Google stoppt alle Tablet-Projekte: Hardware-Chef Rick Osterloh konkretisiert das Tablet-Aus

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Gestern hat Google mit der Ankündigung überrascht, vollständig aus der Tablet-Produktion auszusteigen und sich stattdessen auf Laptops zu konzentrieren. Ein aus mehreren Gründen nachvollziehbarer Schritt, der in vielen Medien aber offenbar missverständlich dargestellt wurde, sodass Googles Hardware-Chef Rick Osterloh noch einmal nachlegen musste: Google wird den Tablet-Markt natürlich nicht aufgeben.


Das Smartphone hat dem Computer schon lange den Rang abgelaufen und ist zur wichtigsten Plattform geworden. Gleichzeitig hat aber auch der Desktop noch eine sehr große Bedeutung und wird diese auch auf absehbare Zeit nicht verlieren. Irgendwo dazwischen befinden sich die Tablets, die ebenfalls sehr viele Treue Nutzer und Fans haben, aber deren Verkaufszahlen seit über drei Jahren sinken. Google selbst hatte diesem Markt nie eine große Bedeutung eingeräumt.

pixel slate

Google hatte verkündet, alle Tablet-Projekte zu stoppen, von denen es bis zum Anfang der Woche zwei aktuelle gegeben haben soll und sich stattdessen auf Laptops zu konzentrieren. Damit war natürlich gemeint, dass der Geschäftszweig „Google Hardware“ keine Tablets mehr herstellt, aber es bezog sich nicht auf Android- oder Chrome OS-Tablets der vielen anderen Hersteller, mit denen Google auch weiterhin kooperieren und an zukünftigen Projekten arbeiten wird. Das hat Hardware-Chef Rick Osterloh nun noch einmal unmissverständlich bei Twitter klargestellt.

Es ist also sehr gut möglich, dass es schon bald wieder gemeinsame Tablets mit großen Hardware-Partnern geben wird, die dann aber unter der Marke des Partners und nicht als „Made by Google“ vermarktet werden. Im Grunde hat sich also nichts geändert, außer dass zukünftigen Google-Tablets eine Absage erteilt wurde. Dass Google selbst aussteigt, muss nicht unbedingt ein schlechtes Zeichen sein, denn als (vergleichsweise) kleiner Hardware-Produzent muss man sich eben auf die wichtigen Bereiche konzentrieren.

Wenn man gesehen hat, dass die Partner bessere Geräte bauen können, dann wählt man eben diese für die zukünftige Strategie. Kein Beinbruch, nur eben mit einem Beigeschmack, weil Google selbst die nutzbaren Betriebssysteme entwickelt.



Fraglich ist natürlich auch, wo heute noch die Grenze zwischen einem Tablet und einem Laptop zu ziehen ist. Viele Tablets lassen sich mit einer Tastatur erweitern und zum Laptop umwandeln. Einige Laptops verfügen über eine abnehmbare Tastatur und lassen sich in ein Tablet verwandeln. Da in Googles Ökosystem nun Chrome OS für beides zum Einsatz kommt, ist der reale Unterschied kaum noch sichtbar. Das hat sich zuletzt auch am Pixel Slate gezeigt, das Google auch weiterhin bis zum 2024 unterstützen wird.

Auf ein Google-Tablet wartet heute niemand mehr, denn der Zug ist nach mehreren Enttäuschungen, insbesondere für Europäer, längst abgefahren. Dass man das nun auch selbst gemerkt und kommuniziert hat, ist also eher positiv zu bewerten. Tablet-Hersteller dürften sich davon nicht stark beeinflussen lassen – und die Käufer schon gar nicht. Nach wie ist das iPad Marktführer, ganz im Gegensatz zur Situation auf dem Smartphone-Markt. Der lange Google-Schlingerkurs hat das natürlich nicht leichter gemacht.

Ob Chrome OS als Tablet-Betriebssystem die richtige Wahl gewesen ist, müssen nun die großen Hersteller beweisen. Erst vor wenigen Monaten wurden in einer Google-Präsentation neue Cloud first-Tablets angekündigt, auf denen gerüchteweise auch Fuchsia zum Einsatz kommen könnte – was man aus heutiger Sicht aber wohl schon wieder vergessen kann.

Siehe auch
» Das fremde Smart Home: Google Nest-Nutzer konnte auf die Bilder einer verkauften Nest Cam zugreifen

» Rotstift: Google streicht zahlreiche Hardware-Projekte – möglicherweise wegen Fuchsia


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