Im Kampf gegen Amazon suchen sowohl Google als auch die großen Einzelhändler nach neuen Partnern und jetzt haben sich wieder zwei gefunden, die in Zukunft noch eine große Rolle spielen könnten: Google hat nun eine Kooperation mit der chinesischen Plattform JD.com angekündigt, die auch ein strategisches Investment in den zweitgrößten Onlinehändler im asiatischen Raum mit sich bringt. Dessen Produkte sollen nun auch weltweit angeboten werden.
In den letzten Jahren gab es in der Technologie-Branche kaum ein größere (und nervigeres) Thema als die Patent-Streitigkeiten zwischen den großen Unternehmen. Google hat sich schon vor langer Zeit dazu entschlossen, in solche Patentkriege nur passiv einzusteigen und sich lediglich zur Wehr zu setzen. Um mögliche zukünftige Streitigkeiten zu vermeiden, hat das Unternehmen jetzt ein umfangreiches Patentabkommen mit LG geschlossen. Eine ähnliche Vereinbarung gibt es auch schon mit Samsung.
Dass Webbrowser sowohl auf dem Desktop als auch auf mobilen Geräten Google als Standard-Suchmaschine eingestellt haben ist seit vielen Jahren beinahe selbstverständlich. Der populäre mobile Browser Opera Mini geht nun aber noch einen Schritt weiter und verlinkt gleich 3 Google-Angebote auf der New Tab-Page.
YouTube

Die ARTE-Gruppe möchte sich nun etwas hervorheben und hat deshalb eine weitgehende Partnerschaft mit YouTube unterschrieben. Damit soll ab November diesen Jahres das ARTE-Programm teilweise auch auf YouTube veröffentlicht werden - damit man der neuen digitalen Öffentlichkeit gerecht wird. Auch YouTube wird in Zukunft davon profitieren, da eine neue Benutzergruppe, die Zuschauer der öffentlich-rechtlichen Sender, mehr und mehr zu YouTube kommen.

Die "strategische Partnerschaft" besteht darin, dass ARTE mit YouTube einen Kooperationsvertrag abgeschlossen hat. Damit soll der öffentlich-rechtliche TV-Sender ab November teile seines Programmes, wie etwa "ARTE+7", auf YouTube hochladen können. In der Pressemitteilung spricht Google von "mehreren Stunden" Videomaterial in der Woche. Damit das Ganze auch für ARTE rentabel bleibt wird der YouTube-Inhalt mit "Content ID" geschützt.

Gottfried Langenstein, Präsident von ARTE zur Partnerschaft: "Im Rahmen seiner Online-Strategie erfüllt ARTE seinen Auftrag kostenlose Inhalte ohne Werbung anzubieten. Als einer der Vorreiter im Bereich der Neuen Medien wahrt der Kanal das Urheberrecht und bietet ein universell zugängliches sowie legales Programm", und auch YouTube sieht sich bestätigt: "Durch die Partnerschaft mit ARTE wird die YouTube-Community Zugriff auf die hochwertigen Inhalte des öffentlich-rechtlichen deutsch-französischen Senders haben. Die Nutzer erwarten jeden Tag mehr anspruchsvolle Kulturprogramme auf YouTube -- genau solche, wie Arte sie bietet. Wir freuen uns daher sehr, diese Programme und Dokumentarsendungen allen YouTube-Nutzern in Frankreich und Deutschland anbieten zu können", so Andreas Briese, YouTube Strategic Partner Development Manager.

Das Programm von ARTE wird auf YouTube sowohl in Deutsch als auch in Französisch angeboten, sodass der öffentlich-rechtlichen TV-Qualität nichts mehr im Wege stehen sollte. 

» ARTE-Kanal auf YouTube
AdSense + Seth MacFarlane
Google beschreitet mit AdSense mal wieder neue Wege um die Klickzahlen & die Akzeptanz zu erhöhen: Gestern wurde bekannt gegeben, dass man eine Partnerschaft mit Seth MacFarlane - dem Erfinder der Cartoon-Serie Family Guy - eingegangen ist. MacFarlanes neue Cartoon-Serie wird nur im Internet zu sehen sein - vorerst exklusiv bei Google, innerhalb der AdSense-Anzeigen.Die neu geschaffene Serie mit komplett neuer Besetzung hat zwar nichts mit Family Guy zu tun, aber sowohl Google als auch MacFarlane und einige "Medien-Experten" hoffen dass man mit der neuen Serie an die Erfolge anknüpfen kann. Bis auf den Namen der Serie ist noch nicht viel bekannt, es gibt weder Zeichnungen noch Namen und Handlungen. Die Serie wird sehr wahrscheinlich Seth MacFarlane?s Cavalcade of Cartoon Comedy. heißen.Die Serie soll vorerst aus 50 Folgen bestehen die maximal 2 Minuten laufen, dabei dürfte es sich wohl um kleine Comic-Sketche handeln. Die Filme werden direkt in AdSense-Bannern rund um die Welt angezeigt und können direkt von dort angesehen werden. Finanziert wird das ganze über "This Movie ist presented you by"-Links, Werbevideos vor dem eigentlichen Comic oder einfach einem weiteren Banner unter dem Film.Die Einnahmen werden zwischen dem Webmaster, Google und MacFarlane aufgeteilt - zu welchem Prozentsatz ist natürlich wieder einmal geheim. Ich denke die Akzeptanz der Banner wird das auf jeden Fall steigern, auch der Beliebtheit dürfte es zumindest kurzzeitig helfen - aber ob man damit auch die Klickzahlen erhöhen kann wage ich zu bezweifeln. Auf jeden Fall ein schöner Deal von Google, damit Werbebanner endlich wieder ein klein wenig attraktiver werden.Ein Starttermin wurde derzeit noch nicht genannt.[NYTimes, Google Blogoscoped]
Google + NCMEC
Bereits im August 2006 ist Google der National Center for Missing & Exploited Children beigetreten, und jetzt profitiert die Organisation auch davon. Angeblich haben einige Googler in ihrere 20%-Zeit Tools entwickelt die den Mitarbeitern der NCMEC dabei helfen sollen das Internet nach Kinder-Pornografischen Bildern und Videos zu durchsuchen.Was die Software von Google genau macht bzw. auf welcher Technologie sie basiert wurde nicht bekannt gegeben, es wurde lediglich verkündet dass die Software Millionen von Fotos und Videos überprüfen wird die sonst hätten händisch ausgewertet werden müssen - also eine enorme Zeitersparnis. Aber auch Texte sollen automatisch nach Hinweisen überprüft werden.Wenn ein Googler das ganze aber wirklich in seiner 20%-Zeit entwickelt hat, dann frage ich mich wo jetzt der Beitrag der Fa. Google Inc. ist - immerhin ist die ja dem Verein beigetreten, und nicht die Mitarbeiter selbst. Alleine das bereit stellen der Technologien und Serverpower wird es ja wohl nicht sein.Das zeigt ja auch mal wieder dass es ganz gut ist, dass es eine Firma gibt die das Internet quasi völlig im Griff hat - zumindest in solchen Fällen. Ich hoffe nur dass diese ganze Technik auch funktioniert und nicht auf diese Weise etliche Fotos und Videos vom Algorithmus einfach "übersehen" werden...P.S. Als weiteres Tool wird auch Google Analytics eingesetzt ;-)» Presseerklärung von NCMEC » Ankündigung im Google-Blog
Yahoogle
So schnell kann aus einem Gerücht eine Tatsache werden: Ab sofort wird Yahoo! in der eigenen Websuche Auch AdSense-Banner anzeigen - allerdings mit einigen Einschränkungen: Googles Banner werden erst einmal nur für 2 Wochen lang angezeigt, werden nur in den USA zu sehen sein und werden nicht mehr als 3% aller Anzeigen innerhalb der Suchergebnisse ausmachen. Eine Verlängerung der Partnerschaft ist aber anzunehmen.Noch vor einigen Jahren hat Yahoo! sowohl die Suchergebnisse als auch die dazugehörigen Anzeigen von Google bezogen und ist damit relativ gut gefahren. Eines Tages hat man dann beschlossen wieder selbst zu suchen und das ganze selbst zu monetarisieren. Anscheinend ist das Ergebnis aber nicht ganz so befriedigend wie gedacht, also erwägt man jetzt eine Rückkehr auf Raten.In dem 2 Wochen dauernden Test wird Yahoo! die Einnahmen und Klickzahlen und sicherlich noch einige weitere Daten analysieren und mit den eigenen Bannern vergleichen. Sollten Googles Banner höhere Einnahmen ausweisen, wäre es denkbar dass Yahoo! am Ende ganz auf Googles Werbenetzwerk umsteigt. Was das für Yahoo! eigenes Netzwerk bedeutet kann dann nur spekuliert werden - einen guten Eindruck macht das ja nicht wenn Yahoo! das eigene Produkt nicht mehr nutzt...Interessant wird es natürlich auch sein wie diese Zusammenarbeit die Yahoo!-Übernahme durch MS beeinflussen wird. Microsoft hat sicherlich kein Interesse daran die wichtigen Einnahmen mit Google zu teilen - ein mehrjähriger Vertrag könnte Yahoo! also vielleicht retten. Schon kurz nach der Übernahme hat sich Google als weißer Ritter angeboten.» Yahoo! Presseerklärung[TechCrunch]
Yahoogle
Laut einem Bericht des Wall Street Journal könnten Yahoo! und Google in den nächsten Tagen eine Kooperation im Bereich der Online-Werbung ankündigen. Das ganze könnte in einem gemeinsamen AdCenter von AdSense und Yahoo!s Werbedienst gipfeln in dem Anzeigen gleichzeitig auf beiden Plattformen geschaltet werden können. Eine komplette Zusammenlegung halte ich für ausgeschlossen, das ganze wird wohl eher wieder eine Giftpille für die MS-Übernahme sein...[Süddeutsche]Nachtrag: » Yahoogle! perfekt: Yahoo! zeigt AdSense-Banner an
YouTube + amazonmp3
Mitte Februar sind Grafiken auf dem YouTube-Server aufgetaucht, die darauf hinweisen dass das Video-Portal demnächst auch mp3s via amazon verkaufen wird. Gestern Abend wurden scheinbar die letzten Unterschriften unter den Vertrag gesetzt, denn die ersten Buttons tauchen jetzt neben offiziellen Musikvideos von Plattenfirmen auf und lassen einen das so eben gehörte in wenigen Sekunden als mp3 auf den PC laden.amazon mp3
Ob und wieviel Provision YouTube von dem Verkauf der mp3s abbekommt und ob sich das ganze dann auch noch einmal in Provision für YouTube und die Plattenfirmen aufteilt ist zur Zeit nicht bekannt - ich gehe aber davon aus dass die Plattenfirma von YouTube selbst keinen Cent sehen wird - immerhin bekommen sie ja schon die Lizenzgebühr von amazon. Für YouTube ist das endlich die erste Monetarisierungsmaßnahme neben den klassischen Werbebannern.Die Partnerschaft zwischen Google und amazon dürfte auch ein Grund für Steve Jobs Kritik an Google sein - die meisten, inklusive Steve, hätten wohl eher erwartet dass Google Musik NUR via iTunes verkaufen wird. Aber immerhin ist ja auch eine Apple-Grafik auf dem Server - könnte noch ein interessantes Wettrennen werden ;-)» Beispielvideo mit mp3-Button[Googlified]