Hey Google, wie wird das Wetter? Google arbeitet an eigenen Wetter-Prognosen – bisher mit großem Erfolg

google 

Die Frage nach dem Wetter beschäftigt nicht nur sehr viele Menschen, sondern auch Google muss Tag für Tag millionenfach den Wetterbericht ausspucken, der in der Google Websuche seit langer Zeit sehr detailliert umgesetzt ist. Das scheint dem Unternehmen aber langfristig nicht mehr auszureichen, denn durch mehrere Aktivitäten in der jüngeren Vergangenheit zeichnet sich ab, dass Google zukünftig eigene Wetterdaten berechnen und ausliefern möchte.


Google hat es sich zum Ziel gesetzt, alle Informationen dieser Welt zu digitalisieren, organisieren und möglichst einfach allen Menschen zugänglich machen – dieser Mission folgen die meisten Google-Produkte bis heute. Im Laufe der Jahre ist das Unternehmen meisterhaft darin geworden, vorhandene Datenquellen miteinander zu kombinieren oder ganz neue zu erschließen, die zuverlässige und umfangreiche Informationen liefern können. Bald könnte ein sehr großer Bereich dazukommen.

wetterkarte

Die Google Websuche kann Suchanfragen nach der aktuellen Wetterlage sehr detailliert und zuverlässig – so weit es eben geht – beantworten. Für unzählige Regionen dieser Welt lässt sich das aktuelle Wetter und die 7-Tage-Vorhersage abrufen, die einfach mit der vermutlich allen Nutzern bekannten Suchanfrage „Wetter“ bzw. „Wetter Ort“ angefordert werden können. Diese Daten stammen aber nicht von Google selbst, sondern werden rund um die Welt von verschiedensten Dienstleistern eingekauft. Zumindest gilt das jetzt noch.

Vor wenigen Tagen hatten wir darüber berichtet, dass Google damit begonnen hat, die Nutzer nach dem Wetter zu befragen. Auf dem uns zugespielten Screenshot ist zu sehen, wie der Nutzer danach gefragt wird, ob es aktuell regnet – was einfach nur per JA oder NEIN beantwortet werden kann. Das ist natürlich eine sehr vergängliche Information, die schon innerhalb der nächsten Minuten nichts mehr wert ist – zumindest nicht für die Endnutzer.

Für Google ist diese Abfrage aber sehr sinnvoll, denn auf diese Weise kann man sehr leicht die Nutzermassen einspannen und die ausgelieferten Wetterdaten verifizieren. Sagt Google, bzw. der Dienstleister, dass es regnet und der Großteil der Menschen beantwortet die Frage mit NEIN, dann weiß man, dass etwas nicht stimmt. Und gerade bei der Wettervorhersage hat man ja häufig gefühlt nur eine 50/50 Chance.

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google wetter regenfrage

Aber wozu braucht Google diese Information, wenn die Daten nur von den Zulieferern an die Nutzer weitergereicht werden? Diese Frage lässt sich vielleicht am einfachsten mit einem Blick auf Google Maps beantworten. Die Kartenplattform befragt die Nutzer schon seit Jahren nach Bewertungen, Fotos, nach der Auslastung der Bahn und vielem mehr. Aus all diesen Daten hat man im Laufe der Zeit immer mehr Angebote geschnürt und kann heute ziemlich genau prognostizieren, wie voll der nächste Zug sein wird – ohne die Daten von den ÖPNV-Anbietern zu erhalten. Mit dem Wetter ist das ähnlich.

Gerade beim Wetter sind Live-Daten bzw. die Vorhersagen für die nächsten Stunden sehr interessant. Das Wetter in drei Tagen ist vielleicht für die Wochenendplanung von Belang, aber voll darauf verlassen sollte man sich nicht. Wie das Wetter heute Nachmittag wird, ist hingegen für viele Menschen sehr wichtig – und genau in diesem Bereich setzt Google an. Zum einen durch die Abfragen der Nutzer, zum anderen aber auch durch ganz neue Technologien.

google wetter karte

Wir haben bereits mehrfach darüber berichtet, dass Google Research sehr aktiv im Wetterbereich forscht und sich an eigenen Vorhersagen versucht. Natürlich darf die Künstliche Intelligenz nicht fehlen, die aus den brandaktuellen Wetter- und Satellitendaten eigene Prognosen für die nächsten Stunden erstellt. Dafür hat man die Welt in viele kleine Raster eingeteilt und berechnet die Vorhersage für jeden einzelnen Raster separat. Andere Dienstleister hingegen rechnen stets mit dem Gesamtbild und brauchen viele Stunden, bis der Wettercomputer ein Ergebnis ausspuckt – und dann sind die Daten für die Kurzzeitprognosen schon wieder veraltet.

Googles Algorithmen können hingegen innerhalb von Sekunden Wettervorhersagen erstellen und haben damit eine sehr viel höhere Trefferquote als die bisherigen Methoden. Die Algorithmen können das Wetter auf 5 Minuten genau vorhersagen und haben innerhalb eines Zeitraums von 5-6 Stunden eine enorm hohe Trefferquote. Intern spricht man vom Nowcasting, also der Wetterprognose für die nächsten Stunden. Und das deckt sich doch wunderbar mit der Abfrage in der Google Websuche.




google wetter

Google könnte also über kurz oder lang auf eigene Prognosen umsteigen, zumindest was den aktuellen Tag betrifft, und nur noch die Prognosen für die nächsten Tage von den Dienstleistern einkaufen. Das wäre das typische Google-Schema, das stets die zuverlässigere Datenquelle auswählt. Und wenn man sich diese Informationen zusätzlich millionenfach von den Nutzern verifizieren und deren Antworten einfließen lässt, dann dürfte man tatsächlich eine extrem genaue Prognose erstellen können.

Aktuell sind das alles noch kleine Puzzlesteinchen, aber Google wird nicht umsonst eine solch intensive Forschung betreiben und nun auch die Nutzer befragen, wenn das kein interessantes Gebiet wäre. Möglicherweise sehen die Tech-Unternehmen aktuell in der Wettervorhersage einen großen Markt, denn erst kürzlich hat Apple eine populäre Wetter-App übernommen, die nun exklusiv auf der eigenen Plattform angeboten wird. Zwar hat die App keine eigenen Prognosen, aber ganz ohne Hintergedanken wird Apple diesen Kauf wohl nicht getätigt haben.

Und so können wir darauf hoffen, dass die Wetterprognose eines Tages so gut sein wird, wie es laut Science-Fiction eigentlich schon im Jahr 2015 hätte sein sollen 😉

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