Android TV: Googles Smart TV-Betriebssystem und Chromecast wachsen zusammen – das wurde auch Zeit

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Spätestens seit dem Leak der Android TV-Roadmap im vergangenen Jahr ist bekannt, dass Google große Pläne mit dem Betriebssystem hat und ein neues Hero device auf den Markt kommen soll. Vor wenigen Tagen haben wir dann endlich erfahren, worum es sich bei dieser neuen Hardware handelt – nämlich um einen neuen Chromecast Ultra mit Android TV. Damit wachsen zwei Welten zusammen, die trotz der gleichen Plattform lange Zeit sehr weit voneinander entfernt waren.


Sowohl Android TV als auch Chromecast gehören zu Googles Smart Home-Bemühungen, wenn auch mit unterschiedlichen Prioritäten. Beide Plattformen sind dafür verantwortlich, Inhalte auf den Fernseher zu bringen und sowohl den klassischen TV als auch Smart TVs noch etwas smarter zu gestalten. Dieses Ziel haben beide Produkte ohne Frage erreicht, aber dennoch ist es für beide Plattformen an der Zeit für den nächsten großen Sprung. Der kommt wohl schon in wenigen Wochen.

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Google bemüht sich schon seit vielen Jahren um den Sprung auf den Fernseher und ist dabei gerade zu Beginn mehr als einmal gescheitert. Unvergessen bleibt das Betriebssystem Google TV, das hierzulande überhaupt keine Rolle gespielt hat und auch in den USA ein Desaster war – aus den verschiedensten Gründen. Dabei muss man beachten, dass Google TV schon verfügbar war, als der Begriff “Smart Home” noch nicht im Mainstream angekommen ist und die heute dominierenden Produkte noch nicht am Markt waren.

Als sich der erneute Flop von Google TV abzeichnete, muss Google die Entwicklung intern aufgespalten und an mindestens zwei getrennten Produkten gearbeitet haben – die dann möglicherweise wider erwarten beide erfolgreich geworden sind. Da hätten wir zuerst den Chromecast-Stick, der im Jahr 2013 als “one more thing” vorgestellt wurde und sich direkt nach der Präsentation unglaublich großer Beliebtheit erfreute. So sehr, dass er schon wenige Stunden nach dem Verkaufsstart ausverkauft war.

Das zweite Produkt war Android TV, das ziemlich genau ein Jahr später vorgestellt wurde und gemeinsam mit den weiteren Android-Ablegern Android Wear (heute Wear OS) und Android Auto vorgestellt wurde. Möglicherweise sollte der Chromecast nur die Wartezeit bis zu Android TV überbrücken – aber dafür war der kleine Stick dann viel zu erfolgreich.



Und so ergab sich die bei Google nicht seltene Situation, dass es zwei sehr ähnliche Produkte für das gleiche Problem gibt. Beide sollten den klassischen Fernseher smarter gestalten und es ermöglichen, beliebige Inhalte auf das große Display zu bringen – entweder per Stream oder eben lokal per App. Android TV ist ohne Frage die mächtigere Plattform, die zahlreiche Apps auf den Fernseher bringt und einigen Smart TV-Oberflächen überlegen ist. Die Cast-Funktionalität, den Hauptbestandteil des Chromecast, hat Android TV ebenfalls im Gepäck.

Weil sich der Chromecast bis heute sehr großer Beliebtheit erfreut und auch ein Grundpfeiler von Stadia ist, kann das Produkt natürlich nicht so einfach eingestellt werden. Eine große Weiterentwicklung des Chromecast erscheint aber ebenfalls nur wenig sinnvoll, weil es sonst eines Tages mit Android TV konkurrieren könnte. Um das zu verhindern, werden nun beide Welten zusammengeführt und endlich in einem Gerät miteinander vereint.

chromecast nexus player

Schauen wir uns den aktuellen Chromecast Ultra sowie Googles letztes Android TV-Gerät Nexus Player an, stellt man zumindest äußerlich schon Gemeinsamkeiten fest. Der Nexus Player ist zwar deutlich größer, hat aber auch schon sechs Jahre auf dem Buckel und könnte mit Sicherheit etwas kompakter gebaut werden. Die ersten Leaks hatten auch von Beginn an davon gesprochen, dass der neue Chromecast Ultra äußerlich dem Vorgänger entsprechen soll. Möglicherweise etwas in der Größe gewachsen, aber ansonsten sehr ähnlich.

Android TV benötigt zwar deutlich mehr Ressourcen als ein Chromecast, aber schlussendlich ist kein High-End-Gerät notwendig. Die allermeisten Inhalte auf Android TV werden ohnehin nur gestreamt, das Abspielen von lokalen Inhalten braucht längst kein großes Kraftwerk mehr und selbst aufwendige Spiele könnte Google zu Stadia auslagern und somit auch dieses Problem lösen. Es zeichnet sich also ab, dass Android TV durchaus auch auf bescheidenerer Hardware ausgeführt werden könnte.



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Einen Tag nach dem ersten Leak ist auch ein Foto der Fernbedienung aufgetaucht, die zum neuen Chromecast Ultra gehört und belegt, dass dieser einen deutlich erweiterten Funktionsumfang haben wird. Auf der Fernbedienung ist auch eine Taste für den Google Assistant zu finden, so wie es schon in den vergangenen Monaten mehrfach auf den von Google als Referenz-Design veröffentlichten Fernbedienungen der Fall war.

Ob Google mit dem neuen Gerät nun tatsächlich die beiden Welten Chromecast und Android TV zusammenführt oder das nur für dieses eine Gerät der Fall ist, wird sich zeigen – der richtige Weg wäre es aber mit Sicherheit. Dass der neue Chromecast eine Fernbedienung erhält, war spätestens seit dem Amazon Fire TV Stick mit Alexa-Fernbedienung überfällig und nur eine Frage der Zeit, bis Google in diesem Punkt nachzieht. Zwar schlummert der Assistant auf jedem Android-Smartphone, aber eine Fernbedienung ist dann doch noch einmal etwas anderes.

Alle Informationen zum neuen Chromecast Ultra mit Android TV sowie der neuen Fernbedienung findet ihr in den folgenden Artikeln:

» Chromecast: Google plant neuen Chromecast Ultra mit Android TV Betriebssystem & Fernbedienung

» Android TV auf dem Chromecast Ultra: Erstes Foto der neuen Fernbedienung mit Google Assistant aufgetaucht


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comment 2 Kommentare zum Thema "Android TV: Googles Smart TV-Betriebssystem und Chromecast wachsen zusammen – das wurde auch Zeit"

  • Ich nutze schon seit langem eine Mi Box S, die denselben Funktionsumfang hat. Android TV version 9, Chromecast integriert und sogar die Fernbedienung sieht ganz ähnlich aus. Google Assistant just auch dabei und mit der Fernbedienung bedienbar. Google schließt nur auf den Markt auf. Der Preis wäre interessant. Die Mi Box ist für 70 Euro zu haben. Ich bezweifle, dass Google unter 100 bleibt.

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