30 Jahre World Wide Web: Google Doodle feiert Tim Berners-Lee’s Erfindung des modernen Internets

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Heute feiert Google ein ganz besonders Jubiläum auf den internationalen Startseiten, ohne das die digitale Welt wohl ganz anders aussehen würde: Anlässlich von 30 Jahre World Wide Web gibt es ein sehr nett gestaltetes Doodle zu sehen, das eine der wichtigsten Erfindungen der letzten Jahrzehnte zelebriert: Das World Wide Web. Das WWW ist dabei nicht mit dem Internet zu verwechseln, auch wenn es oft gleichgesetzt wird, dessen Ursprünge schon deutlich weiter zurückliegen.


30 Jahre World Wide Web Google Doodle

Im heutigen Doodle steht ein klassischer Desktop-Computer im Mittelpunkt, wie er gerade Mitte / Ende der 90er in zahlreichen Haushalten zu finden war – aber um den PC geht es in dem Fall nicht, sondern viel mehr um das, was aus der Dose daneben kommt. Zu sehen ist, wie die Daten in einer heute kaum akzeptablen Geschwindigkeit durch die Leitung tröpfeln und langsam das Bild im Browser des Computers aufbauen. Da es sich auch noch um eine Animation handelt, konnte man sich zur damaligen Zeit ruhig noch einen Kaffee holen.

Auch wenn das Doodle absichtlich sehr verpixelt dargestellt ist, sind doch einige interessante Anspielungen zu erkennen: Der Computer ist in dem typisch langweiligen Grau der damaligen Zeit zu sehen, auch wenn das Web selbst auf einem moderneren Computer entwickelt wurde (mehr dazu weiter unten im Artikel). Gut zu sehen sind auch die zwei Diskettenlaufwerke mit 3,5 bzw. 5,25 Zoll und natürlich der überdimensional tiefe Röhrenmonitor.

Der Browser im Doodle enthält außerdem neben der dargestellten Webseite einen ZURÜCK, VORWÄRTS und STARTSEITEN-Button und natürlich die Adressleiste. Die Anreihung entspricht aber mehr einem modernen Browser, während sie früher noch deutlich anders ausgesehen haben.



www tim berners-lee
CC-BY-NC-SA 4.0 CERN

Am 12. März 1989 hat Sir Tim Berners-Lee seinem damaligen Vorgesetzten am Schweizer CERN-Institut die Idee des World Wide Web unter dem Titel „Information Management: A Proposal“ vorgestellt und ist damit zwar auf Zustimmung, aber nicht gerade Begeisterung gestoßen. Sein Chef hat im Großen und Ganzen mit „Vague but exciting.“ geantwortet und gab ihm die Freiheit, an dem Projekt zu arbeiten. Berners-Lee schwebte eine große Datenbank mit Links vor, die er „Mesh“ nannte und dabei helfen sollte, Informationen zwischen den verschiedenen Computern des CERN auszutauschen.

In der Folgezeit entwickelte Berners-Lee viele wichtige Grundlagen: Das Hypertext Transfer Protocol (HTTP), die Hypertext Markup Language (HTML) sowie eine Applikation zur Anzeige der Seiten (Browser) und ein weiteres zur Erstellung solcher Seiten. Zwar hat sich unglaublich viel weiter entwickelt, aber grundlegend kommt das alles heute noch zum Einsatz. Berners-Lee kann also mit sehr gutem Gewissen als DER Erfinder des WWW gefeiert werden, auch wenn ihm das manchmal streitig gemacht wird.

Obiges Bild zeigt Tim Berners-Lee im Jahr 1990 mit seiner Erfindung, die nichts mehr mit einem modernen Browser zu tun hat. Das Erfolgsgeheimnis, nämlich der Datenaustausch, die Aufbereitung und die Verknüpfungen (Hyperlinks) waren aber bereits vorhanden. Daraus ist dann das heutige Web entstanden, wie wir es kennen. Ohne diese Erfindung hätte es Unternehmen wie Google und Facebook vielleicht nicht gegeben und auch Jeff Bezos wäre heute wohl nicht der reichste Mensch der Welt, sondern würde einen Buchladen führen.

Das World Wide Web ist im Übrigen nicht mit dem Internet zu verwechseln (siehe Video), denn letztes ist nur die Grundlage für das WWW. Grob gesagt ist das Internet die Verbindung zwischen allen Computer und das WWW liefert die Inhalte und sorgt für den einfachen Datenaustausch mit den bekannten URLs. Auch Apple spielt gewissermaßen eine Rolle bei der Entwicklung des Word Wide Web, wenn auch nur ganz am Rande: Tim Berners-Lee hat das WWW auf einem NeXT-Computer (siehe folgendes Foto) entwickelt, die von einem gewissen Steve Jobs vertrieben wurden und später wieder von Apple aufgekauft wurden.



www next computer
CC-BY-NC-SA 4.0 CERN

Anlässlich des 30. Geburtstags hat Google Arts & Culture eine schöne Sammlung von Informationen und Bildern zusammengestellt, die sich mit der Geschichte des WWW beschäftigen. Nachdem die Plattform gerade erst die wichtigsten Erfindungen und Entdeckungen der Menschheit gefeiert hat, passt das natürlich thematisch sehr gut. Schaut einmal rein, ist sehr unterhaltsam geschrieben 🙂

Und nun feiern wir eine virtuelle Party für das WWW und feiern Sir Tim Berners-Lee für seine Erfindung, ohne die ihr diese Zeilen hier nicht lesen könntet und die dem Internet erst zum Durchbruch im privaten Bereich verholfen hat.

» Google Arts & Culture: Die Erfindung des WWW
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