Google Shopping: Frontalangriff auf Amazon und eBay – die Suchmaschine öffnet sich nun für ALLE Produkte

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Google betreibt seit knapp zwei Jahrzehnten eine Produkt-Suchmaschine, die sich im Laufe dieser langen Zeit mehrfach stark gewandelt hat – und in den nächsten Tagen steht der nächste große Wandel bevor. Während sich diese Suchmaschine vor mehreren Jahren in eine große Werbeplattform verwandelt hat, wird diese nun für alle interessierten Händler geöffnet und als Frontalangriff auf Amazon und eBay platziert.


Vor knapp drei Jahren hat Google aufgrund der Organisation der Produkt-Suchmaschine eine Milliardenstrafe in der EU ausgefasst und danach einige Änderungen vorgenommen. Möglicherweise war das aber auch der Anstoß für eine sehr umfassende Anpassung, die seit langer Zeit in Vorbereitung war und nun aufgrund der Pandemie früher als bisher geplant ausgerollt werden soll. Vorerst nur in den USA, schon bald aber auch global.

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Die Google-Produktsuchmaschine hat vor vielen Jahren unter dem Namen Froogle ihren Anfang genommen und wurde in den letzten zwei Jahrzehnten mehrfach umbenannt. Seit dem Jahr 2012 war es praktisch nur eine Werbeplattform, die lediglich Produkte gegen Bezahlung aufnimmt und in den Suchergebnissen bewirbt – das wird sich nun ändern. Ab nächster Woche wird die Produkt-Suchmaschine ALLE Produkte von ALLEN Onlineshops listen, ohne dass der Händler dafür eine Werbeschaltung buchen muss.

Die neue Produkt-Suchmaschine wird sich im ersten Schritt aber nicht von selbst mit Daten füttern, obwohl das sicherlich für die Zukunft vorgesehen ist, sondern Händler können ihre Daten und Produkte nun sehr einfach eintragen und im riesigen Google-Katalog listen. Über die Google Websuche lassen sich diese Produkte dann finden und miteinander vergleichen, so wie man das bisher auch kannte. An der Plattform selbst soll sich aus Nutzersicht erst einmal nichts ändern, außer dass der Katalog stark anwachsen wird.

Erst Anfang des Jahres hat Google ein Startup zur Digitalisierung von Retail-Produkten übernommen, das zukünftig noch einen große Rolle bei diesen Plänen spielen könnte. Das Ziel ist es nämlich, alle verfügbaren Produkte in allen möglichen Onlineshops zu erfassen – und später vielleicht auch die nur im stationären Handel erhältlichen Produkte.



Starke neue Partner
Aber Google entfernt nicht nur das Preisschild von der Eingangstür, sondern hat eine Reihe neuer Partner gefunden, die ein großes Potenzial mitbringen. PayPal ist als Zahlungsdienstleister mit an Bord und soll es künftig vereinfachen, dass die Produkte direkt über die Google Websuche gekauft werden können. Außerdem sind mit Shopify, WooCommerce und BigCommerce sehr große Onlineshop-Plattformen als Partner dabei, die in Zukunft Schnittstellen anbieten dürften, um alle Produkte ihrer Nutzer automatisch zur Google Produktsuche zu übertragen.

Google möchte auch weiterhin mit der Plattform Geld verdienen und wird es allen Händlern nach wie vor ermöglichen, ihre Produkte als Werbeanzeige zu schalten und somit aus der Masse hervorzuheben. Das wird nun noch wichtiger, sodass Google trotz der nun kostenlosen Plattform wohl deutlich mehr verdienen kann als zuvor – gerade in der aktuellen Zeit, in der das Onlineshopping seinen zweiten Frühling erlebt.

Es ist auch als Frontalangriff auf Amazon und eBay zu sehen, denn obwohl Google seit Ewigkeiten eine Produkt-Suchmaschine besitzt, starten zahlreiche Nutzer ihren Shoppingtrip dann doch direkt bei diesen beiden großen Plattformen. Wir dürfen gespannt sein, ob dieses nächste Kapitel für Google Shopping einen Schub bringen wird.

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