Google-App für Windows: Das kann die neue Power-App – bringt KI, Suche, Google Lens, Launcher & Co (Video)
Recht überraschend wurde in dieser Woche die Google-App für Windows veröffentlicht, die nach einer längeren Testphase jetzt für alle Nutzer angeboten wird. Anders als es die Bezeichnung suggeriert, bringt die App aber nicht nur die Suchleiste auf den Desktop, sondern hat noch sehr viel mehr Funktionen und integrierte Produkte im Gepäck. Wir zeigen euch, was die neue Google-App schon heute alles leisten kann.
Google hat sich viele Jahre lang nicht für den Desktop interessiert, wenn man von den obligatorischen Apps wie Chrome und Drive einmal absieht – doch das scheint sich jetzt zu ändern. Am Dienstag wurde die neue Google-App für Windows gestartet, die in Form eines unscheinbaren Overlays ihre Dienste verrichten soll. Auf den ersten Blick besteht es nur aus einer schwebenden Suchleiste mit wenigen umgebenden Buttons. Doch der Schein trügt, denn die App bringt viele zusätzliche Funktionen mit.
Die Einschätzung der App beginnt schon damit, dass sie eigentlich keine richtige Bezeichnung hat. In der Ankündigung spricht man von „Google App für Desktop“ und „Google App für Windows“. Weil „Google“ ein Synonym für alle möglichen Produkte des Unternehmens ist, ist also nicht sofort klar, was mit einer „neuen Google-App“ gemeint sein könnte. Rein funktionell hätte man sich daher auch für das von mir schon im vergangenen Jahr ins Spiel gebrachte Comeback von Google Desktop entscheiden können. Tatsächlich ist der Funktionsumfang gar nicht so unähnlich.
Ich habe die App schon seit längerer Zeit im Einsatz und möchte an dieser Stelle einmal ausführen, welche Funktionen sie mitbringt, die auf den ersten Blick vielleicht nicht ersichtlich sind. Das beginnt bei der Websuche, geht über den Einstieg in den KI-Modus und bringt auch die Gemini-KI mit. Aber auch Google Lens ist tief integriert, die automatische Vervollständigung und die schnellen Antworten. Selbst ein App-Launcher sowie eine lokale Dateisuche und die Google Drive-Suche sind mit an Bord.
Google-Suche am Desktop
Die Hauptfunktion der App ist es, die Google-Suche auch außerhalb des Browsers auf den Desktop der Nutzer zu bringen. Ich hatte erst kürzlich beschrieben, wie Google mit Chrome Geld verdient und diese App geht einen ähnlichen Weg. In erster Linie bringt die Suchleiste sowohl die Websuche als auch den KI-Modus mit, die sofort angesprochen werden können und ihre Ergebnisse in einer eigenen Oberfläche ohne Browser zeigen.
In die Suchleiste lassen sich beliebige Anfragen eingeben, die dann von der Google-KI direkt im Overlay beantwortet werden. Ein Wechsel in den Browser ist weder vorgesehen noch notwendig. Externe Links gibt es kaum, denn der Fokus liegt darauf, den Nutzern die Antworten sofort zu liefern, ohne dass sie weitere Recherchen anstellen müssen. Und damit kommen wir auch schon zum nächsten Punkt
KI-Modus für den Desktop
Der Hauptfokus scheint tatsächlich auf dem KI-Modus zu liegen, sodass man trotz aktiver Chrome-Nutzung andere Ergebnisse bzw. eine völlig andere Antwortstruktur erhält. Man kann das sicherlich auch als Gemini-App durch die Hintertür bezeichnen, auch wenn es bis zu dieser noch ein kleiner Weg ist.
Die App lässt sich nicht nur mit Anfragen in Textform füttern, sondern kann auch mit vielen weiteren Medientypen umgehen – was vor allem durch den KI-Modus überhaupt erst möglich wird: Es lassen sich Bilder in zahlreichen Formaten hochladen, Textdateien hochladen, PDF-Dateien hochladen und mehr. Diese werden sofort analysiert und beschrieben, können aber auch in Kombination mit einer Anfrage verwendet werden.
Übrigens gibt es auch eine Seitenleiste mit der Möglichkeit, auf vergangene Anfragen zuzugreifen – sowohl auf Suchanfragen als auch Konversationen.
Google Lens
Neben der Websuche und dem KI-Modus ist auch Google Lens an Bord, das auf unterschiedlichen Wegen ausgeführt werden kann und sich ein wenig anders nutzen lässt. Während der Upload einer Datei automatisch den KI-Modus startet, lässt sich mit Google Lens der Displayinhalt auswerten. Dazu könnt ihr entweder den gesamten Displayinhalt freigeben, eine der aktiv genutzten Apps freigeben oder mit der Lens-Taste einen Rahmen um einen Bereich des Desktops ziehen.
Man kann Lens sicherlich als Circle-to-Search für den Desktop bezeichnen und es ist zu erwarten, dass man diese Funktion zukünftig noch tiefer in den Desktop integriert.
Google Drive
Bei der erstmaligen Einrichtung der App lässt sich festlegen, dass die Suchfunktion nicht nur das Web und die KI durchsuchen soll, sondern auch den Cloudspeicher Google Drive. Die Suche nach Clouddateien findet während der Eingabe statt, sodass ihr in der automatischen Vervollständigung auch Dateien vorgeschlagen bekommt. Diese lassen sich mit einem Klick auf das Ergebnis sofort öffnen – das geht sogar schneller als die Drive-Suchfunktion.
Lokale Dateisuche
Die App durchsucht nicht nur den Cloudspeicher Google Drive, sondern kann auch die lokale Festplatte nach Dateien und Ordnern durchsuchen. Diese werden ebenso wie die Clouddateien in den Vorschlägen gezeigt und lassen sich mit einem Klick öffnen. Interessanterweise kommt die App vollständig ohne einen Index aus und kann den lokalen Speicher sofort durchsuchen. Das funktioniert aus dem Stand schneller als die Dateisuche in Windows. Durchsucht werden derzeit nur Dateinamen und keine Dateiinhalte.
App-Launcher
Die Desktop-App durchsucht auch die Liste der installierten Apps und Verknüpfungen. Jede vorgeschlagene App, auf Basis der gefilterten Suchanfrage, lässt sich mit einem Klick auf den Eintrag starten. Damit fungiert die Anwendung auch als App-Launcher und könnte den Start von Apps schneller ausführen als die klassische Methode. Gerade für Apps und Verknüpfungen, die auf dem Desktop liegen, entfällt durch die schwebende App der Wechsel auf den Desktop.
Aufruf per Tastenkombination
Google versucht mit dieser App, eine neue Tastenkombination zu etablieren: Die App lässt sich nicht nur über den System-Tray starten, sondern steht mit der Tastenkombination ALT+Leertaste sofort zur Verfügung. Diese Kombination befindet sich auf den Marketingbilder, beim Download, bei der ersten Tour durch die App und sogar permanent in der Titelleiste. Es ist klar: Google will diese einfache Kombination in den Köpfen der Nutzer verankern. Pikant: Die beiden Tasten liegen direkt neben der Windows-Taste 🙂
Die App steht blitzschnell zur Eingabe bereit: Bei mir funktioniert es so schnell, dass ich sofort nach dem Druck der Tastenkombination die Suchanfrage eingeben kann.
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Derzeit steht die App nur in englischer Sprache und nur für Windows zur Verfügung. Eine Mac-Version ist in Arbeit und die App lässt sich auch hierzulande problemlos nutzen. Die Oberfläche ist zwar in Englisch gehalten, aber diese ist doch sehr dezent, kann ohne Englischkenntnisse genutzt werden und ihr könnt problemlos Suchanfragen in Deutsch eingeben und erhaltet auch deutsche Antworten. Es ist zu erwarten, dass Google die App in den nächsten Monaten stark ausbauen und bewerben wird.
» Hier geht es zur Google-App für Windows
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