Google One: Mehr als nur Speicherverwaltung – Googles neue Plattform erschafft VIP-Nutzer mit vielen Vorzügen

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Am Donnerstag hat Google mit der Nachricht überrascht, dass Google One in Deutschland ausgerollt und in den kommenden Wochen für alle Nutzer verfügbar sein wird. Wie es die Bezeichnung „Google One“ bereits vermuten lässt, steckt dahinter sehr viel mehr als nur ein optimiertes Angebot zur Speicherplatzverwaltung. Tatsächlich könnte diese neue Dachmarke zukünftig zu einem wichtigen Kundenbindungsprogramm ausgebaut werden.


Das Interesse an Google One ist seit dem ersten Tag der Vorstellung sehr groß, aber wie mittlerweile üblich, wurde das Programm zuerst in den USA gestartet und kommt erst jetzt – gut ein halbes Jahr später – auch nach Deutschland. Zwischendrin hat es einige Probleme beim Rollout gegeben, die sich vor allem um den Bonus-Speicher drehten, den viele Nutzer vor einigen Jahren verdient haben und bis heute nutzen.

google one

Google One wird im Laufe der kommenden Wochen endlich auch für alle deutschen Nutzer ausgerollt, wobei jeder Nutzer separat darüber informiert wird, sobald die Umstellung für das eigene Konto vollzogen ist. Da Google auch hier einen sehr langsamen Rollout durchführt, scheint es wohl noch immer einige Probleme bei der Umstellung zu geben – aber das soll den Nutzer am Ende nicht stören. In erster Linie zählen die Vorteile, die man nun ohne zusätzliche Kosten bekommt.

Als Erstes profitieren die Nutzer von einem verbesserten Preis-Leistungs-Verhältnis, denn die Staffelung der einzelnen Angebote wurde optimiert und auch die Preise für die einzelnen Pakete gesenkt – was darin resultiert, dass einige plötzlich mehr Speicherplatz als zuvor haben. Aber auch die Möglichkeit, den Speicherplatz mit allen Nutzern des Familien-Kontos zu teilen ist eine feine Sache und kann zusätzlich Geld sparen.

Doch damit erschöpfen sich die Argumente von Google One noch nicht, denn oben drauf gibt es auch noch einen direkten Support-Draht zu Google sowie einige spezielle Aktionen und Vergünstigungen. Mehr dazu findet ihr in diesem Artikel. Aber das dürfte nur der Beginn sein, denn das gesamte Programm könnte zukünftig noch deutlich ausgebaut werden.



Google One – der Name ist Programm

Es gibt und gab mittlerweile Hunderte Google-Produkte, die allesamt meist eine griffige Bezeichnung haben. Manchmal merkt man schon an der Bezeichnung, dass es sich hier um ein Produkt mit großer Priorität handelt – so wie damals Google+. Auch „Google One“ ist nicht irgendeine Bezeichnung, sondern gehört schon zur Reihe der besonderen Namen und stellt eine klare Verbindung zum Unternehmen her. Nur für ein simples Speicherverwaltungs-Programm hätte man einen solchen Markennamen sicherlich nicht gewählt, außerdem war eine solche Umbenennung absolut nicht notwendig.

One-Abonnenten werden zu Googles VIP-Nutzern

Nahezu alle Google-Dienste stehen kostenlos zur Verfügung und bieten jedem Nutzer viele Funktionen, moderne Oberflächen, ausreichend Speicherplatz und eine extrem hohe Verfügbarkeit. Erst wenn der Speicherlatz bei GMail, Photos oder Drive zur Neige geht, wird man zur Kasse gebeten und muss diesen kostenpflichtig erweitern. Jetzt gibt es zusätzlich zu diesem Paket noch den Support und einige weitere Vorteile wie (so Google wörtlich) vergünstigte Hotel-Angebote. Beides steht den „normalen“ Nutzern nicht zur Verfügung.

Schon zur Ankündigung von Google One ging aus einem Video hervor, dass One-Kunden zukünftig auch Rabatte im Google-Store oder im Play Store bekommen können und möglicherweise auch früher auf bestimmte Produkte Zugriff haben. Damit geht One weit über das eigentliche Speicherplatz-Angebot hinaus und macht die zahlenden Kunden zu VIP-Nutzern, die Vorteile erhalten, von denen die Masse der kostenlosen Nutzer nicht einmal etwas weiß.

Google One als erster Versuch eines Strategiewechsels

Googles Strategie, alles kostenlos anzubieten und die Nutzer so auch an die werbefinanzierten Produkte zu binden, funktioniert seit 20 Jahren sehr gut – birgt aber auch Risiken. Seit vielen Jahren fordern Investoren, dass sich das Unternehmen unabhängiger vom Werbegeschäft machen muss – hat das aber bis heute nicht nennenswert geschafft. Mit One könnte ganz langsam ein Ende der Kostenlos-Kultur eingeläutet werden – denn je mehr Vorteile man dem Nutzer bietet, desto wahrscheinlicher wird er sich dazu durchringen, monatlich 2-10 Euro oder mehr zu zahlen.

Google profitiert davon gleich dreifach: Die One-Nutzer zahlen monatlich eine Gebühr, werden die Google-Dienste dann mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auch weiterhin oder gar noch intensiver nutzen und bekommen trotzdem Werbung angezeigt. Win-Win-Win.



Google One = Amazon Prime (?)

Amazon hat mit Prime vorgemacht, wie man die Menschen an sich bindet und die Stärken eines Produkts auf viele andere Welten überträgt. Amazon bietet mit Prime viele Vorteile, für die der Kunde offensichtlich gerne eine monatliche oder jährliche Gebühr bezahlt. Genau das dürfte Google nun ebenfalls vorhaben und dürfte die Vorteile immer weiter ausbauen, sodass der zusätzliche Speicherplatz fast schon in den Hintergrund rückt, aber dennoch stärker genutzt wird – so wie bei Amazon der kostenlose Versand.

Natürlich sollten dann auch die Musik-Abos Teil von „One“ werden, was aber sicherlich auch zukünftig nicht der Fall sein wird – denn hier kommt Google die Verschiebung des Streamings auf die Marke YouTube zugute. Schon jetzt sind die YouTube-Abos kompliziert und auch die verschiedenen Speicherstufen von One würden eine solche Verknüpfung unmöglich machen. Dennoch könnte eine Art Cross-Promo beiden Angeboten helfen. Etwa YouTube Music für Google One-Kunden zum halben oder viertel Preis? Wer weiß.


Lange Rede, kurzer Sinn: Ich bin mir sicher, dass hinter Google One in Zukunft sehr viel mehr stecken wird, als das bisher der Fall ist. Wer schon jetzt für Google-Speicherplatz zahlt, ist für alles was noch kommt in der ersten Reihe mit dabei. Ich bin sehr gespannt.

» Google One Support-Seite

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