Google und viele andere Suchmaschinen arbeiten seit Jahren hart daran, die Suchergebnisse sauber zu halten und Spam- sowie Piraterie-Seiten aus den Ergebnislisten zu streichen. Das tun sie zur Steigerung der Qualität oftmals freiwillig, aber das reicht der Medienindustrie in Großbritannien nun nicht mehr aus. In dem Brexit-Land haben sich Google und Microsoft als größte Suchmaschinen-Betreiber nun verpflichtet, solchen Links überhaupt keine Chance mehr zu geben und zensieren ihre Ergebnisse freiwillig.
Google erhält Tag für Tag mehrere Tausend Anträge zur Löschung von einzelnen URLs aus den Suchergebnissen, hinter denen sich urheberrechtlich geschütztes Material verbirgt. Die wahren Ausmaße dieses Lösch-Irrsinns sind kaum noch zu begreifen, und eine jetzt von Google veröffentlichte Statistik zeigt, wie viele URLs man allein im vergangenen Jahr 2016 löschen musste: Nämlich knapp eine Milliarde Links.
Den Betreibern der großen Internet-Plattformen wird immer wieder vorgeworfen, nicht genügend gegen anstößige Inhalte wie Hate Speech oder auch Propaganda zu tun. Nun haben sich die größten Betreiber zusammen getan und werden in Zukunft gemeinsam daran arbeiten, die Inhalte zu sperren und eine Verbreitung möglichst effektiv zu verhindern. Google ist mit YouTube in dieser neuen Vereinigung vertreten.
Zahlreiche Unternehmen aus der Medienindustrie versuchen die Ergebnisse der Google-Websuche zu zensieren um illegale Downloads zu verhindern. Zwar unternimmt Google selbst viele Schritte um solche Seiten gar nicht erst in die Ergebnisse aufzunehmen, aber dabei handelt es sich bekanntlich um einen Kampf gegen Windmühlen. Der Versuch der französischen Musikindustrie, den kompletten Begriff "Torrent" zu zensieren ist nun aber zurückgewiesen worden.
In den letzten Jahren ist die Anzahl der Löschanfragen die bei Google eingegangen und bearbeitet worden sind explosionsartig angestiegen und stellt das Unternehmen mittlerweile vor eine riesige Herausforderung. Aus den von Google veröffentlichten Daten geht nun hervor, dass man im abgelaufenen Jahr 2014 ganze 345 Millionen Links aus den Suchergebnissen gelöscht hat - und in diesem Jahr dürften es wohl nicht weniger werden.
In den vergangenen Monaten und Jahren wurden in China immer wieder einige Online-Angebote von westlichen Firmen gesperrt - auch Google war in der Vergangenheit schon sehr oft davon betroffen. Einige Google-Services, allen voran Blogger und YouTube, wurden immer wieder temporär gesperrt und waren aus dem Riesenreich nicht erreichbar - nun hat es aber erstmals auch GMail getroffen. Googles Mail-Angebot ist bereits seit Ende der vergangenen Woche nicht mehr erreichbar und dürfte dadurch wohl eine signifikante Anzahl von Nutzern verlieren.
Die Diskussion um die Löschung von Links aus den Suchergebnissen auf Grundlage des Recht auf Vergessens bekommt wieder einmal neues Öl ins Feuer: Nachdem bisher zu großen Teilen nur News-Webseiten und Blogs aus dem Index gelöscht worden sind, ist nun erstmals auch die Wikipedia betroffen: Gründer Jimmy Wales, der ebenfalls zu Googles Beirat gehört, zeigt sich empört.
Das vor wenigen Monaten beschlossene Recht auf Vergessen wurde nicht nur von vielen Beobachtern als "schlechter Witz" und "nicht zeitgemäß" aufgenommen, sondern war auch in der Konsequenz der Ausführung mehr als dürftig. Google hat die laschen Vorschriften für sich selbst genutzt und durch die eigene Vorgangsweise das ganze Gesetz eher ad absurdum geführt und die Politiker und Datenschützer vorgeführt. Jetzt wollen die Datenschützer nachlegen und die alten "Fehler" beseitigen.
Es war ja nur eine Frage der Zeit: Nachdem Google seit einigen Monaten das Recht auf Vergessen in den europäischen Versionen der Suchmaschine umsetzen und die eigenen Ergebnisse zensieren muss, gibt es nun eine neue Webseite die genau diese gelöschten Links sammelt. Diese werden dort mit allen Details aufgelistet und zeigen ein weiteres mal, wie sinnlos dieses neue Gesetz ist.
Seit wenigen Tagen setzt Google das Recht auf Vergessen um und hat erste Links aus den Suchergebnissen entfernt. Natürlich ist Google mit dem Urteil und den damit verbundenen Löschungen nicht zufrieden und kämpft nun auf eigene Art - ganz ohne Anwälte - dagegen an. Durch gezielte Aktionen möchte man das ganze Gesetz Ad Absurdum führen und weiter in den Medien halten.