Nach dem ganzen Ärger rund um das Leistungsschutzrecht hat Google im vergangenen Jahr die Digital News Initiative gestartet, mit der Europäische Verlage mit Geld für bestimmte Projekte unterstützt werden sollen. Jetzt wurde die zweite Runde abgehalten, bei der Google wieder die Geldbörse weit öffnet und ganze 24 Millionen Euro an Verlage ausschüttet. Deutschland ist dabei mit Abstand der größte Markt und bekommt über 5 Millionen Euro.
Mit den Google News hat Google vor vielen Jahren eine Plattform geschaffen, in der viele (meist qualitativ hochwertige) Online-Medien zusammengefasst und die einzelnen Beiträge nach Themen sortiert aufgelistet werden. Über die Jahre wurde die Zuordnung immer besser und vor einiger Zeit hat man damit begonnen, einzelne Schlagzeilen mit Labels zu versehen. Diese sollen dem Nutzer noch vor dem Klick zeigen, was ihn erwartet. Neu hinzugekommen ist nun das "Fact Check"-Label, mit dem alle Artikel gekennzeichnet werden, in denen Fakten zu einer Story aufgelistet sind.
Nicht wenige Menschen beschweren sich auch Hierzulande über die Qualität oder Geschwindigkeit ihrer Internetverbindung auf dem Smartphone - aber was sollen dann erste die Menschen in Indien sagen? Mit einem Inder an der Spitze ist es kein Wunder dass sich Google nun etwas mehr auf das gigantische asiatische Land konzentriert und eine Reihe von mobilen Produkten für die langsamen Internetverbindungen anpasst. Von den meisten Funktionen können aber auch wir schon jetzt oder in naher Zukunft profitieren.
Im August 2013 wurde das Leistungsschutzrecht eingeführt, mit dem sich die deutschen Verlage und Publikationen eine neue große und wichtige Einnahmequelle versprochen haben. Doch dabei haben sie die Rechnung ohne Google gemacht. Wie eine Veröffentlichung der VG Media jetzt offen gelegt hat, haben die Verlage bisher eher das Gegenteil erreicht. Statt zusätzlichem Umsatz zu erwirtschaften haben sie einen Millionenverlust eingefahren.
In den Google News finden sich je nach Landesausgabe nicht nur die üblichen Verdächtigen Angebote der großen Verlage, sondern auch sehr viele kleinere Web-Angebote mit regionalen Inhalten - die aber oft kaum bis gar nicht sichtbar sind und es erst recht nicht auf die Titelseite schaffen. Das möchten die Googler nun ändern und vor allem auch die lokalen Angebote deutlich stärker in den Vordergrund rücken.
Vor zwei Monaten hat Google nach einer längeren Entwicklungszeit das Project AMP gestartet, mit dem das mobile Surfen beschleunigt werden soll. Dabei werden Webseiten in einer sehr schlanken und komprimierten Form vorgehalten und werden dem Nutzer direkt nach dem Klick ohne große Ladezeit angezeigt. Jetzt wird das ganze auch auf die mobile Version der Google News ausgeweitet, die nun ebenfalls bevorzugt die AMP-Version der Websuche verlinken.
Das Leistungsschutzrecht kann man in Deutschland durchaus als gescheitert bezeichnen, denn es wird praktisch nicht umgesetzt. Google hatte von Anfang an angekündigt, dass man keine Gelder an die Verlage zur Nutzung der Snippets zahlen wird, und die Verlage mussten dem zwangsweise zustimmen um weiterhin in den Suchergebnissen zu bleiben. Eine Klage einiger Verlage gegen diese von Google aufgelegte Regelung dürfte nun vom Landgericht Berlin abgewiesen werden.
Mitte September hat Google gemeinsam mit twitter und Wordpress eine Instant Articles-Funktion angekündigt, mit der sich die Ladezeiten von News-Webseiten deutlich reduzieren lassen sollen. Mittlerweile ist die ganze Initiative in AMP (Accelerated Mobile Pages) umbenannt worden und es sind tausende neue Partner für den Start gefunden worden. In den USA wird die halbe Medienlandschaft zum Start der Initiative mit dabei sein und auch viele Werbenetzwerke haben ihre Unterstützung angekündigt.
In unserem Artikel von heute früh hieß es, dass ein Schiedsgericht im nicht enden wollenden Streit um das Leistungsschutzrecht GEGEN Google und FÜR VG Media entschieden hat - doch das ist falsch. Durch eine verdrehte Darstellung der Tatsachen im Welt-Artikel, der als Quelle für diesen Artikel genutzt wurde, haben wir das ganze ebenfalls falsch dargestellt. Tatsächlich hat das Schiedsgericht alle Anträge der VG Media zurückgewiesen und ihr auch noch die Kosten des Verfahrens in Rechnung gestellt.
Es ist mittlerweile schon zweieinhalb Jahre her, dass in Deutschland das Leistungsschutzrecht eingeführt wurde, und seitdem gibt es zwischen den Verlagen, deren Vertretern und Google eher mehr Streit als zuvor. In diesem Jahr ist es um das Thema Leistungsschutzrecht sehr ruhig geworden, aber das war wohl nur die Ruhe vor dem Sturm: Denn hinter den Kulissen plant die VG Media weiterhin einen Schlag gegen Google, und hat nun von einer Schiedsstelle Recht bekommen. Die nächste Runde im endlosen Streit.