Rotstift: Google streicht zahlreiche Hardware-Projekte – möglicherweise wegen Fuchsia

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Jedes Jahr im Herbst lädt Google zum großen „Made by Google“-Event und stellt eine ganze Flotte an neuen Hardware-Produkten vor, mit denen man in das folgende Weihnachtsgeschäft gehen wird. Obwohl das Event schon im vergangenen Jahr sehr enttäuschend gewesen ist, könnte es 2019 noch eine Nummer kleiner ausfallen, denn das Unternehmen hat den Rotstift angesetzt und eine ganze Reihe an Produkten gecancelt, um die Abteilung endlich in die Profitzone zu bringen.


Googles Einstieg in den Hardware-Markt wurde über viele Jahre langsam vorbereitet. Was mit den in der Industrie bestellten Nexus-Smartphones begann und über den Chromecast ging, wandelte sich später in eine immer größere Abteilung mit den Pixel-Smartphones, den Home-Lautsprechern, Pixelbook-Chromebooks und weiteren Produkten vom Router bis zur Überwachungskamera der Tochter Nest. Doch das Portfolio-Wachstum wird nun erst einmal gebremst.

made by google hardware

Googles Hardware-Team dürfte derzeit fleißig an den neuen Produkten für diesen Herbst arbeiten, doch viele dieser Produkte werden wahrscheinlich niemals das Tageslicht erblicken – denn sie wurden nun gecancelt. Laut einem Bericht des meist sehr gut informierten Magazins Business Insider wurden nun viele Projekte („a bunch of stuff“) gecancelt und die Entwickler abgezogen. Dutzende Ingenieure, Hardware-Spezialisten, Manager und Entwickler müssen sich neue Positionen im Alphabet-Konzern suchen.

Der Rotstift soll vor allem im Tablet- und Laptop-Bereich angesetzt worden sein, in dem das Unternehmen schon in der Vergangenheit kein glückliches Händchen hatte. Reine Tablets gibt es schon lange nicht mehr, das zu Beginn begeistert aufgenommene Pixel Slate-Tablet hat starke Schwächen und die Pixelbook-Reihe mit Chrome OS ist einfach zu teuer. Global erfolgreiche Produkte in diesem Bereich hat Google schon lange nicht mehr vorzuweisen – das letzte dürfte wohl das Nexus 7 gewesen sein.

Als Grund für das Ansetzen des Rotstifts sollen geänderte Roadmaps sein, auf der Ziele vorgezogen oder zurückgesetzt worden sind. Insbesondere das „vorgezogen“ ist in dem Fall interessant, denn das heißt einfach nur, dass langfristig geplante Produkte nun früher kommen werden. Und da kann man es schon klingeln hören.



In dem Bericht ist zwar nicht die Rede davon, aber es ist sehr wahrscheinlich, dass es sich bei den „zukünftigen Produkten“ um Geräte mit Fuchsia handelt. Das Betriebssystem steht längst in den Startlöchern und braucht nur noch etwas Feinschliff, bis es endlich auf den Markt kommen und auf den Geräten vorinstalliert werden kann. Gut möglich, dass man im Herbst 2019 keine Tablets / Laptops mit Chrome OS oder Android auf den Markt bringen möchte, wenn ein halbes Jahr später oder noch früher bereits die ersten Fuchsia-Geräte in den Regalen stehen sollen. Aber dazu werden wir sehr wahrscheinlich auf der Entwicklerkonferenz Google I/O mehr erfahren.

Googles Hardware-Chef Rick Osterloh soll aber auch mit seiner gesamten Abteilung nun dem hohen Druck ausgesetzt sein, endlich profitabel zu wirtschaften. Zwar werden dort laut aktuellen Zahlen Milliarden mit Hardware verdient, aber am Ende dürfte wohl eine rote Zahl unter dem Strich stehen. CEO Sundar Pichai hatte schon damals betont, dass die Pixel-Smartphones profitabel sind – was zwischen den Zeilen bedeutet, dass es die anderen Produkte nicht sind.

Natürlich wissen wir nicht, wie viele Produkte auf der ursprünglichen Roadmap standen, sodass die Zusammenstreichung auch ganz vernünftig sein kann und im Rahmen der großen Hardware-Vorstellungen gar nicht auffällt. Erst einmal steht nun aber die Präsentation der ersten Spielekonsole auf dem Plan.

Siehe auch
» Hardware-Komponenten aus dem eigenen Hause: Google baut eigenes Chip Design-Team auf

[9to5Google]


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