Schnellere Android-Updates: Die Deutsche Telekom verzichtet ab sofort auf Branding & Bloatware

android 

Eines der größten Probleme in der Android-Welt ist nach wie vor die schlechte Versorgung der Smartphones mit Updates. Das hat ganz verschiedene Gründe, liegt zu einem gewissen Teil aber auch an den Mobilfunkanbietern. Auch diese nehmen „nützliche Anpassungen“ vor und installieren die üblichen Bloatware-Apps. Doch zumindest bei der Deutschen Telekom ist nun Schluss damit, wie man vor wenigen Tagen verkündet hat.


Viele Besitzer eines aktuellen Smartphones können sich zwar sicher sein, ein Update auf die neueste Android-Version zu bekommen, müssen aber sehr lange Zeit darauf warten – nicht selten sogar bis zum Release der nächsten Android-Version. Das liegt vor allem an den umfangreichen Anpassungen der Hersteller und auch deren begrenzte Lust, bereits verkaufte Geräte (mit denen kein Geld mehr verdient wird) zu aktualisieren. Aber auch die Provider haben einen kleinen Anteil daran.

android telekom branding

Hat ein Hersteller endlich ein Android-Update für eines der Smartphones angepasst, dann dürfen sich nur die Besitzer eines frei gekauften Geräts freuen. Die über die Provider erworbenen Smartphones hingegen benötigen noch einmal etwas länger – was manchmal Tage, manchmal aber auch Wochen dauern kann. Der Grund dafür ist, dass die Mobilfunkanbieter noch einige Apps (Bloatware) vorinstallieren und sich damit noch etwa Geld dazu verdienen. Bei der Telekom ist nun aber Schluss damit.

Wie das Unternehmen Ende letzter Woche auf dem hauseigenen Blog mitgeteilt hat, werden Updates nun direkt vom Hersteller auf die Smartphones ausgeliefert, ohne den Umweg über die Telekom gehen zu müssen. Dieser Prozess wird damit nicht nur beschleunigt, sondern als Nutzer profitiert man auch davon, dass die Smartphones nun ohne die vorinstallierten Apps auskommen. Man bekommt also das reine Android des Herstellers (wobei „rein“ Ansichtssache ist).

Diese Änderung gilt ab sofort für alle über die Telekom erworbenen Smartphones. Alle vorher gekauften Geräte werden das Branding allerdings behalten, aber das Problem löst sich im Laufe der Zeit von selbst.



Wer aber auf keinen Fall auf die geliebte Bloatware verzichten möchte (ich kenne selbst einige Menschen, die diese Apps nutzen), kann sie aber auch weiterhin direkt nach der Einrichtung bekommen:

  1. Ihr setzt eure Telekom-SIM ein und startet das Gerät. Nach dem erstmaligen Einschalten des Smartphones durchlauft ihr die
  2. Ersteinrichtung des Herstellers.
  3. Im weiteren Verlauf bekommt ihr entweder während der Einrichtung oder danach (abhängig vom Smartphone-Modell) unsere empfohlenen Telekom-Anwendungen angezeigt.
  4. Wählt die Anwendungen aus, die ihr installieren wollt.
  5. Direkt nach Beenden des Einrichtungsprozesses (zu welchem ggf. auch ein Neustart gehört) begrüßt euch unser neuer Telekom Willkommens-Moment. Dort werdet Ihr u.a. gefragt, ob Ihr Benachrichtigungen und automatische Updates zu installierten Apps erhalten wollt.
  6. Die von euch ausgewählten Anwendungen der Telekom und unserer Partner findet ihr nun auf eurem Startbildschirm.

Hoffen wir, dass viele andere Provider nachziehen und so etwas schon bald zum Standard wird. Da mittlerweile auch schon die ersten Hersteller auf das reine Android von Google setzen, ohne jegliche Anpassungen, könnten Updates in Zukunft tatsächlich sehr schnell ausgeliefert werden. Und auch das Project Treble wird seinen Anteil daran haben, dass die riesige Fragmentierung vielleicht schon bald immer besser wird.

Siehe auch

» Ankündigung im Telekom-Blog


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