Firefox Quantum: Google ist ab sofort wieder die Standard-Suchmaschine im Mozilla-Browser

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Gestern hat Mozilla mit dem Firefox Quantum das „Größte Update aller Zeiten“ für den hauseigenen Browser ausgerollt und möchte mit diesem wieder Jagd auf Googles Chrome-Browser machen. In den Berichten rund um den Browser ist allerdings ein kleines aber sehr wichtiges Detail untergegangen: Google ist ab sofort wieder die Standard-Suchmaschine in dem Mozilla-Browser, der sich damit vorzeitig aus dem Yahoo!-Vertrag aus dem Jahr 2014 herauslöst.


Firefox gehört zu den weltweit populärsten Browsern, aber dennoch ist es in den vergangenen Jahren gefühlt sehr ruhig um das Mozilla-Projekt geworden – und die Marktanteile sind stetig gesunken. Doch statt sich Google geschlagen zu geben, wie es ein ehemaliger Entwickler suggerierte, hat Mozilla eine Kampfansage abgegeben und hat gestern mit der Version 57 – die auch den Beinamen „Quantum“ trägt – geliefert.

mozilla firefox quantum

Mit Firefox Quantum ändern sich aber nicht nur viele Dinge an der Oberfläche des Browsers, sondern es wird auch gleichzeitig eine neue Standard-Suchmaschine ausgeliefert. Ab sofort ist Google wieder als Standard eingestellt und wird bei jeder Eingabe in die Adressleiste, die keiner URL entspricht, verwendet. Das gilt für die USA, Kanada, Hong Kong und Taiwan – denn in diesen Ländern hatte Google in den vergangenen Jahren gegenüber Yahoo! das Nachsehen.

Ende 2014 hatte Mozilla damit überrascht, Yahoo! als Standard-Suchmaschine zu verwenden und Google erstmals seit Erscheinen des Browsers abzulösen. Das hatte Google kurzzeitig einige Nutzer gekostet, dürfte insgesamt für Yahoo! aber nicht unbedingt profitabel gewesen sein. Ursprünglich hätte der Vertrag bis Ende 2019 laufen sollen, doch daran waren wohl beide Seite nicht mehr interessiert und haben den Vertrag vorzeitig aufgelöst. Eine Stellungnahme von Mozilla oder Yahoo bzw. Oath gibt es bisher nicht.

Bis auf wenige Ausnahmen ist Google damit wieder in allen Ländern die Standard-Suchmaschine im Firefox. Ausnahme ist lediglich China (Baidu), sowie Russland, Kasachstan, Weißrussland und die Türkei mit Yandex.



Google ist damit wieder in allen großen Browsern die Standard-Suchmaschine und dürfte damit die eigene Reichweite in diesem Jahr wieder ordentlich erhöht haben. Mozilla ist nicht das einzige Comeback, denn erst vor wenigen Wochen hatte auch Apple bekannt gegeben, ab sofort wieder Google bei Siri zu verwenden und hat dafür Microsofts Bing-Suchmaschine über Bord geworfen.

Unklar ist zur Zeit, wie viel Geld Google für diesen erneuten Deal auf den Tisch gelegt hat. Im letzten Jahr der ersten Google-Kooperation, 2014, hatte sich Mozilla zu ganzen 99 Prozent allein vom Google-Geld finanziert. Da man aber mit Yahoo! in der jetzigen Form wohl nicht mehr zufrieden war, ist es durchaus möglich dass Google am längeren Hebel saß und nicht um ganz so viel Geld erhöhen musste, wie bei all den anderen Anbietern.

Erst vor kurzem wurde bekannt, das Google allein in diesem Jahr 19 Milliarden Dollar für den Platz als Standard-Suchmaschine ausgibt bzw. ausgegeben hat. Davon gingen 3 Milliarden Dollar an Apple und 3,5 Milliarden Dollar an Samsung. Wie viel man nun für den Firefox zahlt ist nicht bekannt, denn weder Google noch Mozilla haben sich bisher zu dem erneuten Deal geäußert.

[TechCrunch]


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