Google hat vor wenigen Tagen das neue Design der Desktop-Suchergebnisse ausgerollt und wollte der Websuche damit eigentlich einen deutlich moderneren Look geben - das ging allerdings nach hinten los. Durch die neue Optik sehen sich Suchergebnisse und Werbeanzeigen zum Verwechseln ähnlich, was für sehr viel Kritik gesorgt hat. Nun zieht Google die Notbremse, hat die Favicons wieder entfernt und kündigt neue Tests an.
Die Google Websuche ist nicht nur das älteste Produkt des Unternehmens, sondern aus finanzieller Sicht nach wie vor das wichtigste. Über die Werbeanzeigen in der Websuche verdient Google viele Milliarden Dollar - und in den meisten Fällen dürften die umsatzbringenden Nutzer das nicht einmal bemerken. Wie eine interessante Infografik nun zeigt, wurde die Hervorhebung der Werbeanzeigen immer weiter zurückgefahren und ist mittlerweile quasi bei Null angekommen.
Vor wenigen Tagen hat Google angekündigt, den Umgang mit Drittanbieter-Cookies im Chrome-Browser zu überdenken und diese langfristig aus dem Browser zu entfernen. Das ist insofern erstaunlich, weil Google durch die anderen Browserhersteller zu diesem Schritt gezwungen wird, den man wohl am liebsten nicht gegangen wäre. Nun soll alles besser und transparenter werden, schlussendlich spielt sich Google aber wohl vor allem selbst in die Karten.
Drittanbieter-Cookies gehören im Web seit vielen Jahren zum Alltag und werden vor allem von Werbeplattformen zum Tracking der Nutzer eingesetzt. Dementsprechend sorgen sie auch seit Jahren für große Diskussionen und werden von den ersten Browsern bereits vollständig geblockt. Google möchte einen anderen Ansatz wählen und hat nun erneut die im vergangenen Jahr angestoßene Privacy Sandbox-Technologie bekräftigt und will zugleich Drittanbieter-Cookies im Chrome-Browser langfristig loswerden.
Googles Videoplattform YouTube finanziert sich überwiegend durch Werbebanner, die auf allen Plattformen zu finden sind und sowohl im Browser als auch auf dem Smartphone und der Smart TV-Oberfläche von Android TV angezeigt werden. Vor einigen Wochen hat YouTube den überdimensionalen Masthead-Werbebanner angekündigt und jetzt wird dieser global für Android TV und alle anderen TV-Plattformen ausgerollt.
Google hatte vor einigen Monaten angekündigt, dass Google Maps in Zukunft deutlich mehr Werbung zeigt und somit auch aus finanzieller Sicht eine immer größere Rolle für das Unternehmen spielen soll. Jetzt wurden passend zum Start in das Vorweihnachtsgeschäft einige neue Features angekündigt, auf die sich die Werbepartner freuen dürfen. Unter anderem wird es nun auch in der Routenplanung Werbeanzeigen geben.
Googles Geschäftsmodell besteht hauptsächlich darin, den Nutzern möglichst attraktive und personalisierte Plattformen kostenlos anzubieten und im Gegenzug auf diesen Werbung anzuzeigen. Eines der wichtigsten Umsatzbringer des Unternehmens ist die Videoplattform YouTube, die bereits an sehr vielen Stellen monetarisiert ist. Jetzt wurde angekündigt, dass die Masthead-Werbung auch auf die TV-Oberfläche von YouTube kommt.
Google experimentiert schon seit sehr langer Zeit mit den Möglichkeiten der Virtual Reality sowie der Augmented Reality, hatte aber trotz vieler interessanter Projekte bisher kein Killer-Feature präsentiert. Das könnte sich nun aber ändern, denn das neueste Einsatzgebiet ist nicht nur für alle Nutzer sehr praktisch, sondern kann auch Googles Werbegeschäft einen Schub geben. Die Grundlage dafür bilden die neuen 3D-Objekte in der Websuche.
Die Alphabet-Quartalszahlen haben gezeigt, dass das gesamte Unternehmen sehr stark von Werbung abhängig ist und über 90 Prozent der Umsätze durch Werbeklicks erzielt. Obwohl dieses Geschäftsmodell seit zwei Jahrzehnten sehr erfolgreich ist und stetig wächst, warnt Alphabet dennoch in den Risikofaktoren für Aktionäre davor, dass aktuelle und neue Technologien diese blockieren könnten. Das erklärt auch einige Schritte der jüngsten Vergangenheit.
Praktisch seit der Einführung der ersten Werbeanzeigen in der Websuche hat sich Google auf ein einfaches aber sehr lukratives Geschäftsmodell festgelegt: Der Nutzer bekommt sehr viel kostenlos geboten und muss im Gegenzug mit einer Profilbildung und Werbeanzeigen leben. Doch dieses Modell verspricht auf dem Desktop immer weniger Umsätze, sodass der mobile Markt die Lücke füllen muss - und genau das geht Google nun mit einem sichtbaren Strategiewechsel an. Und damit könnte ein langsames Katz- und Maus-Spiel beginnen.