumindest theoretisch. Das ganze nennt sich bei Fuchsia „guest OS“, also Gast-Betriebssystem. Testweise soll es aktuell bereits mit Debian Linux umgesetzt werden. Da Fuchsia nicht Linux ist, ist das auch notwendig.

Das ganze System ist noch sehr schemenhaft und scheint sich in einer sehr frühen Phase zu befinden. Dennoch ist eine so tiefe Integration in das Betriebssystem ganz spannend, da die VM eben nicht auf Nutzerebene läuft, sondern schon sehr Kernel-nah. Möglicherweise lässt sich das ganze so ohne Performance-Einbußen nutzen. Am Ende wird die VM ohnehin nur dafür benötigt, die Apps der anderen Betriebssystem auch nativ auführen zu können. Dazu könnten dann neben Linux eben auch der eigene Ableger Linux oder eventuell auch Windows oder gar die Apple-Betriebssysteme gehören. Aber: Pure Spekulation.

Fuchsia Flutter

Nun ist eine VM, egal wie gut sie umgesetzt ist, immer nur eine Brückenlösung und sollte nicht fest in das Konzept eingeplant werden. Aber dafür hat Google bereits vorgesorgt und hat mit Flutter ein Framework erschaffen, in dem Entwickler eine App programmieren, die dann sowohl unter Android als auch unter iOS und in weiterer Folge auch unter Fuchsia nutzbar ist. Dadurch schafft man sich schon jetzt viele Apps für die neue Plattform, ohne dass die Entwickler das überhaupt bewusst mitbekommen.

Viele Details zu Flutter findet ihr in unserem „Geheimwaffe Flutter“-Artikel.



Die dritte Variante für den Übergang ist eher auf Nutzerebene und weniger auf Entwicklerebene zu sehen: Durch eine immer weiter vorangetriebene Vereinheitlichung der Oberflächen, werden die Nutzer vielleicht gar nicht so sehr bemerken, dass sie das Betriebssystem gewechselt haben. Android P entwickelt sich Richtung Fuchsia und das zweite Betriebssystem Chrome OS entwickelt sich Richtung Android. Am Ende führen alle Wege zum gleichen Ziel.

Auch das Material Design, das wohl schon in wenigen Wochen in einer aktualisierten Version erscheint, spielt dabei eine große Rolle und sorgt dafür, dass sich die Oberflächen weiter angleichen. Web-Apps und andere Entwicklungen in diese Richtungen hingegen sorgen dafür, dass dem (durchschnittlichen) Nutzer das verwendete Betriebssystem schon heute relativ egal sein kann, da alles im Browser abläuft.

Wenn man sich die Screenshots von Fuchsia ansieht, dann kommt vieles vertraut vor – und an dieser Richtung muss einfach nur weiter gearbeitet werden. Ein nicht ganz ernst gemeintes Szenario für den Umstieg von Android auf Fuchsia findet ihr in unserem Aprilscherz, der vielleicht doch nicht ganz so weit hergeholt ist, wie man heute noch denken würde 😉

Siehe auch
» Googles Allround-Betriebssystem Fuchsia: Wie geht es mit Android und Chrome OS weiter?

Kurzer Überblick: Das ist Fuchsia

[9to5Google]


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