Niemand weiß, was Trump will: US-Behörden sind im Fall Huawei gelähmt & ‚haben Angst vor Entscheidungen‘

android 

Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass Huawei keine Google-Dienste auf dem Mate 30 vorinstallieren darf, weil Google das Gerät nicht zertifiziert hat. Der Grund dafür sind die offenbar sehr komplizierten Rahmenbedingungen nach dem US-Bann, denn die erteilte Ausnahmegenehmigung weist einige Hürden auf. Nun berichten Insider, dass das Chaos noch länger anhalten könnte, denn die Behörden haben „Angst“ vor Donald Trump und wissen nicht, was sie tun sollen.


Vielleicht kennt der eine oder andere die Situation: Der Chef sagt, streiche die Wand Rot, der Kunde will sie in Grün und der Chef vom Chef will eine blaue Wand. Als kleiner Maler steht man zwischen den Fronten und kann sich eigentlich nur noch entscheiden, von wem man einen auf den Deckel bekommen möchte. Tatsächlich müssen sich viele Mitarbeiter in den US-Behörden derzeit genauso fühlen, nur dass der Chef, der Kunde und der Chef vom Chef in einer sehr wankelmütigen Person vereint sind: Donald Trump.

Donald Trump angry

Seit einigen Monaten sind die Beziehungen zwischen Huawei und den vielen US-Zulieferern aufgrund des US-Banns extrem angespannt, wobei durch das vermeintlich unersetzbare Betriebssystem Android vor allem die Beziehung zwischen Google und Huawei im Fokus der Aufmerksamkeit steht. Als US-Unternehmen muss sich Google an die Vorgaben der Regierung halten und hatte Huawei die Android-Lizenz entzogen, dann dank 90-Tage-Frist wieder erteilt und sich später um eine Ausnahmegenehmigung bemüht. Doch diese hat es bisher nicht gegeben.

130 US-Unternehmen sollen eine Ausnahmegenehmigung beantragt haben, um wieder mit Huawei ins Geschäft zu kommen – doch bisher wurde keine einzige davon bearbeitet. Das liegt aber nicht daran, dass das Handelsministerium überlastet wäre, sondern an der mehr als unklaren Situation. Laut Insidern wissen selbst die Behörden nicht, welche Rahmenbedingungen für die Ausnahmegenehmigungen gelten und das von Donald Trump verkündete Ende des US-Banns hat bisher nur auf Twitter stattgefunden.

Offenbar regiert Trump also nicht nur nach Außen, sondern auch nach Innen mit vielen fixen Ideen ohne großen Hintergrund. Sprich, die Aufhebung hat Trump wohl schnell während des Tweets beschlossen, dem aber bisher keine Taten folgen lassen und sich auch nicht weiter dazu geäußert. Seitdem ist alles in der Schwebe.



Es ist aber nicht nur die unklare Informationslage, sondern auch der fehlende Mut, der nun zum Stillstand führte. In den Behörden soll eine regelrechte Angst vor Trump herrschen und niemand möchte etwas falsch machen – also sagt man weder JA noch NEIN, sondern ignoriert die vielen Anträge einfach:

Niemand in der Exekutive weiß, was (Trump) will, und alle haben Angst, eine Entscheidung zu treffen, ohne das zu wissen.

In offiziellen Statements wird das natürlich etwas anders dargestellt, aber grundsätzlich kann man die beiden Aussagen zwischen den Zeilen sehr gut vergleichen:

Der behördenübergreifende Prozess, Lizenzanträge betreffend Huawei und seiner Nicht-US-Auslandsfirmen abzuwägen, ist derzeit noch nicht abgeschlossen.

Dass Trump nach seiner Gutmütigkeit, die kurz nach dem Treffen mit dem chinesischen Präsidenten herrschte, schon wieder vergessen hat, dürfte dabei nicht unbedingt helfen. Erst kürzlich hatte er folgend Aussagen getwittert:

Wir brauchen China nicht, und – ehrlich gesagt – ginge es uns ohne sie besser. US-Firmen ist hiermit befohlen, sich sofort um Alternativen zu China zu bemühen.

Die Geschichte wird uns also wohl noch für lange Zeit begleiten…

» Google und Facebook dürfen 400 Millionen Dollar-Kabel zwischen USA & China womöglich nicht in Betrieb nehmen

» Die Folgen des US-Banns: Huawei verliert knapp zwei Millionen Kunden an Samsung und Xiaomi

[golem]


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