KI-Rechenzentren: Google will Wasserverbrauch massiv senken & zukünftig mehr zurückgeben als verbrauchen
Google hat bereits angekündigt, die eigene Infrastruktur in den nächsten Jahren massiv ausbauen zu wollen und wird dafür wohl das eine oder andere neue Rechenzentrum errichten oder bestehende nach Möglichkeit ausbauen. Weil Rechenzentren derzeit nicht den besten Ruf haben, geht Google jetzt in die Offensive und will durch neue Programme den Wasserverbrauch enorm senken und unter dem Strich sogar mehr Wasser „zurückgeben“, als man selbst benötigt.
Rechenzentren haben nicht gerade einen kleinen Fußbadruck in der Umweltbilanz, sodass der massive Ausbau auch schlechtes Licht auf Google wirft. Doch weil man in Nöten ist und allein in den nächsten zwei Jahren wohl um die 500 Milliarden Dollar in den Ausbau der Rechenzentren investieren wird, geht man jetzt in die Offensive. In einem längeren Beitrag erklärt man, wie das „Water Stewardship“-Programm dafür sorgen soll, den Netto-Wasserverbrauch auf Null zu reduzieren uns bis 2030 gar 120 Prozent des Wassers zurückzugeben. Hier die wichtigsten Punkte:
Mehr Wasser zurückgeben als verbrauchen:
- Bis 2030 sollen jährlich über 19 Milliarden Gallonen Wasser in die Natur zurückgeführt werden. Dies entspricht mehr als dem Doppelten des Google-Verbrauchs von 2024 und würde ausreichen, um die gesamte Stadt Los Angeles 40 Tage lang zu versorgen.
- Bereits im Jahr 2025 hat Google über 7 Milliarden Gallonen Wasser zurückgewonnen (vergleichbar mit dem Jahresverbrauch von 70.000 US-Haushalten).
- Die Initiativen zielen nicht nur auf reine Wassermengen ab, sondern sollen auch allgemeine Herausforderungen wie die Wasserqualität in den betroffenen Einzugsgebieten verbessern.
Modernisierung der lokalen Infrastruktur:
- Da kommunale Wasserversorger oft unterfinanziert sind, unterstützt Google diese gezielt bei der Aktualisierung ihrer öffentlichen Infrastruktur.
- Zusätzlich zu den regulären Wasserkosten hat Google bisher über 500 Millionen US-Dollar bereitgestellt.
- Mit diesen Mitteln werden Projekte finanziert, die von der Erschließung neuer lokaler Wasserquellen bis hin zur Erkennung von Lecks in den Rohrleitungssystemen reichen.
Luftkühlung in Risikogebieten:
- Bevor neue Rechenzentren gebaut werden, nutzt Google ein datengestütztes System, um die lokalen Wassereinzugsgebiete genau zu bewerten.
- Eine Wasserkühlung wird nur dann in Betracht gezogen, wenn die lokalen Wasserressourcen nachweislich gesund und widerstandsfähig sind.
- Wird eine Wasserquelle als gefährdet („High Risk“) eingestuft, entscheidet sich Google in enger Abstimmung mit lokalen Behörden konsequent für Luftkühlung oder recyceltes Wasser.
Transparente Berichterstattung:
- Google betont, dass der Wasserverbrauch in der Industrie keine „Black Box“ sein dürfe.
- Als erster großer Cloud-Anbieter, der seinen jährlichen Wasserverbrauch pro Standort offengelegt hat, verpflichtet sich Google, diese Transparenz für die betroffenen Gemeinden auch in Zukunft beizubehalten.
Nutzung alternativer Wasserquellen:
- Gemeinsam mit Versorgungsunternehmen wird aktiv nach Alternativen zu Trink- und Frischwasser gesucht.
- Ein Vorzeigeprojekt befindet sich in Douglas County (Georgia): Dort kooperiert Google mit den lokalen Behörden, um geklärtes Abwasser direkt für die Kühlung des dortigen Rechenzentrums wiederzuverwenden.
—
Google setzt sich schon seit Jahren für den Umweltschutz ein, natürlich auch aus PR-Gründen. Seit jeher betreibt man Projekte für Stromgewinnung, errichtet massive Photovoltaik-Anlagen, Windkraftparks und sogar Wasserkraftwerke. Im Zuge des KI-Ausbaus wurden einige Ziele kurzerhand über Bord geworfen, doch jetzt scheint man langsam wieder in die Spur zu kommen und will auch in puncto Wasserverbrauch dagegensteuern. Wie viel am Ende tatsächlich dabei herauskommt, bleibt abzuwarten.
» Google kauft überraschend Rechenpower bei SpaceX: Kommt jetzt das erste Rechenzentrum im Weltraum?
Letzte Aktualisierung am 22.05.2026 / Bilder von der Amazon Product Advertising API / Affiliate Links, vielen Dank für eure Unterstützung! Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen.
GoogleWatchBlog bei Google News abonnieren | GWB-Newsletter