Alle Google-Produkte sind kostenlos? Google bittet die Nutzer zur Kasse – Überblick über die Abo-Dienste

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Praktisch alle populären Google-Produkte sind vollkommen kostenlos und werden teilweise von mehr als einer Milliarde Nutzern verwendet, die vom Unternehmen kostenlose Dienstleistungen sowie Speicherplatz erhalten. Im Laufe der Zeit hat Google aber auch viele Abo-Dienst geschaffen, bei denen die Nutzer monatlich zur Kasse gebeten werden, um bestimmte Leistungen zu erhalten. Manch einer dürfte überrascht sein, wie viele dieser Abos Google mittlerweile im Sortiment hat. Ein kurzer Überblick.


Google hat sich vor vielen Jahren für ein vermeintlich sehr einfaches Geschäftsmodell entschieden, das bis heute sehr gut funktioniert und die Grundlage für den Erfolg des gesamten Unternehmens bildet: Zahlreiche kostenlose Produkte, für die der Nutzer im Gegenzug Werbeanzeigen sieht bzw. mit seinen Daten bezahlt, um die Werbeanzeigen in anderen Produkten oder im Web zu verfeinern. Dieses Modell hat aber längst tiefe Kratze bekommen, was nicht nur an den Adblockern liegt.

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Die Zukunft des Verkehrs: Google-Mutter Alphabet kann in allen wichtigen Branchen eine große Rolle spielen

Die meisten Nutzer würden wohl, ohne großartig darüber nachzudenken, sagen, dass alle Google-Produkte kostenlos sind. Das ist aus monetärer Sicht korrekt, aber dass die Nutzer stattdessen mit ihren Daten oder der Ansicht von Werbung bezahlen, dürfte den meisten Nutzern gefühlt ziemlich egal sein – trotz aller Datenschutz-Diskussionen der vergangenen Jahre. Genau wegen dieser Diskussionen und der großen Abhängigkeit von der Werbung, hat Google im Laufe der Jahre mehr oder weniger unter dem Radar viele Abo-Dienste geschaffen.

Einige Abos richten sich an spezielle Zielgruppen, während die meisten anderen rein theoretisch für alle Nutzer geschaffen worden sind, um sich einige Vorteile in den bekannten Produkten zu erkaufen. Dennoch dürfte nur ein winzig kleiner Bruchteil aller Nutzer zwei oder gar noch mehr Abos bei Google haben. Welche Bedeutung die Abos bzw. die dahinter stehenden Dienste für Google aus finanzieller Sicht haben, ist leider nicht bekannt. Dennoch wollen wir uns einen Überblick verschaffen. Schaut euch vielleicht auch die aktuellen Alphabet-Quartalszahlen an.

Viele Leser werden vermutlich überrascht sein, wie viele Abos Google tatsächlich betreibt, von denen ihr vermutlich in den meisten Fällen auch schon etwas gehört aber diese nicht mehr unbedingt auf dem Zettel gehabt habt. Produkte mit Einmalzahlungen oder reine Business-Produkte wie die Cloud-Angebote werden an dieser Stelle nicht berücksichtigt. Auch reine US-Produkte wie Google Fi werden ausgespart.



G Suite
Googles Büropaket, das sich an Unternehmen jeder Größe richtet und die bekannten kostenlosen Produkte von GMail über den Kalender bis hin zu Drive mit den vielen angeschlossenen Apps enthält. Zahlende Nutzer (früher gab es auch ein kostenloses Paket) profitieren von einem stärkeren Support, zusätzlichen Funktionen, einer erhöhten Ausfallsicherheit und einigen weiteren Dingen.

YouTube Premium
Google hat im vergangenen Jahr gleich zwei YouTube Premium-Pakete geschnürt – eines für die gesamte Plattform ohne Werbung und inklusive Musik-Abo und eines nur für die werbefreie Musik, Offline-Wiedergabe und einige weitere Vorteile. Erst seit wenigen Tagen erlaubt man den zahlenden Nutzern gnädigerweise auch das Reisen in ferne Länder, ohne die eigene Musik-Bibliothek zu verlieren. In den USA gibt es auch noch YouTube TV für das gesamte Fernsehprogramm.

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Stadia
Stadia wird schon in wenigen Tagen an den Start gehen und den Spielern für 9,99 Euro im Monat die volle Leistung der Spieleplattform bieten. Die Plattform bietet auch ein kostenloses Modell, bei dem die Nutzer aber rein qualitativ etwas zurückstecken müssen. Mehr Informationen zu Stadias Preismodell.

Google Play Pass
Ein ganz neues Produkt, das erst in den nächsten Monaten nach Deutschland kommen wird. Mit dem Google Play Pass gibt es gegen eine monatliche Gebühr eine ganze Reihe von kostenpflichtigen Apps vollkommen kostenlos, ohne Werbung und ohne jegliche In-App-Käufe.

Google One
Das derzeit wohl bekannteste Abo: Gegen ein monatliches oder jährliches Entgelt erweitert Google den für GMail, Drive und Fotos zur Verfügung stehenden Speicherplatz und bietet weitere Vorteile. Unter diesem Dach könnten zukünftig einige weitere Abo-Dienste zusammengefasst werden.



Google Contributor
Schon seit einigen Jahren betreibt Google ein Programm, mit dem sich Nutzer gegen eine monatliche Gebühr von einem bestimmten Anteil Werbung im Web freikaufen können. Das funktioniert aber nur mit einem zuvor festgelegten Anteil und natürlich auch nur mit der Werbung, die von Google ausgeliefert wird. Bisher ist das Programm allerdings wenig erfolgreich.

Nest Aware
Wer sein Smart Home mit Geräten von Google Nest ausgestattet hat und auch die entsprechenden Überwachungskameras besitzt, sollte über ein Nest Aware-Abo nachdenken, das erst vor wenigen Tagen für die meisten Nutzer deutlich günstiger geworden ist. Nest Aware bietet Server-Kapazitäten für die Aufnahmen, Fernzugriff, intelligente Erkennungen und einiges mehr.

» Nest Smart Home: Google führt dreistufiges Preismodell für das Nest Aware-Abo für Überwachungskameras ein


Grundlegend würde man sich vielleicht wünschen, all diese Abos in einem großen Paket zu vereinen, weil sie aber doch sehr stark auf einzelne Zielgruppen oder Produkte zugeschnitten sind, würde sich das nur für wenige Produkte anbieten. Ein Bundle aus Stadia, YouTube Premium und dem Play Pass wäre aber z.B. durchaus denkbar. Und das werden sicher nicht die letzten Angebote bleiben, für die die Nutzer in die Tasche greifen können.

Siehe auch
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