Pixel 6 & Pixel 6 Pro: Googles neuer Tensor-Chip soll zur KI-Rakete werden – erste Benchmarks bedeutungslos?

pixel 

Google will mit den kommenden Pixel 6-Smartphones den großen Erfolg feiern und hat dafür auf allen Ebenen aufgerüstet – natürlich auch unter der Haube. Es wird erstmals der neue Tensor-Chip verbaut sein, über den in dieser Woche die ersten noch nicht bekannten Details durchgesickert werden und vielleicht für Ernüchterung gesorgt haben. Doch Googles Stärken liegen an ganz anderer Stelle.


google original chips cover

Anfang August hat Google sowohl die Pixel 6-Smartphones als auch den Tensor-Chip angekündigt, der das eigentliche Highlight bei der damaligen Vorstellung gewesen ist. Nach eigenen Angaben wurden vier Jahre Entwicklungszeit in das SoC gesteckt, über das in den folgenden Wochen immer mehr Details durchgesickert sind. Mit jedem Leak könnte die Begeisterung abnehmen, denn so manche Informationen sind ernüchternd.

Zuerst wurde bekannt, dass es sich bei Tensor um einen bisher nicht veröffentlichten Samsung Exynos handelt und dieser somit keine echte Eigenentwicklung ist. Das ist eigentlich keine große Überraschung, denn die Zusammenarbeit mit Samsung ist seit langer Zeit bekannt und als in diesem Bereich branchenfremdes Unternehmen muss man das Rad auch nicht neu erfinden, wenn man einen starken Technologiepartner an der Seite hat. Natürlich hat man nicht den Exynos vier Jahre lang tatenlos betrachtet, sondern auf dieser Basis ein eigenes SoC gebaut, das die Stärken vielleicht in andere Bereiche legt, die bisher keine große Rolle gespielt haben.

Vor wenigen Tagen sind die ersten Benchmarks und Vergleiche aufgetaucht, die gezeigt haben, dass der neue Chip schon jetzt hinter der Leistung der Konkurrenz liegt. Der Abstand ist zwar gering, aber im Vergleich zu den gut ein Jahr alten Geräten eben doch vorhanden. Aber auch das muss keine Enttäuschung sein, wie Google selbst damals betont und immer wieder bewiesen hat.




pixel 6 pro benchmark 1

Benchmarks sind nicht alles
Zuerst muss beachtet werden, dass die Benchmarks mit einem Vorserienmodell und einem nicht wirklich geeigneten Web-Speedtest durchgeführt wurden. Letztes gilt natürlich für alle Geräte, sodass die Vergleichbarkeit wieder gegeben ist. Aber auch der erste Release von Tensor im Pixel 6 wird auf dem Papier wohl nicht an die starke Konkurrenz herankommen – und das muss es auch gar nicht. Die reine Leistung sagt wenig aus, denn es geht viel mehr um die Effizienz.

Google hat mit dem Pixel 6 erstmals die Kontrolle über das Smartphone, das Betriebssystem und das SoC. Das ist eine Position, in der sonst nur Apple ist und mit dem iPhone seit Jahren zeigt, dass man nicht mit Zahlen auf dem Papier klotzen muss. 99 Prozent der Nutzer ist es vollkommen egal, wie viel Gigahertz unter dem Smartphone-Display werkeln. Wichtig ist, dass es flüssig, zuverlässig und am Besten auch viele Jahre lang funktioniert. Alles andere spielt für den Endnutzer überhaupt keine Rolle.

google tensor

Google setzt auf KI-Power
Rick Osterloh, Hardware-Chef bei Google, hatte schon im August angekündigt, dass der Tensor-Chip bei der traditionellen Leistung in etwa gleich auf mit den Mitbewerbern liegen wird. Das hat sich bewahrheitet, denn die Abstände sind nicht wirklich groß. Es wurde aber auch betont, dass man für Tensor ganz neue Maßstäbe ansetzt und sich wenig auf die theoretischen Leistungen konzentriert. Viel mehr geht es darum, aus der vorhandenen Hardware das meiste herauszuholen. Und dafür setzt man auf Künstliche Intelligenz.

Tensor soll eine eigene KI mitbringen, über die bisher nur wenig bekannt ist, dem Chip aber wohl Beine machen soll. Gut möglich, dass man auf dem Papier hinter der Konkurrenz liegt, in der Praxis aber die beste Leistung im Android-Bereich bieten kann. Über die tatsächlich Power schweigt man sich noch aus und wird diese möglicherweise erst rund um die Präsentation verraten. Kein Wunder, dass man das Pixel 6 schon jetzt immer häufiger zeigt, um bei der Präsentation mehr Zeit für Tensor einzuräumen.




pixel 6 tensor soc daten

  • 2x ARM Cortex-X1 clocked at 2.802GHz
  • 2x ARM Cortex-A76 clocked at 2.253GHz
  • 4x ARM Cortex-A55 clocked at 1.80GHz

Googles Pixel-Team hat sehr viel Erfahrung damit, aus etwas schwächerer Hardware das Maximum herauszuholen. Mehrere Jahre lang konnte man die weltbeste oder zweitbeste Smartphone-Kamera liefern, ohne auf die neuesten High-End-Sensoren zu setzen. Die KI-Unterstützung durch den Pixel Visual Core, so gesehen vielleicht ein Vorgänger von Tensor, konnte aus der einen Kameralinse bessere Bilder herausholen als die Konkurrenz mit 2 oder 3 Sensoren. Das gleiche Kunststück möchte man nun auch mit Tensor schaffen.

Obige Auflistung zeigt, wie sich die 8 Kerne und deren Power bei Tensor verteilen. Diese Aufteilung in 3 Cluster mit unterschiedlichen Leistungen soll wohl ungewöhnlich sein und zeigt dadurch schon, dass man bei Google andere Wege geht. Wir dürfen sehr gespannt sein, was da in den nächsten Wochen noch so alles angekündigt wird.

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comment 3 Kommentare zum Thema "Pixel 6 & Pixel 6 Pro: Googles neuer Tensor-Chip soll zur KI-Rakete werden – erste Benchmarks bedeutungslos?"

  • Die ersten Benchmarks zu diesen Chip ,sind jetzt schon so ziemlich enttäuschend ,ich lasse mich gern eines besseren belehren ,aber so wirklich glauben tue ich es bisher nicht,das es nicht eine Luftnummer für Google wird.

Kommentare sind geschlossen.