Finanzielle Sorgen: Google-Mutter Alphabet hat zu viel Geld; Größere Übernahmen wahrscheinlich – aber wen?

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Vor wenigen Tagen hat die Google-Mutter Alphabet ihre Quartalszahlen vorgelegt und konnte selbst im schwierigen dritten Quartal den Umsatz enorm steigern – dank der Gelddruckmaschine Google. Die immer neuen Rekorde der vergangenen Jahre haben allerdings auch dazu geführt, dass Alphabet ein finanzielles Problem der ganz besonderen Art hat: Alphabet hat zu viel Geld und ist nun fast schon dazu gezwungen, größere Übernahmen zu stemmen. Der erste Schritt wurde ja am Freitag mit der Übernahme von Fitbit getan.


Die Alphabet Holding wurde im Oktober 2015 gegründet und besteht nach wie vor allem aus vielen Projekten, die unter dem Dach von Google gestartet wurden sowie aus der Google Inc. selbst. Man kann also sagen, dass Google nach wie vor das Herz, das Hirn sowie der Motor der Alphabet Holding ist – obwohl sich das natürlich irgendwann ändern soll. Zwar befinden sich einige Alphabet-Projekte derzeit in interessanten Phasen, aber bis eines davon auch nur annähernd die Bedeutung von Google erlangt, dürfte es noch viele Jahre dauern.

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Vor einigen Monaten wurde bekannt, dass Alphabet das Unternehmen mit den größten Bargeldreserven weltweit ist und über mehr flüssige Mittel als die nach Börsenwert wertvolleren Unternehmen Amazon, Apple und Microsoft verfügt. Schon vor Jahren wurde das Luxus-Problem von Alphabet bzw. damals noch Google angeprangert, dass das Unternehmen zu viel Geld auf der hohen Kante hat und dieses nicht investiert. Gleichzeitig wurde kritisiert, dass die vielen Moonshot-Projekte eine reine Geldverbrennung sind.

Das „Problem“ ist nun noch größer geworden, denn mittlerweile hat Alphabet 121 Milliarden Dollar auf dem Bankkonto und schon im nächsten Quartal wird das Vermögen mit Sicherheit weiter angewachsen sein. Nun könnte Alphabet einfach den Apple-Weg gehen und im ganz großen Stil für viele Milliarden Dollar eigene Aktien kaufen – aber das ist, wie die Vergangenheit gezeigt hat, nicht unbedingt der Weg, den Alphabet gehen würde. Weil weitere teure Projekte den Gewinn noch stärker belasten bleiben also nur Übernahmen – und tatsächlich warten alle Beobachter seit Jahren auf riesige Alphabet-Übernahmen. Mit der Übernahme von Fitbit für 2,1 Milliarden Dollar ist zumindest mal ein laues Lüftchen über das Bankkonto gefegt.

Der damalige Google-CEO und Alphabet-Chairman Eric Schmidt, der seinen Posten mittlerweile geräumt hat, hat schon im Jahr 2015 anklingen lassen, dass Alphabet schon bald „aus sehr viel mehr Unternehmen“ bestehen wird. Dazu gekommen ist es aber bis heute nicht. An den finanziellen Mitteln scheitert es jedenfalls nicht.



Zwei Übernahmen stehen im Raum
Aktuell gibt es zwei Übernahmekandidaten, wobei die eine erst am Freitag unter Dach und Fach gebracht wurde. Google möchte Fitbit übernehmen und dürfte dabei keine Steine in den Weg gelegt bekommen. 2,1 Milliarden Dollar will man sich das kosten lassen. Abgeschlossen ist die Übernahme aber noch nicht, also halten wir sie für diesen Artikel einfach mal in der Schwebe. Zum anderen soll die Übernahme von Firework anstehen- einem populären Konkurrenten des noch sehr viel populäreren Netzwerks TikTok. Über den Stand dieser Verhandlungen ist nichts bekannt, möglicherweise wird aber auch hier bald ein Deal vermeldet werden können.

Im Hinblick auf die Barreserven sind bzw. wären das eher kleine Übernahmen, die problemlos gestemmt werden können. Bis auf diese beiden Übernahmen hat Google und auch Alphabet schon seit längerer Zeit kein Unternehmen oder Produkt mehr übernommen, das größere Wellen geschlagen hätte – obwohl die Branche seit Jahren darauf wartet. Wie die Zahlen zeigen, kommt man offenbar auch sehr gut aus eigener Kraft voran und ist nicht auf den Zukauf von neuen Umsatzbringern oder Technologien angewiesen. Vor einigen Monaten haben wir euch eine Liste von Unternehmen gezeigt, die Google übernehmen wollte – aus denen aber bisher nichts geworden ist.

Machen wir uns also mal kurz Gedanken darüber, welche Unternehmen derzeit gut in das Portfolio von Google oder Alphabet passen würden und etwas mehr Budget als die Kaffeekasse von Larry Page erfordern würden.

Potenzielle Übernahmekandidaten

Twitter
Twitter ist quasi seit der Gründung auf der Suche nach der eigenen Identität und hat sie bis heute nicht wirklich gefunden. Zwar ist das Netzwerk beliebt wie eh und je und aus der modernen Kommunikation überhaupt nicht mehr wegzudenken, aber den großen Umsatz-Turbo hat man bis heute nicht gefunden. Gerüchte über eine Twitter-Übernahme durch Google gibt es praktisch im Jahrestakt, also frischen wir das Gerücht eben einfach nochmal auf 🙂

Electronic Arts
Schon seit einigen Monaten gibt es Gerüchte, nach denen der Spieleriese zum Verkauf stehen soll – an dem unter anderem Microsoft Interesse angemeldet haben soll. Nachdem Google durch Stadia einen neuen Fokus auf Spiele hat und in den Games Studios eigene Titel entwickeln will, wäre eine Übernahme eines großen Publishers und Entwicklers durchaus denkbar. Google möchte vor allem mit großen Titeln und Exklusivmarken glänzen und schon von Beginn an ließ man immer wieder mal durchblicken, dass dafür durchaus auch größere Übernahmen geplant sein könnten.

EA ließe sich natürlich auch beliebig durch weitere Giganten wie Activision Blizzard oder Ubisoft ersetzen, aber diese Unternehmen stehen nicht zum Verkauf. Das nötige Kleingeld hätten Alphabet und Google aber auf jeden Fall.

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Tesla
Tesla ist mittlerweile der wertvollste Autobauer der USA und hat sich längst etabliert, allerdings auf extrem wackligen Füßen und einem finanziellen Gerüst aus Zahnstochern. Immer wieder wird der Zusammenbruch von Tesla prognostiziert, der aber natürlich nur dazu führen würde, dass ein anderer Konzern nach der populären Marke greift. Tesla würde sehr gut in das Mobility-Business von Alphabet passen und ergänzt mit weiteren Geschäftsfeldern wie den Solarpaneelen auch weitere Bereiche von Alphabet. Vielleicht sogar der beste Übernahmekandidat für Alphabet.

SpaceX
Elon Musk darf sich gleich doppelt freuen: SpaceX ist eines der drei großen Untenehmen, die mit der Eroberung des Weltraums beginnen – wobei gerade SpaceX enorm große Träume und Ziele hat, die sich rein finanziell kaum verwirklichen lassen – wie etwa das gigantische StarLink-Netzwerk. Wenn Alphabet ein Unternehmen sucht, in das endlos Geld gepumpt werden kann, dann ist es SpaceX 😉


Weitere Vorschläge und Inspirationen für mögliche Übernahmekandidaten gerne in die Kommentare. Vielleicht liest Larry Page ja mit und lässt sich von einem der Unternehmen begeistern und öffnet endlich mal die seit langer Zeit verschlossene Geldbörse 😉

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comment 3 Kommentare zum Thema "Finanzielle Sorgen: Google-Mutter Alphabet hat zu viel Geld; Größere Übernahmen wahrscheinlich – aber wen?"

  • Wie wäre es mit einem eigenen Mobilfunknetz was in möglichst vielen Ländern der Welt bereits vertreten ist? Oft gibt es das passende Festnetz auch noch direkt mit dazu. Vodafone soll zb gerade günstig zu haben sein 😀

    • Das dümmste was sie jetzt bringen können das ist Tesla nicht zu übernehmen mittlerweile ist jedem der Name Tesla ein Begriff und das auch ohne die Hilfe von Googles Kernkompetenzen dem Marketing! Der kauf von Tesla würde sie von Heute auf morgen an die Spitze der Automobilindustrie bringen. Mit genügend Geld kann man Elon Musk sicher ihre Lidar Waymo Entwicklung schmackhaft machen.

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