Die Wurzeln der Gesetze des Urheberrechts liegen weit vor der Zeit der Verbreitung des Internets und stellen die Gerichte nicht nur in Deutschland daher immer wieder vor große Probleme und ständige Grundsatzentscheidungen. Mit dem Start der neuen Bildersuche in Deutschland gibt es nun wieder große Diskussionen, ob diese überhaupt rechtmäßig ist. Für Nutzer birgt diese sogar die Gefahr, sich strafbar zu machen.
Nach dem ganzen Ärger rund um das Leistungsschutzrecht hat Google im vergangenen Jahr die Digital News Initiative gestartet, mit der Europäische Verlage mit Geld für bestimmte Projekte unterstützt werden sollen. Jetzt wurde die zweite Runde abgehalten, bei der Google wieder die Geldbörse weit öffnet und ganze 24 Millionen Euro an Verlage ausschüttet. Deutschland ist dabei mit Abstand der größte Markt und bekommt über 5 Millionen Euro.
Schon vor einigen Wochen hatte Facebook angekündigt, künftig auch komplette Inhalte von Verlagen auf der eigenen Plattform hosten zu wollen und so die Nutzer noch stärker an das eigene Netzwerk zu binden. Doch statt dieses Angebot als Angriff zu werten, sind die Verlage offenbar gerne dazu bereit ihren Content nicht mehr auf den eigenen Servern lagern zu müssen. Jetzt haben sowohl der Spiegel als auch der Springer-Verlag angekündigt, dass man beim Deutschland-Start des Angebots mit dabei sein wird.
Vor einigen Tagen hat Google die Digital News Initiative angekündigt und konnte schon innerhalb weniger Tage viele neue Partner, auch in Deutschland, dazu gewinnen. Viele weitere Verlage dürften sich ebenfalls eine Teilnahme an dem Programm überlegen, da sie davon eigentlich nur profitieren können. Der Springer-Verlag, mit dem Google beim Thema News ohnehin schon auf Kriegsfuß steht, hat nun demonstrativ angekündigt dass man an dem Projekt nicht teilnehmen wird und verweist erneut auf das Leistungsschutzrecht.
Das Verhältnis zwischen Google und den Medien war in punkto Google News in den letzten Jahren stark angespannt und insbesondere in Spanien, Frankreich und Deutschland konnten sich beide Seiten lange Jahre nicht auf eine gemeinsame Zukunft einigen. Mittlerweile sind viele Streitigkeiten verpufft und Google geht nun mit einem üppig geschnürten Paket auf die europäische Medienlandschaft zu: Die jetzt gestartete Digital News Initiative (DNI) hat ein Volumen von 150 Mio. Euro und soll theoretisch allen Medien zur Verfügung stehen.
Mitte vergangener Woche hatte Google als Reaktion auf ein neues Gesetz angekündigt, die Google News in Spanien einzustellen - und diesen Schritt hat man nun auch vollzogen. Seit Dienstag ist das Portal Offline und die spanischen Medien wurden auch aus den internationalen Versionen der News entfernt. Doch zu dem vorhergesagt Super-GAU mit einem riesigen Traffic-Einbruch für die News-Portale ist es bisher noch nicht gekommen. Am ersten Tag haben die Webseiten nur etwa 10 Prozent der Besucher verloren.
In den letzten Monaten hatte Google in vielen europäischen Ländern Probleme und Streitigkeiten mit den großen Verlagen aufgrund der Google News. Bisher konnte man sich aber in jedem Land auf Kompromisse einigen oder, wie im Fall Deutschland, ist das ganze wirkungslos versickert. In Spanien allerdings hatte Google gestern verkündet, dass man nun die Notbremse zieht und die Google News einstellen wird. Doch jetzt kämpfen die Verlage des Landes dafür, dass Google diesen Schritt noch einmal überdenkt.
Während die Google News in vielen Ländern weltweit sowohl von den Verlagen als auch von den Nutzern sehr gut angenommen werden und teilweise sogar eine existenzielle Grundlage bilden, sieht es in einigen europäischen Ländern ganz anders aus: In Deutschland hatte man Google in den letzten Jahren das Leben mit dem Leistungsschutzrecht schwer gemacht, das sich aber mittlerweile wieder in Luft aufgelöst hat. In Spanien hingegen zieht Google nun andere Konsequenzen und schließt die Google News schon in den nächsten Tagen.
Vor zwei Wochen hatte Google angekündigt, die Inhalte der von der VG Media vertretenen Verlage künftig anders darzustellen und zu beschneiden. Von diesen soll in wenigen Wochen nur noch der Titel und der Link übrig bleiben, aber keine Vorschaubilder oder Textauszüge mehr angezeigt werden. Gegen dieses Verhalten will die VG Media nun ihrerseits wieder vorgehen und wirft Google einen Verstoß gegen das Kartellrecht vor.
Mitte Juni hat die VG Media eine Klage beim Bundeskartellamt gegen Google eingebracht und wollte das Unternehmen auf Grundlage des Leistungsschutzrechts zur Zahlung für die Nutzung von Text-Auszügen in den Suchergebnissen zwingen. Das Kartellamt hat diese Beschwerde nun abgeschmettert und hat dem Verband sogar mit Konsequenzen bei weiteren Vorgehen gedroht.
Die Google News waren in der Vergangenheit sehr gut darin, eine Webseite als News-Portal zu identifizieren und diese dann entsprechend in den eigenen Nachrichten-Aggregator aufzunehmen. Da sich im Laufe der Zeit dort immer mehr Quellen angesammelt haben, stellt Google den Webmastern nun in der US-Version eine Möglichkeit zur Verfügung, den News mehr Informationen über das eigene Portal und die Artikel zu geben.
All die Diskussionen und Aktionen seitens Google halfen nichts: Am 1. März wurde das Leistungsschutzrecht beschlossen und wird ab dem 1. August in Kraft treten. Um dafür gewappnet zu sein, müssen deutsche Medien nun innerhalb eines Monats ausdrücklich bestätigen dass sie in den Google News auftauchen möchten - alle anderen werden gelöscht.
Während sich Google in Frankreich mit den Verlegerverbänden gütlich einigen konnte, tobt der Kampf um das Leistungsschutzrecht in Deutschland weiter: Die vor wenigen Monaten gestartete Kampagne Verteidige Dein Netz geht jetzt in die nächste Runde und wird erstmals auch in Hauptstadt-Taxis beworben werden.
Während in Deutschland das Thema Leistungsschutzrecht immer noch heiß diskutiert wird, haben Google und die französischen Verleger sich jetzt "friedlich" geeinigt. Die geplante Google-Steuer ist vom Tisch, stattdessen legt Google einen 60 Millionen Euro Fond an, der die französischen Online-Medien unterstützen soll.