Googles Messenger-Karussell: Das sind Googles vier (fünf) Messenger und Kommunikationsplattformen

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Googles Messenger-Karussell wird durch die Einstellung von Google Hangouts erstmals seit längerer Zeit zum Stillstand kommen und sich auf die dann bestehenden Kommunikationslösungen konzentrieren. Doch welche sind das überhaupt? Wer nicht in der Materie der Google-Messenger drinsteckt, hat längst den Überblick verloren. Vielleicht auch als kleine Bestandsaufnahme findet ihr in diesem Artikel alle aktuellen Google-Messenger im Überblick.


google messages ende zu ende verschlüsselung

Die Geschichte der Google-Messenger begann mit Google Talk und besteht seit dem Ende des vielleicht besten Google-Messengers aus zahlreichen Neustarts, Einstellungen, und Umbenennungen. Mit Google Hangouts wird man in Kürze den langlebigsten Messenger beerdigen und dessen Erbe mit vier weiteren Apps fortführen. Gerade im Business-Bereich spricht man nicht unbedingt von Messenger, der Einfachheit Halber bezeichne ich in diesem Artikel aber auch bspw. Google Meet als Messenger statt als “Videokonferenzlösung”.

Schauen wir uns einmal an, aus welchem Portfolio an Kommunikationslösungen interessierte Google-Nutzer derzeit wählen können:

Google Messages (Textnachrichten)
Google Messages ging aus der SMS-App hervor und trug schon die Bezeichnungen “Android Messages”, “Messages by Google” und “Google Messages”. Zur Zeit (glaube ich) ist die offizielle Schreibweise einfach nur “Messages”. Messages lässt sich auch heute noch als SMS-App verwenden, kombiniert dies aber mit RCS, dem Google nach vielen Jahren endlich zum Durchbruch verhelfen und eine starke Alternative zu WhatsApp schaffen will. Es lassen sich Textnachrichten versenden, Bilder und Dateien anhängen sowie Telefonate führen.

Messages ist nicht unbedingt aufregend, macht seine Sache aber gut und wird nur sehr langsam mit neuen Features versorgt. Wenn ich darauf wetten müsste, welcher Messenger als Letztes eingestellt wird, würde ich auf Messages tippen.

» Google Messages

Messages
Messages
Entwickler: Google LLC
Preis: Kostenlos




Google Duo (Videotelefonie)
Google Duo wurde 2016 im Verbund mit Google Allo gestartet und sollte dabei helfen, die Trennung aus Chat-Kommunikation und Videotelefonie zu etablieren. Allo ist längst Geschichte, aber Duo hat sehr lange Zeit überlebt und hat seine treue Fangemeinde gefunden, in der sich die Plattform großer Beliebtheit erfreut. Es bietet eine sehr einfache Möglichkeit zum Start der Videotelefonie auf Basis einer Telefonnummer oder des Google-Kontos. Der Funktionsumfang ist überschaubar, aber genau das macht die Popularität aus.

Allerdings ist die Weiterentwicklung von Duo in den letzten 12 Monaten eingeschlafen: Es gibt praktisch keine Neuerungen mehr, sondern nur noch Produktpflege. Der Eindruck kann täuschen und vielleicht ist Duo auch zu Ende entwickelt, aber die Gerüchte um eine Einstellung zugunsten von Google Meet reißen nicht ab.

» Google Duo

Google Duo
Google Duo
Entwickler: Google LLC
Preis: Kostenlos

Google Chat (Textnachrichten)
Google Chat richtete sich anfänglich an Business-Nutzer innerhalb von Workspace bzw. G Suite. Es ging aus Hangouts hervor und wurde bis Anfang 2020 als “Hangouts Chat” angeboten. Mittlerweile ist die Plattform für alle Privatnutzer geöffnet worden und wird in Kürze Google Hangouts ersetzen. Es ist ein einfacher Messenger, der unter anderem die Rooms als Zusatzfunktion bietet, aber abgesehen von kleineren Dingen nichts Besonderes vorweisen kann.

Weil Chat ein fester Bestandteil von Workspace ist, das sich an Unternehmen richtet, sind dessen Aussichten recht gut. Gerade Unternehmen dürften es schätzen, nicht ständig den Messenger wechseln zu müssen – so wie es die Privatnutzer bei Google tun müssen.

» Google Chat

Google Chat
Google Chat
Entwickler: Google LLC
Preis: Kostenlos

Google Hangouts
Google Hangouts ist der Methusalem unter den Google-Messengern. Das Produkt wurde schon 2013 gestartet und wird bis heute angeboten. In den letzten Jahren wurde Hangouts nur noch gepflegt, aber nicht mehr weiterentwickelt, weil es durch Chat ersetzt wird. Dieser Übergang hätte schon vor längerer Zeit abgeschlossen worden sein sollen, doch es gab immer wieder Verschiebungen. Als neuer Nutzer sollte man sich Hangouts nicht mehr ansehen, denn bis Ende 2021 soll endgültig Schluss sein. Aus Hangouts gingen die beiden “neuen” Messenger Google Chat und Google Meet hervor.

Hangouts war / ist noch ein Allrounder, der keine weitere App neben sich hatte und alle Formen der Kommunikation angeboten hat.

» Google Hangouts

Hangouts
Hangouts
Entwickler: Google LLC
Preis: Kostenlos




Google Meet
Google Meet ist die Videokonferenzlösung aus der Workspace-Cloud, die im vergangenen Jahr wenig überraschend einen steilen Aufstieg hingelegt hat. Vielleicht auch aufgrund der Corona-Pandemie hat man das Produkt für alle Privatnutzer geöffnet und damit einen direkten Konkurrenten für Google Duo geschaffen. Meet bietet einen anderen Einstieg als Duo, doch wenn die Verbindung erst einmal steht, sind die Produkte rein funktionell kaum voneinander zu unterscheiden: Zwei oder mehr Menschen setzen sich vor die Kamera und kommunizieren miteinander.

Google Meet ging ebenfalls aus Hangouts hervor und wurde bis Anfang 2020 in der Workspace-Umgebung als Google Hangouts Meet angeboten.

» Google Meet

Google Meet
Google Meet
Entwickler: Google LLC
Preis: Kostenlos

GMail
GMail ist kein Messenger, spielte aber immer wieder eine Rolle in der schnellen Kommunikation. Schon kurz nach dem Start der E-Mail-Plattform gab es den GMail Chat, der heute über die extern eingebundenen Plattformen angeboten wird: Google Meet, Google Chat und auch Google Hangouts lassen sich integrieren und auch wieder ausblenden. Messages und Duo waren niemals integriert, obwohl sich auch GMail in erster Linie an Privatnutzer wendet.


Natürlich gibt es noch weitere Chatdienste im Google-Universum, die aber nicht in diese Auflistung passen: Der Google Docs-Chat für jedes einzelne Dokument, der Stadia-Chat, der YouTube-Chat und sogar in Google Maps ist mittlerweile eine Kommunikationslösung integriert. Diese hier alle aufzulisten würde den Rahmen sprengen, aber ich denke, dass die Auswahl auch jetzt schon groß genug ist 🙂

» Google Chat und Google Meet in GMail: Unnötige interne Business-Konkurrenz – was ist mit Messages und Duo?

» WhatsApp: So funktioniert die die neue Einmalansicht – Empfänger kann Bilder & Videos nur einmal betrachten (FAQ)


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comment 2 Kommentare zum Thema "Googles Messenger-Karussell: Das sind Googles vier (fünf) Messenger und Kommunikationsplattformen"

  • Zu Google-Chat /Chatrooms: “Es ist ein einfacher Messenger, der unter anderem die Rooms als Zusatzfunktion bietet, aber abgesehen von kleineren Dingen nichts Besonderes vorweisen kann.”

    Das sehe ich völlig anders. Google Chats mag spartanisch wirken. WAS aber, wenn ich mit meinen Chatpartnern Chat-Rooms öffne? Ich meine in Sachen Funktionalität große Spitze und üppig mit allem ausgestattet.. Koppelung auf Drive, eigene oder gemeinsam Dokumente entwerfen. Kalenderintegration, Meet, Dateien und Bilder ab PC hochladen usw.. Wer bietet mehr?

  • So mies wie RCS umgesetzt ist, wird es möglicherweise der nächste Kandidat für Googles Friedhof. Wobei, RCS gehört nicht Google, es wurde von ihnen nur vorangetrieben. Aber da ist noch viel zu tun!

    Die Web-Version verbindet sich sehr unzuverlässig. Alleine deswegen kann ich meine Freunde und Bekannten verstehen, wenn sie RCS als Mist bezeichnen. Ist es derzeit auch.
    RCS muss erst separat freigeschalten werden, indem man die Telefonnummer bestätigt. Ahm, die eigene Telefonnummer des eigenen Telefons unter der eigenen Nummer bestätigen? Wer lässt eich sowas einfallen?
    Der Dienst wird auch nicht beworben. Kennen die meisten gar nicht.

    Keine Ahnung, wie man sich das vorstellt, aber wen man ein Produkt so lieblos aus den Markt wirft, kann es eigentlich nur scheitern.

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