Google Assistant: Das Smart Home wird mobil – jetzt drängt der smarte Assistent in den öffentlichen Bereich

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Der Google Assistant ist innerhalb weniger Jahre praktisch omnipräsent geworden und steht den meisten Menschen sofort zur Verfügung – allen voran natürlich auf dem Smartphone. Doch das reicht Google bald nicht mehr, denn die gesamte Assistant-Plattform dürfte zunehmend in den öffentlichen Bereich wandern und dort in noch mehr Situationen zur Verfügung stehen. Die ersten Schritte wurden bereits getan.


Die smarten Sprachassistenten kämpfen seit einigen Jahren um die Gunst der Nutzer, die sich in den meisten Fällen wohl für einen bis höchstens zwei Assistenten entscheiden und die Alternativen aus vielen Gründen nicht ausprobieren. Google und Amazon sind vor allem durch ihre Smart Speaker präsent, Apple hat Siri tief in das iPhone integriert und viele weitere Produkte von Bixby bis Cortana sind eher in der Nische und dürften es schwer haben, sich eines Tages zu den Top 3 aufzuschwingen.

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Ob sie ihn nun nutzen oder nicht: Für viele Menschen ist der Google Assistant nur wenige Schritte oder einen Sprachbefehl entfernt: Der Assistant ist auf allen von Google zertifizierten Android-Smartphones zu finden, auf dem iPhone, auf den Wear OS-Smartwatches, auf smarten Kopfhörern, im Auto, auf dem Smart TV und natürlich auf vielen Millionen Smart Speakern und Smart Displays in den eigenen vier Wänden. Und das war noch längst nicht alles.

Durch diese enorme Reichweite ist ein Wachstum in diesem Punkt kaum noch möglich, also widmen wir uns einer anderen Kennzahl, bei der noch sehr viel Luft nach oben ist und die für Google noch bedeutender sein dürfte: Der Umfang der Nutzung bzw. die Häufigkeit und vielleicht auch die Qualität der Nutzung des Sprachassistenten. Viele Menschen lassen sich Termine und Nachrichten vorlesen oder schalten per Spracheingabe das licht Ein und dann wieder Aus. Praktisch, aber nicht wirklich spannend.

Google wollte den Assistant von Anfang an in der Rolle platzieren, nach der das kleine Helferlein benannt wurde: Als Assistent für den Alltag. Wie weit das bisher gelungen ist, lässt sich nicht wirklich bewerten. Der Sprung in die Öffentlichkeit könnte jedenfalls einen großen Einfluss haben.

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Google Assistant im Hotelzimmer
Vor wenigen Tagen wurde der Google Assistant für Hotels angekündigt, der auf handelsüblichen Nest Smart Displays werkelt, die in jedem Hotelzimmer zu finden sein sollen. Der Assistant wird in diesem Umfeld sehr spezielle Fragen beantworten können, die den Aufenthalt des Gastes betreffen. In den ersten Demos und der Ankündigung zeigt sich, dass der Google Assistant auf dem Nest Smart Display einen Großteil der Kommunikation zwischen Gast und Hotel übernehmen kann.

Durch diese Umsetzung dürfte der Google Assistant eine vergleichsweise kostengünstige Anschaffung für Hotels sein, die sich schnell verbreiten könnte. Komplizierter wird es, wenn das Hotelzimmer zum Smart Home werden und ebenfalls darüber gesteuert werden soll. Derzeit ist davon keine Rede, aber den ständig im Hotelzimmer verfügbaren Assistenten zum Umschalten der Beleuchtung, Klimaanlage, Fernseher und weiteren Geräten zu nutzen, wäre die nächste logische Erweiterung. Das werden sich Hotels aber wohl gerade in der Krisenzeit kaum antun und wäre mit hohen Umbaukosten verbunden.

Google Assistant am Infoschalter
Schon im vergangenen Jahr hatte Google Pläne und eine erste Umsetzung angekündigt, den Assistenten sowie die Smart Displays an Infoschalter einzusetzen – auch an der Rezeption im Hotel. Der Plan sah es vor, die starke Übersetzungsfunktion überall dort anzubieten, wo fremdsprachige Menschen ständig zusammenkommen: Hotels, Bahnhöfe, Flughäfen, Restaurants und weitere Stellen. Bisher ist mir ein solches Google Assistant-Terminal noch nicht untergekommen, dementsprechend kann ich nicht viel dazu sagen. Hotels, die sich ein Display in die Zimmer stellen, dürften sie aber wohl auch für die Rezeption anschaffen.

Der Google Assistant im öffentlichen Raum
Der Google Assistant kann aber auch an vielen weiteren Stellen zum Einsatz kommen, an denen die Menschen nach Informationen suchen. In einigen Museen in den USA ist der Assistant bereits zu finden. Natürlich müssen auch stets die Kosten-Nutzen im Verhältnis stehen, denn Google stellt ja nur die Plattform und die Infrastruktur, aber die Informationen und die Umsetzung müssen natürlich vom jeweiligen Betreiber eingepflegt werden. In der Anfangszeit dürfte Google Unterstützung jeglicher Art bieten, langfristig eher weniger.

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Google Assistant-Terminals
In den vergangenen Jahren wurden außerdem schon Google Assistant-Terminals getestet, die als Informationspunkte in der Öffentlichkeit fungieren und den Menschen vom Stadtplan über den Busfahrplan bis hin zu Auskünften vieles mitteilen konnten. Über einzelne Pilotprojekte kam das bislang aber noch nicht hinaus. Es zeigt sich aber immer wieder, dass der Assistant in die Öffentlichkeit drängen wird, die ein sehr wichtiger Hebel sein könnte. Das alte Erfolgsrezept: Wer Produkt X im Büro nutzt, wird es auch privat nutzen. Wer Google Assistant im Hotel und an der Bushaltestelle nutzt, wird ihn auch zu Hause vielleicht eher zu schätzen wissen.

Das mobile Smart Home
Interessant wird eine solche Verbreitung dann, wenn sich der globale Assistent mit dem persönlichen Assistenten verbinden kann. Google hat gerade erst das neue Nearby Sharing eingeführt, an dem man nach eigenen Aussagen mehrere Jahre (!) getüftelt hat – und das nicht ohne Grund. Auch weitere Nearby-Technologien von Bluetooth über für den Menschen nicht hörbare Signale bis hin zu NFC wurden immer wieder getestet. Das Ziel könnte es sein, dass sich der globale Assistent automatisch mit dem Smartphone oder der Smartwatch des Nutzers verbindet.

Cloud sei dank, ist es heute schon häufig nicht mehr ganz so wichtig, das eigene Gerät zu verwenden. Und so könnte man dann beispielsweise das Terminal an der Bushaltestelle nach dem besten Weg zu einem Ort fragen, den man sich vorher am Smartphone herausgesucht hat. E-Mails im Hotelzimmer ohne Login oder sonstige lästige Hindernisse abfragen oder Informationen aus dem Museum direkt in der eigenen Cloud speichern. Und um das Ganze zurück in das Hotel zu bringen: Fühl dich wie zu Hause, betritt das völlig fremde Hotelzimmer und schon spielt deine Lieblingsmusik, leuchtet deine präferierte Lichtstimmung und vieles mehr.

Bis dahin wird es vielleicht noch einige Jahre dauern, aber Google macht große Schritte in diese Richtung. Die notwendigen Puzzleteile sind längst vorhanden.

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