Rick Osterloh: Googles Hardware-Chef spricht über die Pixel-Zukunft, Hardware-Flops & Google One Premium

google 

Am Dienstag wird Google auf der Entwicklerkonferenz Google I/O aller Voraussicht nach neue Hardware präsentieren und sowohl die Pixel-Smartphones als auch die Smart Displays in die nächste Generation bringen. Im Vorfeld hat sich nun Hardware-Chef Rick Osterloh wieder einmal zu Wort gemeldet und spricht über die Zukunft der Pixel-Serie, die Hardware-Flops des Unternehmens sowie über die noch immer großen Hoffnungsbereiche Virtual Reality und Augmented Reality. Außerdem deutet er neue Premium-Produkte in Verbindung mit Google One an.


Google ist längst auch ein Hardware-Unternehmen und hat sich spätestens Ende 2016 mit dem ersten „Made by Google“-Event entsprechend aufgestellt. Seit dem Neustart unter der Marke „Google“ leitet Rick Osterloh die Geschicke der Hardware-Abteilung und kann sowohl große Erfolge als auch Flops verzeichnen. Vermutlich wird er am Dienstag ebenfalls auf der Bühne stehen und neue Geräte präsentieren, die bereits mit Spannung erwartet werden. In einem Interview hat er nun einige Einblicke in viele Themen gegeben.

google logo big

Pixel-Smartphones

In diesem Jahr bringt Google erstmals eine zweite Smartphone-Serie auf dem Markt und wechselt damit nicht nur in einen Halbjahrestakt, sondern öffnet die Pixel-Serie auch für ganz neue Zielgruppen. Das dies unter dem gleichen Markennamen geschieht und lediglich ein kleines „a“ die Pixel 3a-Smartphones vom Rest der Serie abtrennt, hatte einige überrascht. Für Osterloh selbst ist das aber nur die konsequente Weiterentwicklung der Marke, sowie eine Anpassung an die Marktgegebenheiten.

We see opportunity to come up with products that make for more accessible price points, with a great user experience.

Auch Google ist nun aufgefallen, dass nicht alle Menschen keinen hohen dreistelligen Betrag für ein Smartphone auf den Tischen legen wollen oder können. In diesem Wandel (der eigentlich gar keiner ist) sieht man nun gute Chancen, um günstige Smartphones mit angemessener Leistung und großartigen Nutzeroberflächen anzubieten – die Pixel 3a-Smartphones.

Dazu kommt, dass viele Nutzer nicht mehr alle 24 Monate, sondern eher alle 36 Monate ein neues Smartphone kaufen – womit alle Hersteller von Google über Samsung bis zu Apple zu kämpfen haben. Alle haben in den vergangenen Monaten weniger Smartphones weniger verkauft als erwartet. Die kaum vorhandenen Innovationen sorgen auch nicht gerade für ein Will-Haben-Gefühl bei neuen Smartphone-Vorstellungen.

Ob Google mit der a-Serie der Pixel-Smartphones den erhofften Erfolg einfahren kann, werden die nächsten Monate zeigen. Da der hohe Einstiegspreis der Pixel-Smartphones in jedem Jahr kritisiert wird, die Smartphones aber ansonsten recht gut abschneiden und mit Features und schnellen Updates begeistern, könnte die Rechnung aufgehen.

Alle Informationen rund um die Pixel 3a-Smartphones
» Pixel 3a & Pixel 3a XL: Die deutschen Verkaufspreise & Verkaufsstart
» Pixel 3a & Pixel 3a XL: Alle Features und Details
» Pixel 3a: Preis & Verpackung
» Pixel 3a: Spezifikationen
» Pixel 3a: Presserender



Tablets und Chromebooks

Erst vor wenigen Wochen wurde bekannt, dass Google viele Hardware-Projekte streichen wird und vor allem bei Tablets und Chromebooks den Rotstift ansetzt. Nur wenige Tage später hieß es dann, dass das Unternehmen nun doch wieder an Desktopgeräten arbeitet, die vor allem das Cloud-Geschäft stärken sollen. Sofort gab es Spekulationen darüber, ob nun das noch nicht offiziell vorgestellte Betriebssystem Fuchsia seine Premiere feiern wird.

Osterloh hat diese Richtung nun bestätigt und ist der Meinung, dass sein Unternehmen viele Vorteile aus diesen Produkten ziehen kann, weshalb man sie weiterhin produzieren wird. Die damaligen Berichte deuten vor allem darauf hin, dass die Roadmap angepasst und eine neue Zielrichtung vorgegeben wurde. Welches Betriebssystem schlussendlich zum Einsatz kommen wird, ist natürlich relevant, für Hardware-Chef Osterloh aber hingegen erst einmal zweitrangig.

Virtual Reality

Google sieht die Virtual Reality schon seit Jahren als großen Zukunftsmarkt, konnte bisher aber noch nicht den großen Durchbruch feiern – trotz einiger Bemühungen und mehrere Produkte. Auf die Frage, wie es mit dem Daydream-Headset weitergehen wird, das sich nicht als großer Erfolg erwiesen hatte, antwortete Osterloh mit den gleichen Worten, die auch Google-CEO Sundar Pichai immer wieder verwendet: „Die VR befindet sich noch in den Kinderschuhen und wird sich weiterentwickeln.“ Ob Google weiterhin ein Antreiber des Marktes sein wird, lässt er aber offen.

Augmented Reality

Augmented Reality ist ein verwandtes Themengebiet, wird von Google aktuell aber eher auf Softwareseite angegangen. Zu konkreten Produkten hat sich der Hardware-Chef nicht geäußert, lobte aber die Google Maps Augmented Reality-Navigation sowie weitere AR-Produkte auf dem Smartphone – denn aktuell ist das Smartphone Googles Hauptplattform für die Augmented Reality. In den vergangenen Tagen gab es neue AR-Sticker für die ARCore-Plattform:
» Meisterdetektiv Pikachu: Google bringt die POKÉMON als Playmoji-Sticker auf das Smartphone

» Avengers: Google bringt die Marvel-Helden als Playmojis auf das Smartphone & Pixel 3 Endgame-Werbespot



Hardware-Flops

Mit Hardware hat Google trotz vieler Stolpersteine häufig viel Glück und dürfte mit den Erfolgen zufrieden sein: Smartphones, Chromecast, Google Home, Google Wifi und einige mehr erfreuen sich großer Beliebtheit. Und dann gibt es noch die Flops, wie etwa die smarte Kamera Google Clips, die Pixel Buds-Kopfhörer und auch das Pixel Slate-Tablet muss dazu gezählt werden. Doch davon lässt sich das Unternehmen nicht entmutigen, sondern sieht diese Produkte eher als Experimente, die nicht immer das Ziel haben, viel Geld zu verdienen und hohe Marktanteile zu erobern.

Die Erfahrungen aus der Google Clips-Kamera etwa kamen den Pixel 3-Smartphone zu gute und wurden mit Features wie Photobooth in die Geräte integriert. Damit ist dann wohl auch geklärt, dass es vorerst keinen Nachfolger geben wird.

Premium-Produkte für Google-Kunden

Zum Schluss macht Osterloh noch eine sehr interessante Andeutung, die zu meinen damaligen Spekulationen passt: Google One macht die zahlenden Nutzer zu VIP-Kunden:

We think it can become something more significant than that, where we start to offer a premium state for our users with Google One, offering them new capabilities that the company hasn’t yet developed.

Was er damit genau meint, bleibt nebulös. Offenbar sollen die Vorteile von Google One aber zukünftig über den Speicherplatz, den 24/7-Support und Hotel-Angebote hinausgehen. Das könnte natürlich auch bedeuten, dass das Programm teurer wird…

Siehe auch
» Google I/O 2019: Was wir von Googles großer Konferenz erwarten können – Teil 1 (Hardware)

[9to5Google]


Keine Google-News mehr verpassen: Abonniere den GoogleWatchBlog-Newsletter
GoogleWatchBlog Newsletter abonnieren


Teile diesen Artikel:

Facebook twitter Pocket Pocket

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.