Alexa überall: Google droht gegen Amazons große Echo Smart Home-Schlacht unterzugehen (Kommentar)

assistant 

Außerhalb Chinas gibt es derzeit nur zwei große Smart Home-Plattformen, deren Geräte und Sprachassistenten um die Gunst der Nutzer buhlen. Während Google und Amazon lange Zeit eine sehr ähnliche Strategie verfolgt haben, ist spätestens seit dieser Woche klar, dass die beiden Unternehmen mittlerweile auf ihre ganz eigenen Stärken setzen. Amazon hat massenhaft neue Alexa-Hardware vorgestellt. Google muss allerdings aufpassen, gegen die Hardware-Übermacht von Amazon nicht den Anschluss zu verlieren.


Sprachassistenten sind längst keine neue Erscheinung, denn grundlegend gab es sie bereits in den 90ern, als die Sprachsteuerung des Computers noch wie Hexerei anmutete und die Nutzer möglichst deutlich ihre Anweisungen in das Mikrofon gebrüllt haben. Heute sieht das etwas anders aus, denn der Google Assistant, Amazons Alexa oder auch Apples Siri und weitere Lösungen wie Cortana oder Bixby sind allgegenwärtig und haben mit den Smart Speakern den Sprung vom Smartphone in das Wohnzimmer geschafft.

amazon echo

Was Google alles weiß: Hier könnt ihr alle Sprachbefehle an den Google Assistant sehen, anhören & löschen

Amazon hat in dieser Wochen eine wahre Hardware-Schlacht veranstaltet und unzählige Geräte vorgestellt, auf denen die Sprachassistentin Alexa zu finden ist. Die neuen großen Echo-Lautsprecher und auch die mittlerweile vierte Generation des Echo Dot mit Uhrzeit-Anzeige war nicht überraschend, aber Amazon möchte sehr viel mehr Bereiche abdecken. Und so gibt es nun farbige Alexa-Lampen, sehr kleine smarte Alexa-Steckdosen aber natürlich auch ein neues Echo Smart Display.

Das kann man sich noch einreden lassen, aber Amazon hat schon seit einiger Zeit eine Alexa-Mikrowelle im Angebot und ergänzt diese neue Palette nun um einen Alexa-Ofen und hat auch eine Alexa-Brille sowie einen Alexa-Ring im Sortiment. Das ist zwar alles unglaublich praktisch, aber irgendwann haben die Menschen wohl ein Dutzend Geräte zu Hause, auf denen die Sprachassistentin ständig auf Anweisungen wartet und der Nutzer muss sich entscheiden, ob er mit seinem Lautsprecher, der Brille, dem Ring oder gar der Mikrowelle reden möchte.

Man kann davon halten was man will, aber es zeigt sich eindeutig, dass Amazon keine Kosten und Mühen scheut, um den Google Assistant und die neue Konkurrenz aus China auf Abstand zu halten. Und es ist nur eine Frage der Zeit, bis viele weitere Produkte des Konzerns mit der Sprachassistentin ausgestattet werden.



Google Nest Wifi Mini

Und was macht Google? Google hat nach wie vor den drei Jahre alten Google Home Smart Speaker sowie den Google Home Mini im Angebot und rundet das Paket mit dem Google Home Max ab. Das war dann eigentlich schon alles, denn die Smart Displays werden trotz großer Pläne wohl erst im nächsten Jahr durchstarten – wenn überhaupt. Natürlich zählt Klasse statt Masse, doch allein schon der Vergleich der beiden Fotos in diesem Artikel zeigt, dass Google unterzugehen droht.

Google legt zaghaft nach
Und was ist in diesem Jahr zu erwarten? Ein Google Nest Mini Smart Speaker ist so gut wie sicher. Der neue Google Nest Wifi Router wird den Assistenten im Gepäck haben und in puncto Smart Display werden wir vielleicht auch etwas Neues hören. Ob es einen neuen mittelgroßen Smart Speaker geben wird, einen Nachfolger des erfolgreichen Google Home, steht noch in den Sternen. Bis auf ein Fantasie-Renderbild eines Hobbby-Designers haben wir bisher noch nichts gesehen.

Während Amazon die eigene Sprachassistentin auf immer neue Geräte bringt, legt Google also nur mit neuen Generationen von bereits bekannten Produkten nach. Natürlich profitiert Google von der Vorherrschaft auf dem Smartphone, auf dem Amazons Alexa kaum eine Rolle spielt, aber sichtbare Produkte sind im Smart Home allein schon aus psychologischer Sicht sehr wichtig. Google muss keine Mikrowellen herstellen, aber mehr Hardware-Partner in vielleicht auch abstrakten Bereichen wären nun sehr wichtig.

Amazon profitiert davon, der weltgrößte Onlinehändler zu sein, der die Produkte direkt an den Mann und die Frau bringt. Das Unternehmen weiß wie kein Zweites darüber Bescheid, was die Kunden wollen, was sie ansehen und kann natürlich entsprechend die eigenen Produkte pushen. Die Brille verkauft sich nicht? Dann ab auf die Amazon-Startseite, eine Aktion fahren und schon wird sie kistenweise aus dem Lager getragen. Schlussendlich darf man nicht vergessen, dass alle Produkte auch von der Alexa-Abteilung subventioniert werden können.

An diesem Punkt kann Google nicht mithalten, denn der hauseigene Google Store ist zwar prominent auf der Startseite verlinkt, spielt aber im globalen Handel absolut keine Rolle. Dass man derzeit massenweise Google Home Mini verschenkt, spricht auch nicht unbedingt dafür, dass sich die Geräte noch gut verkaufen. Eine neue Generation muss dringend her, aber diese kommt bekanntlich schon in wenigen Wochen.



google home 2 mockup

Keines der fünf großen Smart Home-Unternehmen hat in diesem Jahr mehr Marktanteile verloren als Google. Innerhalb eines Jahres hat Google den globalen Marktanteil halbiert und die vor der Tür stehende Generation wird möglicherweise nicht ausreichen, um diesen Trend umzukehren – denn bis auf kleinere Verbesserungen bieten sie nichts neues und innovatives gegenüber der jeweils ersten Generation. Amazon wird in den kommenden Monaten mit Sicherheit die Oberhand behalten.

Google profitiert von den Smartphones und wird allein dadurch den Google Assistant weiter an der Spitze halten können, aber das Smart Home ist langfristig ein vielleicht noch wichtigerer Markt. Nach einem guten Start, den Google zweifelsohne in den letzten drei Jahren von Null hingelegt hat, sollte man sich jetzt nicht die Butter vom Brot nehmen lassen. Dass erst vor wenigen Tagen der Google Assistant für alle Chromebooks freigegeben wurde, zeigt aber mal wieder, dass Googles Handbremsen-Strategie nicht immer die Beste ist.

Hoffen wir einfach, dass sich auch Google Hardware-Abteilung das Amazon-Event angesehen hat und daraus Schlüsse zieht, wie man aufregendere Produkte als nur neue Smart Speaker und Smart Displays auf den Markt bringen kann. Aber auch bei den Pixel 4-Smartphones hat es bis zur vierten Generation gedauert, bis sie endlich erwachsen werden und der Konkurrenz in mehreren Punkten – auch in puncto Hardware – voraus sind.

Siehe auch
» Xbox Action: Der Google Assistant kann jetzt auch die Xbox One steuern – das sind die neuen Möglichkeiten

» Google Home 2: So könnte Googles neuer Smart Speaker mit Smart Display & Kamera aussehen (Galerie)

Pixel 4: Hier gibt es alle exklusiven Apps zum Download – Pixel Launcher, Pixel Themes, Google Kamera & mehr


Pixel 4: Das sind Googles neue interaktive ‚Come Alive‘ Wallpaper – für alle Smartphones als APK Download


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comment 12 Kommentare zum Thema "Alexa überall: Google droht gegen Amazons große Echo Smart Home-Schlacht unterzugehen (Kommentar)"

  • Es ist meiner Meinung nach nicht nur die Masse an Geräten. Ich habe vor ein paar Jahren auf einem Event Google Home Lautsprecher geschenkt bekommen und bin trotzdem im gesamten Haus auf Alexa umgestiegen. Hierfür gab es – für mich persönlich – mehrere Gründe.

    1. Alexa hat mehr „Persönlichkeit“
    Klar.. das Ganze ist Technik und die sollte man nicht unbedingt vermenschlichen. Aber Persönlichkeit ist trotzdem wichtig, um von den Nutzern angenommen zu werden. Hier spreche ich nun je nach Bedarf mit einer Siri, Alexa oder Cortana (gut, die ist wohl zu vernachlässigen). Bei Google ist das nicht der Fall. Hier muss ich noch immer ein völlig unpersönliches „OK Google“ verwenden. Statt mit einer fiktiven Person, muss ich also direkt einen Konzern ansprechen. Das macht es sehr unpersönlich und unsympathisch. Das fängt übrigens schon bei der schlechten Stimme/Aussprache an.

    2. Alexa funktioniert besser
    Ja, auf dem Papier kann der Google Assi eine ganze Menge und vielleicht sogar mehr als Alexa. Aber was nutzt eine theoretische Überlegenheit, wenn bei dem gepatzt wird, was der Kunde wirklich haben will. Wenn ich nur 10% der Fähigkeiten ausnutze, diese 10% aber bei dem einen besser funktionieren als bei dem anderen, ist es mir völlig egal, ob der „Verlierer“ theoretisch mehr kann. Und meine Erfahrung ist, dass Alexa hier bessere Dienste leistet als Google. Nicht zuletzt aufgrund der Skills.

    3. Bessere Hardware
    Mein Echo klingt besser als mein Google Home. Das mag an meiner Musik liegen, ist für mich aber einfach so. Zudem lässt sich mein Fire TV besser bedienen als mein Chromecast. Ich habe eine Fernbedienung, die gleichzeitig noch den Fernseher steuern kann (ein/aus, Lautstärke, Umschalten) und muss nicht jedes Mal das Smartphone zücken, um ein Lied weiter zu springen oder das nächste Video auf YT zu starten.

    4. Offen für Dienste
    Alexa „schluckt“ alles. Kalender vom iPhone aus der iCloud? Kein Problem. Meinen G Suite Account einbinden? Auch kein Problem. Der Google Assistant tut all das nicht. Hier will man mir einen Google-Account aufzwingen, bei dem ich dann direkt wieder via TOS meine Einwilligung gebe, alles zu scannen und meine Daten zu verwenden. Das Problem habe ich mit G Suite nicht – das unterstützt Google aber gar nicht, auch wenn es aus dem eigenen Hause kommt. Wie verrückt ist das bitte? Ich kann also meinen eigenen Google Account nicht mit meinen Google Devices nutzen. Bei Firmen macht das sicher noch Sinn – bei privaten Nutzern der G Suite oder Einzelunternehmen sollte das allerdings optional möglich sein. Hier stellen sich sowohl Alexa als auch Siri ganz anders an. Mit beiden kann ich Kalender aus Exchange-Accounts bedienen, Mails aus G Suite nutzen und Erinnerungen oder den Familienkalender der iCloud.

    Es gibt also durchaus mehrere Gründe, wieso Google (in meinem persönlichen Empfinden) nicht gegen Amazon mit Alexa ankommt. Und das liegt nicht nur an der Menge der gebotenen Geräte von Amazon.

  • Was Hardware angeht, ist Google meiner Meinung nach ohnehin in fast allen Bereichen irgendwie im Winterschlaf…seit einigen Wintern. Sie verschlafen jeden Trend, haben keine Lust auf Smartwatches (was ziemlich dumm ist, man frage mal im Appleversum nach – viele würden NUR wegen der Watch nicht auf ein Android wechseln, weil schlicht und einfach eine gleichwertige Alternative fehlt, nur halbgare Lösungen verschiedener mehr oder weniger guter Hersteller).

    Das Pixel 4 droht eines der unspektakulärsten Smartphones des Jahres zu werden – Unnützer Soli-Chip für 2 Stunden Beschäftigung, bis das Gadget langweilt? Sorry, ist das alles? Und das alles wieder bei über 800€ ansetzen? Das ist ein Witz.

    Ich hoffe sehr, dass Google beim Event noch einigermaßen überraschen kann, vor einigen Monaten und nach den ersten Gerüchten nach dem Pixel 3 Release habe ich persönlich damit gerechnet, dass das Pixel 4 ein Kracher wird…

  • Amazon macht es einfach richtig in dem sie sich ziemlich breit aufstellen und „halbwegs“ Flott neue Features und Möglichkeiten bringen – in Kombination mit einem fairen Hardware Preis. Ich verwende die Echos zum Beispiel auch für Text to Speech Output via ioBroker – das ist soweit ich weiß mit anderen Systemen nicht so einfach möglich wie es bei Amazon der Fall ist.
    Meiner Meinung nach hat Google den Anschluss verloren, aber noch viel mehr Apple weil deren HomeKit Systemen von einem großen Teil der Hardware gar nicht erst unterstützt wird und bei Siri seit Jahren nichts passiert. Amazon hingegen hat vieles richtig gemacht.
    Eigentlich finde ich es auch ganz beruhigend dass sich so der Markt ein wenig aufteilt.

  • Also ein Google Home (nicht der Mini) klingt schön Basslastig. Manche mögen es, manche nicht.

    Die Stimmen sind grausam. Hier sollte Google wirklich endlich mal die neuen Stimmen einführen!
    Alexa singt bedeutend besser.

    Doch Alexa weiss sehr genau was du wo wann eingekauft hast. Hat immer deine Kreditkarten/Bankdaten im Hintergrund und weiss so auch 100% wer du genau bist. Das könnte Google auch. Aber hier kann man auch ohne KK arbeiten.

    Und das ist auch der Grund warum ich Homes nutze und die Alexa nicht benutze.
    Auf einem FireTV kann man sie ja manchmal ausprobieren aber ich finde nicht das sie besser als Google arbeitet. Eher schlimmer.

    Was mich aber sehr an Google stört ist der Rufname. Ich kann OK Google oder Hey Google echt nicht mehr hören!
    Bitte ändert das mal liebes Google Team. „Hey Computer“, „Computer“ oder sowas. Wie wir es von StarTrek schon gewöhnt sind ^^

  • Was ich noch nicht verstanden habe: Google Stand, Smartphone drauf und ich habe doch alles was ich brauche, oder? Ich kann doch dann alle Smarthome-Geräte steuern die mit dem Google Assistenten kompatibel sind, oder?
    Also wofür, bitte, benötige ich dieses ganze Hardware-Zeug? Was kann ein Mini mehr als mein Smartphone? Was kann der Home Max (oder wie er heißt) mehr als mein Smartphone?
    Ich verstehe nicht, wozu ich mir diese ganzen Geräte kaufen soll, wenn ich doch sowieso eines habe, das alles das kann, was auch die Geräte können.

    • Hallo Thomas

      Ich bin ehrlich gesagt unsicher, ob du das Ernst meinst oder eher als Spaß, im Sinne von Trollen. Da ich dir keinesfalls Unrecht tun will, werde ich es dennoch gerne beantworten.

      Es gibt unzählige Gründe, wieso ein solcher Lautsprecher besser geeignet ist als ein Smartphone mit Stand:

      1. Der Ton/Klang
      Das Smartphone hat kaum Resonanzkörper und auch wenn ein Home Mini oder Echo Dot keine vollwertige Musikanlage ersetzen kann, ist das Ton absolut akzeptabel, um einen Raum zu beschallen oder auch mit Freunden Musik zu hören. Da kommen auch Smartphones mit relativ gutem Klang nicht mit,

      2. Der Aufstellort
      Den Lautsprecher stellst du dort hin, wo er am besten klingt. Mitte des Raumes, unter eine Schräge, etc. Das Smartphone wirst du aber vermutlich immer bei dir haben. Dann ist die Musik für dich angenehm laut, für andere aber eventuell zu leise.

      3. Die Nutzung
      Dein Smartphone benutzt du. Du wirst es vermutlich nicht immer nur im Stand lassen. Es kommen Nachrichten an, du googelst etwas, usw. Dafür musst du es jedes Mal in die Hand nehmen. Das stört natürlich die Wiedergabe. Zudem unterbrechen Benachrichtigungen die Wiedergabe der Musik, was besonders dann extrem stört, wenn man nicht alleine ist.Oder du schaltest auf lautlos, bemerkst dann aber u.U. selbst nicht, wenn Nachrichten ankommen.

      4. Mitbenutzer
      Wenn du Frau und Kind(er) hast, möchten die ja vielleicht auch mal Musik hören oder den Assistenten etwas fragen. Sollen die dann jedes Mal auf dein Handy zurückgreifen? Was ist, wenn du unterwegs bist? Dann kann zuhause niemand etwas machen. Der Lautsprecher ist aber immer da und kann verwendet werden. Vermutlich hat deine Familie eigene Smartphones – aber sind auf jedem eigene Konten für Musik und Co vorhanden? Und haben die alle eine akzeptablen Klang?

      5. Partymodus
      Wenn du Besuch hast, können Gäste eigene Songs hinzufügen, Radiosender starten, usw. Man kann ganze Playlisten gemeinsam erstellen. Jeder Besucher fügt sein Wunschlied hinzu. Du willst aber vermutlich nicht, dass jeder an deinem Handy herumspielt.

      6. Akku/Laden
      Musik laut abspielen zieht am Akku. Ich hätte keine Lust, mir ständig (bei meinem Musikkonsum täglich) den Akku leer saugen zu lassen oder das Gerät die ganze Zeit am Netzteil hängen zu haben. Sicher auch nicht unbedingt gut für Gerät bzw Akku.

      7. Der Preis
      Ich habe mir letzte Woche 2 Echo Dot gekauft und für jeden 20 EUR bezahlt. Ganz ehrlich.. bei 20 EUR mache ich mich nicht verrückt. Wenn nur einer der Punkte hier zutrifft sind die 20 EUR doch gut investiert. Selbst wenn ich nur einmal die Woche Musik höre, mache ich das doch lieber mit dem Lautsprecher, als mit dem Smartphone. Und selbst wenn das Teil nur 20% der Zeit genutzt werde, die ich Zuhause bin, tun mir die 20 EUR nicht wirklich leid. Und Google verschenkt die Lautsprecher mittlerweile ja sogar.

      Mir ist klar, dass nicht alle Punkte auf dich zutreffen müssen. Auf viele Menschen aber sicher schon. Und es gibt gute Gründe, wieso sich gerade die Echos und Fire TV so gut verkaufen.

      • Danke für deine doch sehr umfangreiche Ausführung. Die Frage ist völlig ernst gemeint. Für mich persönlich ist es so, dass ich keinen der Punkte für mich als Grund erkennen kann, solche Hardware zu nutzen.

        1. Ich bevorzuge audiophilen Klang, von daher sind weder das Smartphone noch der Mini eine Option. Und für meine E-Mails oder die Wetterlage brauche ich keinen audiophilen Klang. Somit ist es mir persönlich egal.

        2. Was hält mich davon ab, das Smartphone in die Mitte des Raumes zu stellen? Ich muss auch spaßeshalber anmerken, dass ich nicht, wie viele andere, physikalisch mit diesem Gerät verwachsen bin. Musik, wenn ich sie bewusst hören will, hat über Smartphonelautsprecher für mich nur eine akzeptable Lautsärlke: 0.

        3. Zum Glück bin ich weder Arzt auf Bereitsschaft noch Botschafter eines Krisengebiets. Die Benachrichtigungen bleiben ja erhalten, sie haben, meines Wissens nach, kein Verfallsdatum. Auch bin ich erwachsen genug um unterscheiden zu können, ob mir Musik hören oder benachrichtigt werden wichtiger ist. Scheint aber tatsächlich für manche ein Problem zu sein.

        4. Verstehe ich nicht. Ich habe eine Freundin, die hat eine Tochter, ich selbst bin kinderlos. Wir haben alle drei unser eigenes Smartphone mit seinem eigenen Assistenten den wir fragen können. Und klar hat jeder sein eigenes Konto mit seinen eigenen Dateien. Wir haben geteilte Ordner bei einigen wenigen Foto-Alben, dasselbe kann man ja auch für Musik einrichten, wenn man es braucht. Ich kann Punkt 4 also nicht wirklich nachvollziehen.

        5. Wenn wir zusammensitzen, dann quatschen wir, wir reden miteinander. Was zählt, ist die Konversation, das sich unterhalten. Was da im Hintergrund dahindüdelt ist uns dabei dermaßen unwichtig, dass es uns auch nicht auffällt, wenn jemand ganz aus machen würde. Punkt 5 kann ich also nicht nachvollziehen, weil in meinem Umfeld das Anwendungsszenario nicht vorhanden ist.

        6. Wenn ich viel lese oder mich über etwas informiere, dann kann es schon sein, dass ich drei Stunden durchgehend das Smartphone quäle. Aktuell bringe ich mir die Basics zu Linux bei und welche Distribution sich am Besten mit dem Google Ökosystem verträgt. Da werden Blogs gelesen, Videos geschaut, Alerts erstellt und die E-Mails verfolgt, das alles weitgehend am Smartphone. Deshalb habe ich eine 3 Meter USB-Verlängerung, damit ich mich drehen und wenden kann, wie es mir beliebt. Auch hier fehlt mir persönlich das konkrete Anwendungsszenario.

        7. War die Umwelt (Elektroschrott) auch ein kurzer Gedanke? 😉

        Es scheint also in der Tat wirklich beinahe komplett entgegengesetzte Anwendungsszenarien zu geben. Danke nochmals, für deinen ausführlichen Bericht.

      • Habe mir mal Ihre Argumente durchgelesen. Ganz ehrlich ich habe auch mein Smartphone und keines Ihrer Punkte überzeugt mich bisher.

        Wir haben beispielsweise in unserem Unternehmen drei dieser Geräte getestet. Apple, Google und Amazon. Die Sprachsteuerung und das Verständnis des Google war am besten. Gerade bei längeren Sätzen/Fragen. Trotzdem nutzt die Dinger jetzt keiner mehr und sie liegen wo rum.

        So richtig habe ich den Sinn noch nicht verstanden obwohl ich durch mein Pixel schon etwas verwöhnt bin und bereits in meiner Wohnung durch SmartHome gut vernetzt bin. Mach ich aber halt mit dem Smartphone. Gerade heute wo jeder (Frau/Kinder) ein Smartphone hat sind diese Lautsprecher doch überflüssig.
        Sie können doch eh Musik etc. über Ihre Lautsprecher abspielen (z.B. Sonos oder andere) oder Bilder/Videos direkt auf Ihrem Fernseher/Beamer…

        Grundsätzlich finde ich aber diese Hardware (Lautsprecher/Microkombis) -gerade auch von Google- viel zu teuer. Die müsste Google gratis oder gegen die Versandkosten rausgeben. Das wäre sicherlich auch machbar und würde der Verbreitung so richtig helfen. Aber dafür extra Geld ausgeben und dann noch viel??? Nö.

        Amazon spielt bei mir eher einen Nebenrolle. Ich kaufe darüber nur ab und an mal was – das reicht.

  • Beim Google Assistant hat Google von Anfang an einen offenen Ansatz verfolgt, nämlich einen super Assistenten zur Verfügung zu stellen, den Hardware-Hersteller in ihre Produkte integrieren können. Die Anzahl der Produkte, die dabei herausgekommen ist, ist leider dürftig. Anscheinend hat man das Interesse und die Innovationsfreude der Hersteller überschätzt.

    Das ließ sich bereits bei den Kopfhörern mit Google Assistant beobachten (Google Projekt „Bistro“), die nicht wirklich für viele Modelle erschien https://9to5google.com/2019/06/07/best-google-assistant-headphones/
    Und viele Hardware-Hersteller können halt nicht so gut Software. Ich hatte mal Jahre lang einen Sonos Play.3 weil ich das Bedienkonzept „App statt Knöpfe am Gerät“ absolut überzeugend fand. Leider war die zugehörige Sonos App zwar komplex aber überhaupt nicht überzeugend. Erst als Sonos es lange nach Einführung von Google Play Music geschafft hat, dies mit seiner Hardware zu integrieren, war es das perfekte Gerät für mich (wegen der App).

    Interessanterweise wird der Amazon Assistant in letzter Zeit öfter in neue Hardware integriert als der Google Assistant. D.h. auch die Zusammenarbeit von Google mit den Hardware-Herstellern ist scheint verbesserungswürdig.
    Und manchmal wird sogar etwas groß angekündigt und erscheint dann nicht:
    https://9to5google.com/2019/01/07/house-of-marley-google-assistant-speaker/

    Es ist traurig, Google bringt oft sehr innovative Neuerungen und setzt sie technisch durchaus brilliant um und versagt dann dabei, diese im Massenmarkt zu verbreiten und ist nach der Markteinführung oft auch nicht kreativ und agil genug, nützliche Features weiter zu entwickeln.
    Google Maps ist ein erfreuliches Gegenbeispiel, da hat sich zwar lange Zeit nichts Weltbewegendes getan, aber in den letzten zwei oder mehr Jahren steckt Google da viel Aufwand rein und z.B. die Routenplanung für Fahrrad und ÖPNV ist (zumindest kann ich das für Berlin sagen) eine wahre Freude, ein echtes Alleinstellungsmerkmal.
    Da muss schon ein unglaublicher Aufwand dahinter stecken, die Schnittstellen zu den Verkehrsbetreibern aller Art zu spezifizieren und in eine entsprechende Infrastruktur umzusetzen.
    Wenn ich daran denke, dass ca. 10 Jahre nach Hafas die Webseite der deutschen Bahn nach wie vor so manches zu wünschen übrig lässt, erscheint mir das fast unglaublich wie Google Maps hier Funktionen neuerdings auch von Verkehrsbetreibern in Echtzeitqualität anbietet.

    • Der Assistent war anfangs einerseits mal komplett auf Allo beschränkt – auf der anderen Seite dann einige Zeit exklusiv und als Alleinstellungsmerkmal den Pixel Geräten vorbehalten. Selbst die API zur Nutzung durch andere Dienste wurde erst Monate später erlaubt. Nicht-Google-Android-Devices wurden erst ein Jahr später erlaubt. Wo genau siehst du da den offenen Ansatz, den Google von Anfang an verfolgt haben soll? Und selbst beim rollout für andere Devices wurden Tablets zum Beispiel gar nicht unterstützt. Das würde ich jetzt nicht unbedingt als „von Anfang an einen offenen Ansatz verfolgt“ bezeichnen wollen.

    • Kann eine Rolle spielen, dürfte aber nicht der alleinige Grund sein. Google hat viel Vertrauen eingebüßt, während die Verbraucher Amazon eher vertrauen. Das wird ja auch durch (mal mehr – mal weniger) unabhängige Studien regelmäßig belegt. Und dieses Vertrauen in Amazon, bzw dass Misstrauen in Google hat sicher nichts damit zu tun, ob man einen Google Home Speaker bei Amazon kaufen kann.

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