Wer ist Max Müller? Googles Shopping-Bot hinterlässt in den Onlineshops volle Warenkörbe – das steckt dahinter

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Auch wenn Google bis auf wenige Ausnahmen keine eigenen Onlineshops betreibt, spielt das digitale Shoppingvernügen über alle Themen und Plattformen hinweg für Google eine sehr große Rolle. Um Onlineshops noch besser verstehen und indexieren zu können, schickt Google seit einigen Monaten einen neuen Bot durch das Web, der längere Zeit für Rätselraten gesorgt hat und in verschiedenste Rollen schlüpfen kann. Die Rede ist von John Smith und Max Müller.


Niemand surft so schnell und umfangreich durch das Web die der GoogleBot. Der GoogleBot besucht Tag für Tag mehrere Milliarden Webseiten, die ausgewertet und in den Index aufgenommen werden, um die Datenbank der Websuche aktuell zu halten. Zwar gibt sich der GoogleBot stets als solcher zu erkennen, kann aber unter den verschiedensten Rollen und Motiv auftreten – vom Suchmaschinen-Bot über den Ads-Bot bis hin zum neuen Onlineshop-Bot.

googlebot robots

Viele Onlineshops tracken ihre Besucher sehr genau und haben exakte Daten darüber, wer welche Produkte angesehen hat, welche Produkte gerne im Verbund gekauft werden, welche im Einkaufswagen landen und welche vielleicht auch weiter für andere herausfliegen. Wie man dieses System perfektioniert, sieht man seit vielen Jahren bei Amazon und die starken Empfehlungen waren mit Sicherheit einer der Gründe, warum der damals sehr simple Onlineshop zu einem solchen Giganten aufsteigen konnte.

Vielen Onlineshop-Betreibern ist in den vergangenen Monaten aufgefallen, dass Nutzer namens John Smith und Max Müller immer wieder volle Einkaufswägen hinterlassen, aber niemals zur virtuellen Kasse schieben – und das in vielen Tausend Fällen. Max Müller und John Smith legen mehrere Produkte aller Preisklassen und Kategorien in den Einkaufskorb, checken aber niemals aus. Typisches Verhalten eines Kunden, der an Produkten interessiert und dann doch nicht kauft. Diese Kunden werden meist besonders genau analysiert, um herauszufinden, warum sie nichts gekauft haben. Sie liefern eine wichtige Datenbasis für viele Onlineshops.

Ein John Smith oder Max Müller, die teilweise mehrfach täglich die Einkaufswagen füllen und dann wieder verschwinden, sind dabei natürlich nicht unbedingt hilfreich. Wie sich erst kürzlich herausgestellt, steckt hinter diesen beiden Namen der GoogleBot. Google verwendet die Namen als Platzhalter, um sich gegenüber den Webseiten des Onlineshops als echter Nutzer auszugeben.




Google hat nach zahlreichen Diskussionen unter Onlineshopbetreibern erst kürzlich bestätigt, dass es sich dabei um einen Bot handelt, der Produkte in den Einkaufswagen legt und bis zum letzten Schritt vor den Checkout geht. Das hat den Zweck, die von den Onlinehändlern hinterlegten Preise zu überprüfen. Dabei will man herausfinden, ob manche sehr günstige Preisangaben machen und am Ende irgendwelche Gebühren draufschlagen oder andere Preise angeben. Ein normaler Vorgang, der im Fall von Google aber wieder riesige Auswirkungen hatte.

Die Betreiber hätten übrigens gar nicht so überrascht sein und rätseln müssen, denn laut Google stimmen sie mit der Vereinbarung zur Nutzung des Google Merchant Center diesen virtuellen Testeinkäufen zu. Da zeigt sich mal wieder, dass kaum jemand die langen AGBs liegt, selbst wenn es sich um wichtige Geschäftsbeziehungen handelt. Nun können sie allerdings entsprechend reagieren und diesen Namen aus ihren Statistiken tilgen. Hoffentlich kein Nachteil für die Tausenden echten John Smith’s und Max Müllers 😉

Wir hatten erst kürzlich über den Namen John Smith berichtet, nun konnte aber aus mehreren Quellen bestätigt werden, dass das System auch in deutschen Onlineshops angewendet wird und dort unter dem bereits erwähnten Namen Max Müller auftritt. In Österreich und Schweiz können es wieder andere Namen sein. Wer selbst einen Onlineshop betreibt und eine Namenshäufung von nicht-kaufenden Kunden beobachtet, kann sich sicher sein, Besuch vom GoogleBot gehabt zu haben.

Ich habe keine große Ahnung vom Betrieb eines Onlineshops, könnte mir aber vorstellen, dass Googles Verhalten zumindest problematisch sein kann. Viele Onlineshops reservieren die in den Einkaufswagen gelegten Artikel für einige Zeit, sodass andere Nutzer sie nicht kaufen können. Gerade bei Produkten mit sehr geringem Bestand könnte es dann natürlich dazu führen, dass diese einige Zeit gar nicht verfügbar sind.

[Vielen Dank an: Livarea.de]


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