Google Drive: Kostenloser Speicherplatz wird eingestellt – das ändert sich ab 1. Juni beim Cloudspeicher (FAQ)

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In knapp sechs Wochen wird es große Änderungen beim kostenlosen Google-Speicherplatz geben – das dürfte vielen Nutzern hoffentlich mittlerweile bekannt sein. Doch während sich die Aufmerksamkeit vor allem auf Google Fotos richtet, wird Google Drive gerne vergessen – dabei ist es je nach Nutzung ein ebenso großer Speicherfresser. Auch der kostenlose Speicherplatz bei Google Drive wird ab 1. Juni vollständig gestrichen. Hier bekommt ihr alle Details.


google drive new logo 2020

Nutzer von Google Fotos und Google Drive konnten viele Jahre im Speicherplatz-Paradies leben, denn unter gewissen Umständen stand dieser vollkommen kostenlos unbegrenzt zur Verfügung. Ein Fass ohne Boden, das keine Daten verloren hat. Doch das kann oder will Google nun nicht mehr bieten und wird alle Nutzer zur Umstellung zwingen – auf die eine oder andere Weise. Entweder weniger Speicherplatz verbrauchen, häufiger aufräumen oder löschen oder eben zusätzlichen Speicherplatz bei Google One kaufen.

Die Änderungen bei Google Fotos haben wir euch bereits ausführlich in diesem Artikel gezeigt und dürften dazu führen, dass viele Nutzer das automatische Backup deaktivieren oder sich vorsorglich schon einmal nach den Speicherpreisen erkundigen oder nach Alternativen umsehen. Aber auch Google Drive bot bisher kostenlosen Speicherplatz, was dem einen oder anderen Nutzer bisher vielleicht gar nicht bewusst gewesen ist. Aus diesem Grund ist auch der Aufschrei bei Google Drive deutlich kleiner.

Die von den Nutzern hochgeladenen Dateien aller Art wurden schon immer vom Speicherplatz-Kontingent abgezogen, doch die Dateien in den Google-Formaten waren bisher kostenlos. Das wird sich mit Anfang Juni ändern und dafür sorgen, dass vielleicht auch dabei einige Nutzer ihr Verhalten umstellen müssen.


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Die aktuelle Situation
Bisher zieht Google nur die Dateien vom Speicherplatz-Kontingent ab, die vom Nutzer hochgeladen wurden und nicht in einem Google-Format vorliegen. Bei den Google-Formaten handelt es sich hauptsächlich um die Dateien der Dokument-Apps, die den Speicherplatz bisher vollkommen kostenlos und ohne bekannte Grenzen nutzen konnten. Dabei geht es natürlich nicht um die wenigen Zeichen, Tabellen und Formeln – die in ihrer Dateigröße kaum erwähnenswert wären – sondern vor allem um die darin eingebetteten Medien-Dateien.

Das ändert sich ab 1. Juni
Ab dem 1. Juni werden auch diese bisher kostenlosen Dokument-Formate auf den Speicherplatz angerechnet bzw. vom verfügbaren Kontingent abgezogen. Das gilt für alle Dateien, die ab dem 1. Juni hochgeladen oder bearbeitet werden. Bearbeitet ihr also ein älteres Dokument, wird es nach der Bearbeitung automatisch angerechnet. Das solltet ihr beachten wenn ihr Dateien mit großen eingebetteten Medien habt.

Dateien, die in Apps für das gemeinsame Ausarbeiten von Inhalten erstellt oder bearbeitet wurden, z. B. in Google Docs, Google Tabellen, Google Präsentationen, Google Zeichnungen, Google Formulare und Jamboard.
– Nur Dateien, die nach dem 1. Juni 2021 erstellt oder bearbeitet wurden, werden auf Ihr Kontingent angerechnet.
– Bei Dateien, die vor dem 1. Juni 2021 hochgeladen oder zuletzt bearbeitet wurden, erfolgt hingegen keine Anrechnung.

Problematisch daran ist, dass sich die Dateigröße bisher nicht ohne Weiteres herausfinden lässt. Gut möglich, dass sich das ab dem 1. Juni ändert.

Welche Produkte sind betroffen?
Google Docs, Google Tabellen, Googel Präsentationen, Google Zeichnungen, Google Formulare, Google Sites und Jamboard.

Was wird vom Speicher abgezogen?
Jedes Google-Dokument verfügt über eine sehr lange Revisionsliste und kann dadurch Änderungen sichtbar machen oder wieder Zurücknehmen. Leider wird Google in diesem Punkt nicht ganz deutlich, ob auch diese Revisionen als Teil des Dokument-Speichers abgelegt und somit vom Kontingent abgezogen werden. Bei wenigen Zeichen wäre das nicht tragisch, doch bei einem über Jahre gewachsenen Dokument kommt da schon was zusammen. Vor allem, wenn eventuell Medien eingefügt und später wieder entfernt wurden. Bleibt zu hoffen, dass Google da noch etwas deutlicher wird.




Wie kann ich Speicherplatz sparen?
Achtet darauf, dass ihr bei eingefügten Medien nicht mit Kanonen auf Spatzen schießt. Eine Grafik in einem Dokument muss keine Megabyte-Schleuder sein, sondern kann in den meisten Fällen deutlich in der Größe reduziert oder vor dem Upload in ein anderes Format umgewandelt werden. Es mag Ausnahmen geben, aber wer etwas darauf achtet, kann schon viel einsparen.

Viel mehr Tipps gibt es leider nicht, außer das Löschen unnötiger Dateien. Ihr müsst nun aber nicht eure Lebensläufe, Bewerbungsschreiben oder Kochrezepte durchforsten, denn diese sind meist nur wenige KB groß und fallen nicht ins Gewicht. Eine Säuberungs-Aktion bei Google Fotos oder auch in GMail dürfte da sehr viel effektiver sein. Das hängt aber natürlich von eurem Nutzungsprofil ab und lässt sich allgemein schwer bewerten.

Speicherplatz kaufen
Wer sich keine Gedanken machen oder einschränken möchte, wird um den Kauf von zusätzlichem Speicherplatz nicht herum kommen. Dies könnt ihr bei Google One tun, wo es eine Auswahl an Kontingent-Größen mit zusätzlichen Vorteilen gibt. Eine Übersicht haben wir euch erst kürzlich in diesem Artikel gezeigt. Beachtet bitte, dass auch große E-Mails bei GMail und natürlich das Google Fotos-Backup euren Speicher volllaufen lassen können und somit auch Google Drive bei Überschreitung der Grenzwerte nicht mehr nutzbar ist.

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[Google Support]


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comment 8 Kommentare zum Thema "Google Drive: Kostenloser Speicherplatz wird eingestellt – das ändert sich ab 1. Juni beim Cloudspeicher (FAQ)"

  • Text und Überschrift sind jetzt irgendwie ein bisschen missverständlich – das gilt demnach also aber nicht für die 15 GB Kontingent, die einem von jeher gegeben wurden? Mein Bruder nutzt nur die, und wir teilen dort ein paar Ordner.

    • Die 15 GB bleiben als gemeinsames Kontingent, haben aber nicht direkt etwas mit Drive zu tun. Bisher gab es den Speicherplatz für die Dokumente kostenlos oben drauf – das ist ab dem 1. Juni nicht mehr der Fall.

  • Die 15GB sind doch,oder gehören doch auch zum kostenlose Speicher,bereitgestellt von Google…🤔

    Ich denke auch dieser wird dem zum Opfer fallen ,wie ich es verstanden haben .

  • Wo speichert WhatsApp dann das Backup, wenn Google Drive mit dem kostenlosen Speicherplatz eingestellt wird?

  • Ich bekomme ständig Meldungen, dass ich fast 90% erreicht habe und es bald knapp werden wird.

    Doch konnte ich es mir nicht erklären. Google Photos nutze ich nicht wirklich und mein Google Mail Konto braucht gerade mal 5 GB.

    Also habe ich mal ein Takeout angefordert. Und die Quelle gefunden.

    In meinem Hangout-Takout-Ordner sind einige (seltsamerweise alle falsch benannte) JPG-Dateien, welche eigentlich MP4 Videos sind, welche bis zu 800 MB gross sind.

    Diese Videos brauche ich dort auch nicht mehr, sind sie Uralt und werden nie wieder angeschaut.

    Und diese werden scheinbar aber Google Photos zugewordnet.

    Doch gefunden habe ich sie bisher dort noch nicht.

    Weder in Google Photos noch in Google Mail. Und in Hangout müsste ich Jahre zurückspulen. Doch hier kann man eh nichts mehr rauslöschen.

    Bisschien frech finde ich das ganze schon.

    FÜr mich heist das eigentlich nun: HANGOUT NIE WIEDER VERWENDEN. Leider! :-/

  • Die Healine sind reine Fake News! Weil die Google Docs nun angerechnet werden, heisst das nicht, dass der kostenlose Speicherplatz von Drive eingestellt wird. Habt Ihr es nötige, schreierisch aufzutreten?

    • Wieso sind das Fake News – was ohnehin ein sehr harter Begriff ist, den man nicht für einen solchen Blödsinn verwenden sollte.

      Die 15 Gigabyte Speicherplatz gelten für GMail, Google Fotos und Google Drive – ein gemeinsames Kontingent. Alle Dienste knabbern von diesem Kontingent ab. Bisher war das bei den Google Drive-Dokumenten nicht der Fall – ab dem 1. Juni ist dies der Fall. Das bedeutet, dass jedes zusätzliche Byte nun Speicherplatz kostet. “Kosten” muss nicht immer etwas mit Geld zu tun haben.

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