Googles Kampf gegen die URL: Chrome Canary blendet URLs bei Suchanfragen vollständig aus

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Wie aus dem Nichts hat sich Google vor kurzem dem Kampf gegen die URls verschrieben, die im Chrome-Browser zukünftig völlig anders dargestellt werden sollen. Erste Schritte in diese Richtung hat es bereits gegeben, aber mit einem neuen Test in der Canary-Version geht es nun schon an eine mögliche finale Umsetzung. Dieser blendet die URL bei Suchanfragen vollständig aus.


Die Omnibox im Chrome-Browser ist hauptsächlich natürlich das Eingabefeld zum Aufruf einer URL, kann aber auch für viele andere Dinge verwendet werden. Über dieses Eingabefeld lassen sich Google-Suchen starten, selbst angelegte Suchmaschinen aufrufen, je nach Plattform Fragen direkt beantworten und Fakten abrufen, der Suchverlauf und Vorschläge anzeigen und einiges mehr. Bisher haben sich diese verschiedenen Funktionen auch in der Darstellung unterschieden.

Chrome Omnibox URL Google Search

In der Canary-Version des Chrome-Browsers lässt sich nun ein neuer Flag aktivieren, mit dem die URL bei einer Google-Suche vollständig ausgeblendet und durch die Suchanfrage ersetzt wird. Tatsächlich verwandelt sich die Omnibox dadurch nun auch visuell in eine Suchleiste und erfüllt diese Funktion. Wie sinnvoll das ist, kann man vielleicht auch auf obigem Screenshot beurteilen: Die Suchanfrage wird nun im Titel, in der Adressleiste und direkt darunter noch einmal in der Google-Suchleiste angezeigt. Die letzten beiden verschmelzen dadurch praktisch zu Eins.

Es ist nicht der erste Schritt von Google, den Kampf gegen die URLs zu beginnen: Erst vor zwei Wochen wurde mit dem Update auf Chrome 69 begonnen, erste Subdomains auszublenden – was man aber sehr schnell wieder zurückgezogen hat. Langfristig dürfte es wohl darauf hinauslaufen, dass URLs in der aktuell bekannten Form vielleicht gar nicht mehr zu sehen sind. Wie das genau aussehen soll, weiß Google aber selbst noch nicht.

Doch schon im kommenden Jahr soll es, darauf hat Google die Nutzer bereits eingeschworen, große Änderungen geben.



query-in-omnibox-chrome

Erst vor wenigen Wochen gab es einen solchen Test in der Android-Version des Chrome-Browsers, der sich ebenfalls per Flag aktivieren lässt. Aufgrund der deutlich schmaleren Adressleiste ist es dort vielleicht sinnvoller, aber auch an dieser Stelle hat man dann praktisch zwei Suchleisten direkt untereinander.

So lässt es sich auf dem Desktop ausprobieren

  1. Ihr benötigt Chrome Canary
  2. Öffnet chrome://flags
  3. Sucht dort den Punkt #enable-query-in-omnibox_flag und aktiviert diesen
  4. Jetzt den Browser neu starten und fertig

Was haltet ihr von diesem Test?

Siehe auch
» Viele Neuerungen bei Google Chrome: So lassen sich die meist-diskutierten Änderungen rückgängig machen
» Zu kompliziert und ätzend: Google möchte URLs im Chrome-Browser verschwinden lassen
» Googles Kampf gegen die URL: Chrome 69 blendet erste URL-Teile aus – So lassen sie sich wieder einblenden
» Rolle Rückwärts: Nach Kritik zeigt Google Chrome URLs in der Adressleiste wieder vollständig an – vorerst

[Francois Beaufort]


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comment 2 Kommentare zum Thema "Googles Kampf gegen die URL: Chrome Canary blendet URLs bei Suchanfragen vollständig aus"

  • Finde ich schrecklich schlecht.
    Grade an den url’s erkenne ich doch, woher die Seite ist, und es gibt mit der zeit einfach domains (als Entwickler) von denen ich ganz sicher NICHT auf den link klicken will… wenn mir jetzt vorenthalten wird, welche domain hinter einem suchergebnis steht, werde ich vermutlich die google suche nicht mehr nutzen können.

  • hy Leute, fand das ganz praktisch – ist natürlich riskant, wenn Umleitungen darauf setzen.
    Wenn ich in der Adressleiste doppelt klickte, kam der ganze Link zum Vorschein.
    Ich nutzte im Moment sehr intensiv YT dern Übersetzer hin und wieder die Maps.
    Ich freue mich über sinnwolle Änderungen. Die Leute wollen immer das gleiche – Schade.

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