Es ist bereits vor einigen Tagen durchgesickert, und jetzt hat Google es offiziell gemacht: Aufgrund der Verurteilung durch die EU-Kommission muss Google intern große Veränderungen an der Produkt-Suche vornehmen, und hat dies mit dem heutigen Datum auch getan. Ab sofort ist die Produkt-Suche zu einem eigenständigen Unternehmen geworden, das mit allen anderen Onlineshops in Europa um die besten Plätze in der Google Websuche kämpfen muss.
Über die Jahre hat sich der Onlinehändler Amazon ein wahres Imperium aufgebaut und ist für viele Nutzer längst zum Synonym für Online-Shopping geworden. Doch jetzt wagt sich das Unternehmen immer mehr in den stationären Handel vor und sorgt dort schon jetzt für ein Zittern unter den etablierten Händlern. Vor genau einem Monat hatten sich Wal*Mart und Google aus diesem Grund zusammengetan und eine Kooperation verkündet. Jetzt ist diese angelaufen.
Mit den Product Listing Ads hat Google schon vor einigen Jahren eine Plattform geschaffen, die Werbung und Suchergebnisse miteinander kombiniert und Produkte von Onlinehändlern prominent platziert. Bisher profitieren vor allem kleinere und mittelständische Onlineshops von diesen Anzeigen, die eine sehr hohe Conversation Rate bieten und so die Umsätze steigern können. Jetzt versucht sich auch Amazon an dieser Werbeform.
Mit der Öffnung von Google Now für viele weitere Apps und Entwickler dürfte die Anzahl der angezeigten Karten und Informationen in Zukunft weiter steigen. Doch die wohl beste Datenquelle ist immer noch Googles eigene Websuche und die dort angeschlossenen Dienste. Eine vor wenigen Tagen erstmals aufgetauchte Karte kann den Nutzer nun auch darüber informieren, wenn bestimmte Produkte im Preis gesenkt worden sind.
Schon seit einiger Zeit kann Googles US-Produktsuche Bewertungen für die dort gelisteten Produkte anzeigen und mit einer fünfstufigen Skala darstellen. Ab sofort kommt diese Funktion nun auch in einige europäische Länder und wird unter anderem auch in Deutschland verfügbar sein. Die Bewertungen werden von verschiedenen Quellen zusammengesammelt und sollen die Klickzahlen auf diese Ergebnisse in den USA erhöht haben.
In den letzten Jahren hat sich aus der Google Produktsuche das neue Angebot Google Shopping entwickelt, das bisher aber immer noch nur eine einfache Suchmaschine ist, die zu den Online-Shops der dort gelisteten Anbieter weiterleitet. In Zukunft könnte der letzte Schritt allerdings entfallen, so sehen es zumindest die neuesten Pläne von Google vor. Schon bald sollen die Nutzer direkt aus den Suchergebnissen heraus eine Bestellung aufgeben können - damit greift Google vor allem Platzhirsch Amazon an.
Googles mobiler Assistent Now wird mit dem nächsten Update mal wieder ein Stück smarter: Da Google die Bedürfnisse des Nutzers durch die Websuche sehr genau erkennt, insbesondere im Bereich Shopping, werden diese Informationen nun auch an Now weitergegeben. Befindet man sich in der Nähe eines Geschäfts, das ein gesuchtes Produkt lagernd hat, wird man per Benachrichtigung über die Kaufmöglichkeit informiert.
Eines der wenigen Geschäftsfelder im Internet auf denen Google derzeit noch nicht aktiv ist, ist das Online-Shopping. Obwohl Google auf vielen daran angrenzenden Gebieten aktiv ist, kann das Unternehmen noch kein Komplettpaket bieten. Laut TechCrunch wird Google aber schon bald zum amazon-Konkurrenten - und hat für die Zukunft irrwitzig klingende Pläne.
In der Vergangenheit hat sich Google Shopping nur an Privatkunden gerichtet, jetzt erweitert Google das Angebot in einem Feldtest auch auf eine Business2Business-Produktsuche. Google Shopping for Suppliers listet derzeit Produkte von Lieferanten aus dem Elektronik-Bereich - und lässt sich dafür bezahlen.