Fuchsia: Geballtes Know-How – Das sind die Entwickler hinter Googles kommendem Betriebssystem

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Wir haben uns in den vergangenen Monaten bereits sehr viele Details rund um Fuchsia angesehen und die Strukturen und einzelnen Komponenten des kommenden Betriebssystems schon sehr genau durchleuchtet. Heute geht es um ein etwas anderes Thema, das für die Zukunftsaussichten des potenziellen Android-Nachfolgers aber nicht weniger wichtig ist: Die Menschen im Hintergrund, die daran arbeiten.


Fuchsia ist zwar derzeit noch ein sehr einfaches Betriebssystem, ist im Hintergrund aber äußerst komplex und verfolgt das Konzept der Modularisierung bis in die tiefsten Ebenen. Wer etwas Auffrischung benötigt, findet hier alle wichtigen Artikel der letzten Wochen:

Kurzer Überblick: Das ist Fuchsia

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Bei großen Konzernen ist es nicht unüblich, Projekte über einen langen Zeitraum zu verfolgen und dann schlussendlich doch nicht auf den Markt zu bringen oder die gewonnenen Erkenntnisse in andere Projekte einfließen zu lassen. Ob Fuchsia über diesen Status mittlerweile hinaus ist, lässt sich schwer sagen. Das Team der Entwickler lässt jedenfalls darauf hoffen, dass die Zukunftshoffnungen sehr groß sind und das Betriebssystem Google-intern auch eine hohe Relevanz haben.

Laut den bekannten Quellen (vor allem die öffentlich zugänglichen Sourcecodes), arbeiten etwa 160 Mitarbeiter an Fuchsia – das klingt erst einmal viel, ist tatsächlich aber für ein solches Projekt eher noch ein kleines Team. Die Teams hinter der Entwicklung der großen Betriebssysteme wie Windows oder Mac OS können gut und gerne auch mal aus mehreren Tausend Mitglieder bestehen. Auch an Googles Android sollen laut Gerüchten (gibt leider keine zuverlässigen Zahlen) weit über 2.000 Mitarbeiter arbeiten.

Allerdings sind bei Fuchsia nur die tatsächlich Entwickler zu sehen. Alles drumherum von den Managern, Teamleitern, Grafikern, und vielleicht auch Forschern bzw. externen Quellen taucht gar nicht auf – das Team könnte also schon deutlich größer sein. Interessant ist aber nicht nur die Größe, sondern vor allem auch WER im Team arbeitet.



Gut ein Vierteil des Teams, knapp 35 Entwickler, wurden aus dem Android-Team abgezogen und arbeiten nun am möglichen Nachfolger ihres bisherigen Produkts. Erst vor kurzem wurde bekannt, dass der langjährige Android-Sicherheitschef jetzt an Fuchsia arbeitet. Man möchte das Rad also trotz aller Konzepte nicht unbedingt neu erfinden und setzt auch auf die geballte Erfahrung des Teams hinter dem weltweit meistverbreiteten Betriebssystem.

Mit Brian Swetland und Dave Bort sind außerdem zwei Entwickler an Bord, die an der Vergangenheit am damals populären BeOS gearbeitet haben, aus dem fast das heutige Mac OS hervorgegangen wäre. Außerdem haben beide am Pre-Smartphones T-Mobile SideKick gearbeitet, das einige Pionierarbeit geleistet hat. Mit Travis Geisenbrecht ist ein Entwickler dabei, der ebenfalls an BeOS gearbeitet hat, aber auch schon an iOS sowie Palm OS bzw. WebOS beteiligt war.

Der Kopf hinter dem Material Design, Googles Design-Vize Matias Duarte, soll ebenfalls seine Kenntnisse bei Fuchsia einbringen. Da es schon starke Übereinstimmungen zwischen Android und Fuchsia gibt, ist das auch dringend notwendig. Der Übergang zu Fuchsia, wie auch immer dieser ablaufen wird, soll möglichst unbemerkt stattfinden – und einheitliche Oberfläche sind dabei natürlich ein sehr wichtiger Schritt.

Weiterhin ist auch der „Erfinder“ von HTML5, Ian Hickson, mit an dem Projekt beteiligt und arbeitet vor allem an der Geheimwaffe Flutter, die eben diesen Übergang regeln und für Vereinheitlichung sorgen soll – also genau das, was ihm auch schon bei HTML5 gelungen ist. Der Rest des Teams setzt sich teilweise auch aus Mitarbeitern zusammen, die durch kleinere strategische Übernahmen zu Google gekommen sind.

Insgesamt scheint das Projekt damit sehr gut aufgestellt und scheint bei einem solchen Know-How hoffentlich über die Phase hinaus zu sein, bei der es noch jederzeit eingestellt werden könnte.



Glaubt man den vielen Hinweisen, dann arbeitet auch einer der Väter der PlayStation sowie eine treibende Kraft hinter der XBOX-Entwicklung mittlerweile an Fuchsia. Die Rede ist von Phil Harrison, der Anfang des Jahres zu Google gewechselt hat. Ob er tatsächlich an Fuchsia arbeitet, ist nicht bekannt, aber die tiefe Integration von Vulkan & Scenic lässt zumindest vermuten, dass das Betriebssystem auch bei Spielen einen Schwerpunkt haben wird.

Ich denke, dass das geballte Know-How aller Beteiligten Personen und auch Googles Ambitionen auf einen Nachfolger der eigenen Erfolgsprodukte („Kill your own Cashcow“) zusammen sehr viel bewirken können. Ob sie das Rad nun neu erfinden oder nicht, ist dabei fast nebensächlich. Eine kleine Revolution hat bekanntlich noch nie geschadet und hat den Markt stets vorangebracht.

Erst vor wenigen Tagen hatte Google eine interessante Dokumentation über Fuchsia veröffentlicht, deren Kernaussage Fuchsia is not Linux für einigen Wirbel gesorgt hat.

Kurzer Überblick: Das ist Fuchsia

[9to5Google]


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