Google Assistant Ambient & Driving Mode: Googles zukünftige Cash-Cow auf dem Weg zur Omnipräsenz

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Der Google Assistant hat sich innerhalb weniger Jahre rasend schnell verbreitet und konnte eine sehr hohe Reichweite aufbauen – vor allem dank der Android-Smartphones und den Smart Speakern. Doch das war nur das erste Kapitel, denn nun zeigt sich, dass der Assistant zukünftig in noch mehr Bereiche des Alltags einziehen soll und zu einer großen Plattform ausgebaut wird. Der kommende Driving Mode sowie der neue Ambient Mode sind weitere Schritte in diese Richtung.


Über mangelnde Aufmerksamkeit kann sich der Google Assistant nicht beschweren, denn auf Hunderten Millionen Smartphones ist der Assistant bereits ab Werk vorinstalliert oder kann sehr leicht über die Google-App nachgeladen werden. Mit Android Q wird zusätzlich eine neue Geste eingeführt, die den Aufruf noch einfacher gestalten soll als bisher. Aber der Assistant soll nicht nur aktiv genutzt werden, sondern den Nutzer vor allem auch passiv informieren.

google assistant ambient mode smartphone

Der Google Assistant steht nicht nur auf den Smartphones der Nutzer zur Verfügung, sondern auch die Smart Speaker aus der Google Home-Reihe verkaufen sich noch immer wie warme Semmeln. Der darin schlummernde Assistant ist natürlich der Hauptgrund für den Kauf und dementsprechend dürfte der Assistent auf dieser Plattform besonders häufig genutzt werden. Aber auch wer sich für einen Amazon Smart Speaker der Echo-Serie entschieden hat, kann mittlerweile sehr leicht den Google Assistant installieren.

Bei diesen Plattformen soll es aber nicht bleiben, denn Google wird schon bald weitere Einsatzbereiche aus dem Ärmel schütteln und den Assistenten näher an den Alltag des Nutzers rücken. Das hat sich erst kürzlich mit den beiden neuen Spezialmodi gezeigt (siehe weiter unten), wird aber auch im weiteren Ausbau des Assistenten deutlich. Der Name verpflichtet sich natürlich und so möchten die Entwickler tatsächlich einen virtuellen Begleiter schaffen, der viele Dinge für den Nutzer erledigen kann.

ÖPNV-Begleiter & persönlicher Sekretär
In den ersten Städten ist der Google Assistant Begleiter und Fahrkarten-Verwalter im ÖPNV und US-Nutzer können dank des Assistenten und seinem Duplex-Ableger auch Termine organisieren lassen – wenn es funktioniert. Googles Ziel ist natürlich klar: Eine maximale Reichweite für die Assistant-Plattform.



Google Assistant Driving Mode

Google Assistant Driving Mode

Der Google Assistant Driving Mode wurde bereits offiziell angekündigt und dürfte nicht mehr lange auf sich warten lassen, denn viele Nutzer der Android Q Beta haben schon jetzt keine Möglichkeit mehr, den Vorgänger Android Auto zu verwenden. Dass der Driving Mode direkt mit Android Q startet und vielleicht auch die neue Android Auto-Oberfläche im Gepäck hat, ist recht wahrscheinlich. Es wird also nicht mehr zu lange dauern, bis der Assistant auch hochoffiziell per eigener Plattform im Auto verwendet werden kann.

Sprachsteuerung ist gerade im Auto ein Muss und längst etabliert. Den Google Assistant als Grundlage für die Verbindung des Fahrzeugs mit dem Smartphone zu verwenden, ist demnach ein sehr cleverer Schachzug. Dadurch werden künftig viele Dinge während der Fahrt erledigt werden können, die über das Telefonieren und Nachrichten schreiben hinaus gehen. Alles, was der Google Assistant für den Nutzer erledigen kann, wird es dann – wenn sicherheitstechnisch möglich – auch für den Fahrer geben. Ein spannendes Feld, das die Google-Dienste weiter im Auto etabliert. Kein Wunder, dass mit VW der erste Hersteller von einer Notbremsung spricht – offenbar weiß man in Wolfsburg schon mehr.

» Mehr Informationen zum Google Assistant Driving Mode

Google Assistant Ambient Mode

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Ein ganz neues Einsatzgebiet, das offiziell noch nicht angekündigt wurde, aber sehr schnell an Relevanz gewinnen könnte: Der Google Assistant Ambient Mode. Mit diesem kommt der virtuelle Assistent auf das Always On-Display und kann den Nutzer auch im Standby des Smartphones umfangreich informieren und sogar Fragen beantworten oder Aufgaben ausführen – ohne, dass das Smartphone aus dem Tiefschlaf geholt werden muss.

Schaut man sich die vielen Screenshots an, werden so gut wie alle passiven Aufgaben abgedeckt: Erinnerungen an Termine, Musiksteuerung, Navigationshinweise, eingehende Nachrichten und auch Telefonate. Für viele Dinge ist es dann gar nicht mehr notwendig, das Smartphone überhaupt noch aus dem Standby zu holen. Es bleibt natürlich abzuwarten, wie viele Ressourcen das benötigt und ob es nicht irgendwann gegen den Sinn und Zweck des Standby läuft, aber das dürften Googles Entwickler wohl bedacht haben.

Gerade dieser Modus dürfte auf dem Smartphone nur seinen Anfang nehmen, aber später auf vielen weiteren Geräten eingesetzt werden können. Von der Smartwatch über die Smart Displays bis hin zum Fernseher oder vielen anderen Geräten mit Display.

Google Assistant: Vorbereitung auf den Ambient Mode – erste Nutzer können ohne Entsperrung SMS senden



Diese Zusatz-Modi für den Assistenten sorgen dafür, dass der Nutzer immer wieder mit der Plattform in Berührung kommt, ohne den Assistenten eigentlich aktiv nutzen zu wollen. Und irgendwann wird man die vielen Nutzer wohl auch soweit „erzogen“ haben, vielleicht doch die eine oder andere Abfrage oder Aufgabe per Assistant zu regeln, statt selbst aktiv zu werden. Das Allzeit bereitstehende Mikrofon-Symbol ist eine gute Erinnerung daran.

Der Google Assistant wird (irgendwann) zur Cash-Cow
Hat man die Nutzer dann erst einmal in diese Richtung gebracht, was auch heute schon zu großen Teilen der Fall sein dürfte, kann es mit der Monetarisierung richtig beginnen. Die ersten Werbeanzeigen im Google Assistant waren bereits zu sehen, aber gerade der Stream und die vielen Anbindungen von externen Diensten bieten noch viele Möglichkeiten, um den Partnern viel Geld für die Präsenz auf der wichtigen Plattform abzunehmen. Noch halten sich Google, Amazon und andere zurück, aber eines Tages wird der Startschuss dafür fallen.

Wie viele aktive Nutzer der Google Assistant heute hat, ist offiziell nicht bekannt, aber der Umfang der abgesetzten Befehle dürfte schon jetzt gewaltig sein. Gerade erst wurde bekannt, dass Google die Assistant-Anfragen von Menschen auswerten lässt und dafür nicht weniger als 1.000 Mitarbeiter benötigt, die gerade einmal 0,2 Prozent aller Anfragen auswerten und einordnen. Die mittlerweile erreichte Dimension wird damit deutlich.

Und nun dürfen wir gespannt sein, wann die beiden neuen Modi gestartet werden und auf welchen Plattformen der Google Assistant als nächstes aufschlagen wird.

Siehe auch
» Google Assistant: Kostenlose App bringt den Google Assistant auf die Samsung Galaxy Smartwatches

» Gboard: Der Google Assistant kommt in die Tastatur-App & Wortvorschläge aus externen Apps (Teardown)


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