Google startet auf dem Desktop: Das steckt hinter dem neuen Anlauf – alles auf Aluminium OS? (Meinung)
Abgesehen von einigen obligatorischen Apps hat Google den Desktop über viele Jahre weitgehend ignoriert und sich kaum die Mühe gemacht, eigenständige Apps zu entwickeln oder PC-Nutzern Vorteile zu bieten. Das ändert sich jetzt schlagartig, denn allein in dieser Woche gab es drei neu gestartete Projekte für Desktopnutzer, deren wahre Intention vielleicht erst auf den zweiten Blick ersichtlich ist.
Google dürfte schon in wenigen Wochen die großen Ambitionen für den Android-Desktop präsentieren und vielleicht auch starten, für die man einiges auffährt: Neben dem eher belächelten Android-Desktopmodus wird man ChromeOS unter dem Dach von Android noch einmal neu aufstellen und mit Aluminium OS befindet sich sogar ein völlig neues Betriebssystem in den Startlöchern. Es ist längst klar, dass man den mobilen Erfolg von Android auf dem Desktop wiederholen und Windows massiv angreifen will.
Den Strategen dürfte bewusst sein, dass die allermeisten Windows-Nutzer trotz aller Unkenrufe kaum wechselwillig sind und somit stehen die neuen Android-Projekte vor einer echten Herkules-Aufgabe. Zwar dürften viele Windows-Nutzer den Großteil ihres digitalen Alltags im Browser verbringen, der sich mit anderen Betriebssystemen kaum unterscheiden würde, aber dennoch ist Windows allein durch die jahrzehntelange Dominanz eine Konstante, an der nicht gerüttelt wird.
Jetzt geht Google einen interessanten Weg, mit denen die Desktop-Ambitionen nicht nur auf die eigene Plattform beschränkt bleiben: Mit dem Start der Google-App für Windows, dem bevorstehenden Start des Android-Backup auf dem Computer und auch den Chrome-Skills für den Desktop setzt man ein erstes Ausrufezeichen und macht auf sich aufmerksam.
Alle drei Projekte richten sich an Windows-Nutzer, die zwar ohnehin den ganzen Tag in einer Google-App (Chrome) unterwegs sind und vielleicht auch den Cloudspeicher (Drive) tief eingebunden haben, aber dennoch die Google-Dienste vielleicht gar nicht so sehr wahrnehmen.
Windows wird mit Google-Aufsatz zu Aluminium OS
Dass man ausgerechnet jetzt mit dieser Windows-Initiative startet, dürfte kein Zufall sein. Denn die neuen Produkte sind aus Ausrufezeichen und bringen Funktionen auf den Desktop, die es im eigenen Betriebssystem Aluminium OS wohl tief integriert geben dürfte: Der schnelle Zugriff auf die Google-Suche, auf Gemini, auf eine KI-Bildauswertung, eine Synchronisierung zwischen Smartphone und Desktop und noch einiges mehr.
Man könnte fast sagen, dass Google mit diesen Apps einen Aluminium-Aufsatz für Windows baut, sodass sich die Nutzer in einer neuen Plattform heimisch fühlen können. Je ähnlicher die Oberflächen sind, je mehr funktionelle Überschneidungen es gibt, desto geringer ist der Wechselschmerz. Und wer nicht wechseln will, der wird dennoch noch tiefer in das Google-Netzwerk gezogen – sofern die neue Desktop-App oder auch die Synchronisierung verwendet wird.
Es ist zu erwarten, dass Google Chrome in den nächsten Monaten prominent für die neue App und in weiterer Folge vielleicht auch für das neue Betriebssystem werben wird. Spannend wird es sein, ob Microsoft diesem ganzen Treiben auch zukünftig nicht viel mehr als veränderte Standardeinstellungen und Dark Patterns entgegenzusetzen hat. Man sollte in Redmond gewarnt sein, denn Google hat das trojanische Pferd bereits durch das Windows-Tor geschoben…
» Neue Google-Apps starten auf dem Desktop: Warum zwei verschiedene Apps für denselben Zweck?
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