Pixel 6 & Google Fotos: Magic Eraser in der Kamera-App – wohl die lang versprochene Objekt-Entfernung (Video)

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Google ist meisterhaft darin, neue Features anzukündigen und an Technologien zu arbeiten, die viele Menschen bei der Präsentation begeistern können. Doch wenn es an die Umsetzung und den Rollout geht, kommt immer wieder Sand ins Getriebe bzw. einzelne Projekte werden gestoppt. Nun zeichnet sich ab, dass man ein vor vier Jahren angekündigtes Google Fotos-Feature endlich ausrollen und unter der Bezeichnung Magic Eraser auf die Pixel-Smartphones bringen wird. Das Wörtchen “Magic” trifft es tatsächlich sehr gut.


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Das Team von Google Fotos hat schon im Jahr 2017 ein Feature angekündigt, mit dem störende Elemente von einem Bild entfernen lassen sollen. Und dabei geht es nicht um Kleinigkeiten wie dem Haar auf der Kameralinse, verwischten Details oder roten Augen, sondern um sehr viel mehr. Man hat damals in Aussicht gestellt, ganze Objekte einfach entfernen zu lassen – und das weitgehend vollautomatisch. Einfach das Objekt oder Element auswählen, das Knöpfchen drücken und es verschwindet.

Die Herausforderung
Das Verschwinden lassen von Objekten von einem Bild ist die eine Sache, die jeder mit einem halbwegs guten Grafikprogramm noch hinbekommt. Sehr viel schwerer ist es aber, die dadurch entstandene Lücke im Bild so zu schließen, dass das später nicht mehr sichtbar ist. Je nach Größe des entfernten Objekts und Hintergrund ist das eine Mammutaufgabe für jeden Grafiker und vor allem für einen vollautomatisch agierenden Algorithmus.

Wer ein kleines Flugzeug vom blauen Himmel retuschieren möchte, sollte damit kein großes Problem haben. Geht es um größere Elemente und einen recht belebten Hintergrund, hat man allerdings eine große Herausforderung vor sich. Mit einer starken Mustererkennung lässt sich so mancher Verlauf fortsetzen, doch alles darüber hinaus ist rein theoretisch nicht möglich. In der Praxis könnte es aber dennoch funktionieren.




Google Fotos Gegenstände entfernen

Ankündigung des Google Fotos-Teams
Das Google Fotos-Team hatte vor weit über vier Jahren dieses Feature mit obiger Animation angekündigt, die vielen Nutzer mittlerweile wohl bekannt sein dürfte. Der Fotograf hat den Jungen durch den Zaun hindurch fotografiert, der sich dadurch natürlich im Vordergrund befindet und einiges verdeckt. Auf den ersten Blick ist es sehr beeindruckend, dass dieses über die gesamte Bildgröße gehende Element mit nur einem Knopfdruck entfernt wird.

Auf den zweiten Blick wird allerdings deutlich, dass das in diesem Fall vielleicht gar nicht so schwer ist. Der Zaun bedeckt zwar die gesamte Fläche, aber die einzelnen Streben sind sehr dünn und verdecken nur wenig vom Hintergrund. Der Hintergrund wiederum besteht hauptsächlich aus dem Sandboden sowie den Bäumen, sodass das reine Füllen mit der dominierenden Farbe inklusive eines Verwischen-Effekts schon Wunder bewirken kann. Auch der Bereich, der den Jungen verdeckt, ist nicht gerade detailreich.

Googles KI ist schon weiter
Man darf nicht vergessen, dass dieses Feature im Frühjahr 2017 angekündigt wurde – also vor mittlerweile viereinhalb Jahren. Seitdem ist in puncto Bilderkennung sehr viel passiert. Die Objekterkennung rund um die Google Kamera und Google Lens hat gewaltige Schritte gemacht, man hat sehr viel Erfahrungen mit den Kamera-Effekten der Pixel-Smartphones gesammelt und die KI ist im visuellen Bereich zu vielen Kunststücken in der Lage.

Die Algorithmen können nicht zaubern, aber selbst nicht sichtbare Bereiche könnten durch eine starke KI wiederhergestellt werden – unter gewissen Umständen. Die Algorithmen haben Aber-Milliarden Bilder und Fotos in ihren Datenbanken, sodass sich durch Vergleiche sicherlich auch Dinge wiederherstellen lassen, die nur teilweise zu sehen sind.

Mal ein einfaches Beispiel: Man fotografiert sich vor dem Eiffelturm und im Hintergrund spielt eine recht groß abgebildete Person die Fotobombe. Diese würde viele Details des Turms verdecke, die sich durch reine Musterfüllung nicht wiederherstellen ließen. Wenn die Algorithmen das Gebäude nun als Eiffelturm erkennen (wozu sie problemlos in der Lage sind), können dank Tausender weiterer Aufnahmen vom Eiffelturm die fehlenden Fragmente wieder eingesetzt werden. Das ist natürlich die Optimalsituation die nicht überall funktioniert, aber technisch sicherlich möglich ist.




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Das Killerfeature für das Pixel 6?
Vor wenigen Tagen wurde der neue “Kameratrick” Magic Eraser in der Google Kamera-App des Pixel 6 entdeckt. Worum es sich dabei handelt, ist unklar, aber ich halte die Bezeichnung für sehr zutreffend auf das damals angekündigte Google Fotos-Feature. Schon damals hatte man auf der Google I/O-Bühne das Wörtchen “Magic” verwendet. Das muss noch nicht viel heißen, doch auch in diesem Fall kann ein Blick zu Samsung nicht schaden.

Samsung hat schon vor einigen Monaten eine solche Funktion ausgerollt und ist Google damit zuvorgekommen. Und wenn die Südkoreaner vorlegen, dann muss Google natürlich gerade beim Pixel 6 nachlegen. Für mich ist die Wahrscheinlichkeit damit recht hoch, dass wir diese Funktion nach so langer Zeit endlich tatsächlich nutzen können. Zuerst Pixel-exklusiv, später aber sicherlich auch auf anderen Smartphones oder zumindest für Google One-Abonnenten.

Und dann wäre da noch das angekündigte Feature, mit dem sich Schwarz-Weiß-Bilder wieder mit Farbe versehen lassen…

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