Googles Messenger-Karussell: Das sind Googles fünf aktuelle Messenger und Kommunikationsplattformen

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Nach längerer Zeit ohne größere Veränderungen gab es in den letzten Wochen einige neue Entwicklungen rund um die Google-Messenger. Die jüngsten Schritte sollen dazu beitragen, die Messenger zu vereinheitlichen und mehr Übersicht in das ewig drehende Karussell der Google-Apps zu bringen. Zeit für eine kurze Bestandsaufnahme der aktuellen und zukünftig zur Verfügung stehenden Google-Messenger.


google messages ende zu ende verschlüsselung

Die Geschichte der Google-Messenger begann mit Google Talk und besteht seit dem Ende des vielleicht besten Google-Messengers (aus damaliger Sicht) aus zahlreichen Neustarts, Einstellungen, und Umbenennungen. Mit Google Hangouts ist man bereits seit drei Jahren dabei, den langlebigsten Messenger beerdigen zu wollen, hat das aber nach wie vor nicht vollständig umgesetzt. Aber auch bei den aktuellen Messenger-Generationen gibt es schon wieder Umbauten, denn demnächst wird Google Duo eingestellt und durch Google Meet ersetzt. Der Einfachheit wird „Messenger“ und „Videokonferenzlösung“ in diesem Artikel einfach mal gleichgesetzt.

Schauen wir uns einmal an, aus welchem Portfolio an Kommunikationslösungen interessierte Google-Nutzer derzeit wählen können:

Google Messages (Textnachrichten)
Google Messages ging aus der SMS-App hervor und trug schon die Bezeichnungen „Android Messages“, „Messages by Google“ und „Google Messages“. Derzeit ist die offizielle Schreibweise einfach nur „Messages“. Messages lässt sich auch heute noch als SMS-App verwenden, kombiniert dies aber mit RCS, dem Google nach vielen Jahren endlich zum Durchbruch verhelfen und eine starke Alternative zu WhatsApp schaffen will. Es lassen sich Textnachrichten versenden, Bilder und Dateien anhängen sowie Telefonate führen. Der Erfolg ist trotz aller Bemühungen überschaubar, was man derzeit unter anderem Apple in die Schuhe schiebt.

Messages ist nicht unbedingt aufregend, macht seine Sache aber gut und wird nur sehr langsam mit neuen Features versorgt. Wenn ich wetten würde, welcher Messenger als Letztes eingestellt wird, würde ich tatsächlich auf Messages tippen.

» Google Messages

Messages
Messages
Entwickler: Google LLC
Preis: Kostenlos




Google Duo (Videotelefonie)
Google Duo wurde 2016 im Verbund mit Google Allo gestartet und sollte dabei helfen, die Trennung aus Chat-Kommunikation und Videotelefonie zu etablieren. Allo ist längst Geschichte, aber Duo hat sehr lange Zeit überlebt und eine treue Fangemeinde gefunden, in der sich die Plattform großer Beliebtheit erfreut. Es bietet eine sehr einfache Möglichkeit zum Start von Videotelefonaten auf Basis einer Telefonnummer oder des Google-Kontos. Der Funktionsumfang ist überschaubar, aber genau das macht die Popularität in der treuen Fangemeinde aus.

Allerdings ist die Weiterentwicklung von Duo schon vor langer Zeit eingeschlafen und vor wenigen Wochen wurde verkündet, was viele längst erwartet hatten: Google Duo wird durch Google Meet ersetzt. Man verwwendet absichtlich nicht die Bezeichnung „Einstellung“, denn es soll tatsächlich ein fließender Übergang sein und die Duo-App zur Meet-App verwandeln. Das liegt unter anderem daran, dass Google Duo auf mehr als einer Milliarde Android-Smartphones vorinstalliert ist.

» Google Duo

Google Duo
Google Duo
Entwickler: Google LLC
Preis: Kostenlos

Google Chat (Textnachrichten)
Google Chat richtete sich anfänglich an Business-Nutzer innerhalb von Workspace bzw. G Suite. Es ging aus Hangouts hervor und wurde bis Anfang 2020 als „Hangouts Chat“ angeboten. Mittlerweile ist die Plattform für alle Privatnutzer geöffnet worden und soll eigentlich Google
Hangouts ersetzt. ist ein einfacher Messenger, der unter anderem die Rooms als Zusatzfunktion bietet, aber abgesehen von kleineren Dingen nichts Besonderes vorweisen kann.

Weil Chat ein fester Bestandteil von Workspace ist, das sich an Unternehmen richtet, sind dessen Aussichten recht gut. Gerade Unternehmen dürften es schätzen, nicht ständig den Messenger wechseln zu müssen – so wie es die Privatnutzer bei Google tun müssen.

» Google Chat

Google Chat
Google Chat
Entwickler: Google LLC
Preis: Kostenlos

Google Hangouts
Google Hangouts ist der Methusalem unter den Google-Messengern. Das Produkt wurde schon 2013 gestartet und wird bis heute angeboten. In den letzten Jahren wurde Hangouts nur noch gepflegt, aber nicht mehr weiterentwickelt, weil es durch Chat ersetzt wird. Zuvor sollte es durch Allo ersetzt werden. Dieser Übergang hätte schon vor längerer Zeit abgeschlossen worden sein sollen, doch es gab immer wieder Verschiebungen und Fristen wurden nicht eingehalten. Spätestens Ende 2021 sollte Schluss sein, aber Hangouts lässt sich auch heute noch nutzen und in der Hangouts-Oberfläche gibt noch keinen Hinweis auf die Einstellung. Aus Hangouts gingen die beiden „neuen“ Messenger Google Chat und Google Meet hervor.

Hangouts war / ist noch ein Allrounder, der keine weitere App neben sich hatte und alle Formen der Kommunikation angeboten hat.

» Google Hangouts

Hangouts
Hangouts
Entwickler: Google LLC
Preis: Kostenlos




Google Meet
Google Meet ist die Videokonferenzlösung aus der Workspace-Cloud, die im ersten Pandemie-Jahr wenig überraschend einen steilen Aufstieg hingelegt hat. Vielleicht auch aufgrund der Corona-Pandemie hat man das Produkt für alle Privatnutzer geöffnet und damit einen direkten Konkurrenten für Google Duo geschaffen. Meet bietet einen anderen Einstieg als Duo, doch wenn die Verbindung erst einmal steht, sind die Produkte rein funktionell kaum voneinander zu unterscheiden: Zwei oder mehr Menschen setzen sich vor die Kamera und kommunizieren miteinander. Kein Wunder, dass es zusammengelegt wird.

Google Meet ging ebenfalls aus Hangouts hervor und wurde bis Anfang 2020 in der Workspace-Umgebung als Google Hangouts Meet angeboten.

» Google Meet

Google Meet
Google Meet
Entwickler: Google LLC
Preis: Kostenlos

GMail
GMail ist kein Messenger, spielte aber immer wieder eine Rolle in der schnellen Kommunikation. Schon kurz nach dem Start der E-Mail-Plattform gab es den GMail Chat, der heute über die extern eingebundenen Plattformen angeboten wird: Google Meet, Google Chat und auch Google Hangouts lassen sich integrieren und auf Wunsch auch wieder ausblenden. Messages und Duo waren niemals integriert, obwohl sich auch GMail in erster Linie an Privatnutzer wendet. Das ist Googles Messenger-Logik.


Natürlich gibt es noch weitere Chatdienste im Google-Universum, die aber nicht in diese Auflistung passen: Der Google Docs-Chat für jedes einzelne Dokument, der Stadia-Chat, der YouTube-Chat und sogar in Google Maps ist mittlerweile eine Kommunikationslösung integriert. Diese hier alle aufzulisten würde den Rahmen sprengen und es ist zu erwarten, dass es auch in diesen Bereichen früher oder später wieder zu einer Dachlösung kommen wird.


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