Zahlreiche Google-Produkte wurden eingestellt: Diese Produkte kamen 2020 auf den großen Google-Friedhof

google 

Das Jahr 2020 geht zu Ende und war aus Sicht der Google-Nutzer wieder sehr verlustreich, denn auch in den vergangenen zwölf Monaten wurden zahlreiche Produkte eingestellt, die ihre Fans hatten und nun schmerzlich vermisst werden. Der schmerzlichste Abgang war sicherlich die Einstellung von Google Play Music, aber auch in vielen anderen Bereichen hat Google einige interessante Projekte aufgegeben. Wir zeigen euch, welche Dienste 2020 auf den Google-Friedhof kamen.


google friedhof halloween

Google ist ein Unternehmen, das nicht nur öfter unkonventionelle Wege geht und neue Lösungen sucht, sondern das auch sehr gerne experimentiert und dabei wenig Rücksicht auf Verluste nimmt. Für ebenso experimentierfreudige Nutzer ist das eine feine Sache, aber wer sich dann an eines der Produkte gewöhnt, wird das bei der Verkündung der Einstellung sehr schnell anders sehen. Es wurden aber auch einige „große“ Produkte eingestellt, die über Jahre angeboten wurden.

Im Jahr 2020 wurden zahlreiche Google-Produkte eingestellt bzw. deren sehr baldiges Aus verkündet. In diesem Artikel findet ihr eine nicht vollständige Liste aller Produkte, die entweder nicht mehr verfügbar sind oder schon mit einem Bein im Grab stehen und deren Einstellung bereits beschlossen ist. Weiterführende Informationen findet ihr stets hinter den Links zu den ausführlichen Artikeln mit allen Informationen und vielleicht auch Begründungen zu den Einstellungen.

Auch wenn die Liste nicht kurz ist, muss man fairerweise dazu sagen, dass in den Vorjahren wesentlich bedeutendere Produkte eingestellt wurden als im Jahr 2020. Für das vergangene Jahr wären vor allem Inbox oder Google+ zu nennen.




Google Kiosk
Nach dem großen Neustart von Google News hat man sich von einem Bereich verabschiedet, der über viele Jahre dazu gehört hat: Der Kauf bzw. das Abonnement von Magazinen und Zeitschriften. Anfang dieses Jahres hatte man dem Bereich den Stecker gezogen und konzentriert sich rein auf die Nachrichtenquellen.

» Alle Informationen zur Einstellung von Google Kiosk

Chrome-Apps
Die Einstellung der Chrome-Apps wurde schon vor langer Zeit verkündet, denn durch neue Technologien wurden sie längst von den Web-Apps oder Chrome-Erweiterungen abgelöst. Aus diesem Grund hat Google nach längerer Übergangsphase die endgültige Einstellung verkündet, die vermutlich nur die allerwenigsten Nutzer treffen wird. Wirklich relevante Chrome-Apps, die nicht auf anderen Wegen nutzbar waren, hat es meines Wissens nach niemals gegeben.

» Alle Informationen zur Einstellung der Chrome-Apps

Google Station
Eine der schmerzlichsten Einstellungen, zumindest für die Nutzer, die darauf angewiesen sind. Bei Google Station handelte es sich um ein öffentliches WLAN-Netzwerk in Bahnhöfen, Flughäfen, Einkaufszentren und anderen öffentlichen Einrichtungen in einigen Ländern. Dieses Netzwerk war aber nicht nur ein Komfort-Angebot, sondern in einigen Regionen waren die Nutzer regelrecht darauf angewiesen und nutzten dies als einzigen Internetzugang.

» Alle Informationen zur Google Station-Einstellung

AdSense Android-App
Google AdSense ist die Haupteinnahmequelle sehr vieler Webseiten und bietet die Möglichkeit, ständig aktuelle Zahlen abzurufen – was über eine App natürlich sehr bequem gewesen ist. Doch nun hat Google der eigenständigen Android-App den Stecker gezogen und beschränkt sich stattdessen nur noch auf eine Web-App. Sehr schade, denn dadurch fällt unter anderem auch das Widget auf dem Homescreen weg.

» Alle Informationen zur AdSense-Einstellung

Google Hangouts
Gefühlt wird Google Hangouts schon seit mehreren Jahren eingestellt, aber es sind stets nur kleine Schritte und der finale Stecker wurde bisher nicht gezogen. In diesem Jahr wurde das Business-Produkt Hangouts in Google Meet und Google Chat umbenannt. Damit schloss sich ein Kreis und es war mit Sicherheit nicht die letzte Anpassung in Googles Messenger-Strategie, die uns auch im Jahr 2021 beschäftigen wird.

» Alle Informationen zur Hangouts-Einstellung

Shoelace
Google und Social Networks sind genauso eine komplizierte Geschichte wie Google und die Messenger. Und so ist es kein Wunder, dass man in diesem Jahr auch dem Sozialen Netzwerk Shoelace den Stecker gezogen hat, bevor es überhaupt richtig durchstarten konnte. Nicht nur der Name, auch das Konzept des Netzwerks war sehr merkwürdig.

» Alle Informationen zur Shoelace-Einstellung




Google+
Ja, Google+ wurde auch im Jahr 2020 noch einmal eingestellt – zumindest in der Business-Version. Nachdem man der Privatnutzer-Variante den Stecker gezogen hatte, wurde es im Rahmen der G Suite weiter angeboten. Aber auch innerhalb der G Suite, die ebenfalls umbenannt wurde und nun Google Workspace heißt, wurde der Markenname nun beerdigt. Man hat sich für Google Currents entschieden, das es ebenfalls schon einmal gegeben hat.

» Alle Informationen zur Google+ Einstellung

YouTube Communities
YouTube ist eine Videoplattform, will aber eigentlich ein Social Network sein – doch das sehen die Nutzer etwas anders. Und so hat man in diesem Jahr die Community-Beiträge eingestellt, von deren Existenz ein Großteil der Nutzer vermutlich noch niemals etwas gehört hatte. Kein großer Verlust, aber ein Eingeständnis, dass die Nutzer auf der Plattform nur am Bewegtbild interessiert sind.

» Alle Informationen zur YouTube Communities-Einstellung

YouTube E-Mail-Benachrichtigungen
YouTube hat die Möglichkeit eingestellt, sich über neue oder interessante Inhalte per E-Mail informieren zu lassen. Jegliche Form der E-Mail-Newsletter wurde der Stecker gezogen, sodass sich die Nutzer für die Benachrichtigungen auf die Web-App oder die installierte Smartphone-App verlassen müssen.

» Alle Informationen zur YouTube Newsletter-Einstellung

Kostenpflichtige Chrome-Erweiterungen
Vielen Nutzern wird gar nicht bewusst sein, dass man für Chrome-Erweiterungen auch bezahlen konnte, denn der überwiegende Teil wurde stets kostenlos angeboten. Und so hatte Google dann auch in diesem Jahr den Stecker gezogen, zumindest teilweise. Grundlegend sind Bezahl-Extensions weiterhin möglich, aber nicht mehr über Googles Infrastruktur.

» Alle Informationen zur Einstellung der Chrome-Erweiterungen

Daydream
Der Traum ist Aus – im wahrsten Sinne des Wortes. Google hat allen Projekten rund um die Virtual Reality-Plattform den Stecker gezogen und verabschiedet sich damit quasi vollständig aus diesem Bereich. Bei der Augmented Reality-Plattform läuft es deutlich besser, aber auch dieser Bereich verspricht seit Jahren den großen Durchbruch, der realistisch betrachtet wohl noch sehr sehr weit entfernt ist.

» Alle Informationen zur Daydream-Einstellung




Google Play Music
Über zweieinhalb Jahre nach der Ankündigung war es soweit: Google Play Music wurde endgültig eingestellt und durch YouTube Music ersetzt. Google hat kräftig bei YouTube Music nachgelegt und tatsächlich Wort gehalten, alle Features vor dem Übergang zu übernehmen, aber dennoch werden viele Nutzer nicht mit der neuen Plattform und sind zur Konkurrenz gewechselt. Diese Entscheidung dürfte man in Zukunft noch bereuen.

» Alle Informationen zur Google Play Music-Einstellung

Poly
Google hat nicht nur die Virtual Reality aufgegeben, sondern auch im Bereich der Augmented Reality etwas ausgemistet – leider zum Nachteil einer eigentlich sehr schönen Plattform. Vor wenigen Tagen wurde die Einstellung der Plattform für 3D-Objekte verkündet, die eigentlich ein sehr großes Potenzial gehabt hätte. Poly wird im Laufe des kommenden Jahres eingestellt, ist aber spätestens seit der Ankündigung ohnehin jetzt schon tot.

» Alle Informationen zur Poly-Einstellung

Android Things
Auch Android kann es einmal erwischen: Das ohnehin niemals wirklich gestartete Betriebssystem Android Things wird im Laufe der nächsten Monate eingestellt und könnte einige Nutzer noch kalt erwischen: In einigen Smart Speakern und Smart Displays war es bereits im Einsatz, deren mögliche Weiternutzung nach der Einstellung der Plattform noch in den Sternen steht.

» Alle Informationen zur Android Things-Einstellung


Hoffen wir, dass auch das Jahr 2021 aus Google-Sicht so „harmlos“ weitergehen wird, denn bis auf das ohnehin seit langer Zeit bekannte Google Play Music sind keine echten Produkte über Bord gegangen, die wir hierzulande vermissen werden. Dennoch zeigt sich immer wieder, dass auch die großen Produkte nicht vor ihrer Einstellung geschützt sind.


Keine Google-News mehr verpassen: Abonniere den GoogleWatchBlog-Newsletter
GoogleWatchBlog Newsletter abonnieren


Teile diesen Artikel:

Facebook twitter Pocket Pocket

comment 2 Kommentare zum Thema "Zahlreiche Google-Produkte wurden eingestellt: Diese Produkte kamen 2020 auf den großen Google-Friedhof"

  • Weniger „Stecker ziehen“ wäre lesbarer gewesen. Tipp: Die deutsche Sprache hat noch einiges anzubieten.
    Und die Cookie-Einstellungen erzählen viel über des Geistes Kind.

  • „…beschränkt sich stattdessen nur noch auf eine Web-App. Sehr schade, denn dadurch fällt unter anderem auch das Widget auf dem Homescreen weg.“

    Webapps können auch „installiert“ und damit auf dem Homescreen angezeigt werden

Kommentare sind geschlossen.