Vor knapp zehn Jahren wurde die smarte Datenbrille Google Glass vorstellt, die unmittelbar nach der Präsentation einen großen Hype ausgelöst hat und DAS nächste große Ding hätte werden sollen. Es kam bekanntlich anders, doch im Jubiläumsjahr dürfte Google einen Neustart wagen, der die ambitionierten Augmented Reality-Pläne endlich in die Realität umsetzen soll. Die Weichen wurden längst gestellt.
Der Facebook-Konzern Meta hat mit der Ankündigung seines "Metaverse" einen neuen Run auf die Augmented Reality ausgelöst, der auch bei Google nicht ohne Reaktion geblieben ist. Doch nun gibt es eine spannende Entwicklung hinter den Kulissen, die als wichtige Weichenstellung für den langfristigen Erfolg gewertet werden könnte: Google entwickelt ein eigenes AR-Betriebssystem und Meta setzt auf eine Google-Plattform.
Google hat die Augmented Reality nach längerer Zeit der Pause wieder für sich entdeckt und scheint in den kommenden Jahren mit mehreren Produkten angreifen zu wollen - unter anderem mit einer neuen Augmented Reality-Brille. Dabei soll es sich nicht um das auch heute noch wohlbekannte Produkt Google Glass, sondern um ein ganz neues Projekt handeln. Laut einem Bericht soll dieses auf der 2020 übernommenen North-Hardware basieren.
Mit der Ankündigung der Pixel 6-Smartphones hat Google den neuen Tensor-Chip vorgestellt, in dem sehr große Hoffnungen für die Zukunft der Smartphones und sicherlich auch anderer Geräte ruhen. Schon jetzt ist bekannt, dass der Chip über ausgezeichnete AR-Fähigkeiten verfügt und damit auch einem gescheiterten Produkt zum Comeback verhelfen könnte, das 2022 den zehnten Geburtstag feiert: Google Glass.
In den letzten zwei Wochen wurden viele neue Google-Produkte angekündigt, doch eine "Zukunfts-Technologie" hat auch in diesem Jahr nur eine sehr untergeordnete Rolle gespielt: Die Augmented Reality. Viele Menschen dürften sich noch an ein Produkt erinnern, das vor neun Jahren vorgestellt wurde und vom Beginn bis zur Einstellung für große Diskussionen sorgte - Google Glass. Wäre die Zeit heute, neun Jahre später, reif für dieses Produkt?
Google steht mutmaßlich vor einem umfangreichen Wearable-Neustart, der zwar noch einige Zeit auf sich warten lassen wird, dessen Puzzlestückchen sich aber immer mehr zusammensetzen lassen. Es zeichnet sich ab, dass dieser neue Anlauf weit über den Smartwatch-Bereich hinausgehen wird, was natürlich die Frage aufwirft, wie es mit dem bisher sehr glücklosen Smartwatch-Betriebssystem Wear OS weitergehen wird.
Trotz einiger Anstrengungen ist es Google bisher nicht gelungen, den seit vielen Jahren anhaltenden Erfolg im Smartphone-Markt auf den Wearable-Bereich umzumünzen. Weil Wearables aber seit längerer Zeit einen Boom erleben, dürfte Google hinter den Kulissen an einem großen Comeback basteln, dessen Puzzlesteinchen sich so langsam zusammensetzen. Allein in dieser Woche gab es mehrfache Anzeichen dafür, dass Google die eingeschlagene Richtung mit Hochdruck vorantreibt. Aber auch einen herben Rückschlag.
Gestern noch ein Gerücht, heute schon ein Fakt: Google hat die Übernahme von North angekündigt und holt sich damit ein Unternehmen unter das eigene Dach, das seit acht Jahren an smarten Brillen arbeitet und bereits ein Produkt auf dem Markt hatte. Das Unternehmen wird ein Teil von Googles Hardware-Abteilung und dürfte dem seit langer Zeit erwarteten Comeback von Google Glass neuen Schwung geben.
Mit Wearables hat Google bisher kein großes Glück gehabt, obwohl dem Unternehmen die große Bedeutung des Marktes laut mehreren Ankündigungen durchaus bewusst ist. Weil sich das Unternehmen demnächst bei den Smartwatches neu aufstellt, könnte auch ein neuer Anlauf bei den smarten Brillen bevorstehen. Laut einem Bericht soll Google wohl kurz davor stehen, North für einen Betrag von etwa 180 Millionen Dollar zu übernehmen. North produziert smarte Brillen ala Google Glass.
Schon bald könnte ein Google-Produkt ein Comeback feiern, das seiner Zeit damals weit voraus war und aufgrund vieler Probleme niemals auf dem Massenmarkt angekommen ist: Google Glass. Seit wenigen Tagen kann die Datenbrille offiziell bestellt werden und macht somit den ersten Schritt zurück zum Endkunden. Aktuell handelt es sich dabei zwar um die Version für Unternehmen, die sich noch dazu an Entwickler richtet, aber dabei muss es ja nicht bleiben. Und nun darf man fragen: Ist die Zeit jetzt endlich reif für ein solches Produkt?