Stadia: Viel versprochen und (bisher) nur wenig erreicht – Googles große Visionen zum Start der Spieleplattform

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Google hat sich mit der Spieleplattform Stadia sehr große Ziele gesetzt und wollte nicht weniger als die gesamte Spielebranche revolutionieren. Gut sieben Monate nach dem Start bäckt man deutlich kleinere Brötchen, denn die damaligen Aussagen und großen Ankündigungen sind längst nicht mehr zu hören. Zeit für eine Momentaufnahme zwischen den Erwartungen und dem tatsächlichen Stand Mitte Juni 2020.


Google hat sich den Einstieg in den Spielemarkt wahrlich nicht leicht gemacht, denn Hinweise und Gerüchte gab es schon seit sehr vielen Jahren und hinter den Kulissen dürfte man auch sehr lange an Konzepten und Geschäftsmodellen gearbeitet werden. Erst Ende 2018 wurden die Gerüchte dann konkreter, die Hinweise deutlicher und spätestens Anfang 2019 war dann klar, dass Google die Fühler in Richtung des Spielemarkts ausstreckt. Bis zur Ankündigung war aber völlig unklar, was uns eigentlich erwartet.

stadia logo

Wenn Google in einen völlig neuen Markt einsteigt, dann ist das grundsätzlich für alle Teilnehmer in diesem Segment interessant: Die Nutzer hoffen auf Innovationen, die Partner auf neue Chancen und die zukünftige Konkurrenz ist besorgt (wenn natürlich auch nicht öffentlich). In den Tagen rund um die Stadia-Ankündigung war das sehr ähnlich, wenn auch deutlich verhaltener als bei anderen Produkteinführungen – und bisher sollten die Kritiker recht behalten.

Dass die Interessen aller Beteiligten bei Stadia in völlig andere Richtungen laufen, haben wir schon vor einigen Tagen ausführlich analysiert. Aber Google hat es der Plattform nicht nur durch den sturen Zeitplan schwer gemacht, sondern auch durch Marketingfehler zu Beginn sowie einigen Aussagen und Versprechen, die einfach nicht zu halten waren. Genau um diese Aussagen und Suggestionen soll es in diesem Artikel gehen.

Stadia wird trotz der aktuell nicht unbedingt aussichtsreichen Lage mit Sicherheit weiterentwickelt und Google wird unabhängig von den Erfolgen noch sehr lange daran festhalten – alles andere wäre selbst für Google unvorstellbar – aber vielleicht hat man durch die Zurückhaltung und Konzentration auf das Wesentliche nun endlich den richtigen Weg gefunden.

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Eine Milliarde Spieler! Mindestens!!!einseinself!
Anfang bis Mitte 2019 war Google im Stadia-Fieber, denn es wurden häppchenweise immer neue Informationen zur Plattform herausgegeben und sehr viel über das Produkt gesprochen, dessen endgültige Eckdaten erst wenige Wochen vor dem Start vollständig bekannt waren, gesprochen. Im Zuge dessen ließ sich ein Produktmanager zu einer Aussage hinreißen, die zwar viel Beachtung gefunden hat, rückblickend aber eher kontraproduktiv gewesen sein dürfte.

Es hieß, dass Google mindestens eine Milliarde Spieler für Stadia anpeilt. Sollte man das nicht erreichen, wäre man sehr enttäuscht und hätte wohl etwas falsch gemacht. Soweit die Aussagen gegenüber den Medien. Nun, es sind zwar keine offiziellen Zahlen bekannt, aber aktuell dürfte man wohl weit von der zehnstelligen Spielerzahl entfernt sein. Mit dieser Aussage wurde unnötig viel Druck aufgebaut und jeder kommende Erfolg schon vorab im Keim erstickt. Angenommen, Stadia hätte nach einem zehn Millionen Spieler gehabt. Eine wahnsinnige Zahl, aber im Vergleich zur angepeilten Milliarde gerade einmal ein Prozent.

Klar, bei Google geht vieles schnell in die Superlative. Android, Chrome, YouTube, Websuche, GMail. Alles Produkte mit weit über einer Milliarde Nutzer – und in dieser Reihe sieht sich auch Stadia. Langfristig kann natürlich viel passieren und die irgendwann kommende YouTube-Anbindung wird ohne Frage einen enormen Schub geben. Aber bis zur Milliarde müssten wohl Sony, Microsoft und die neuen Konkurrenten so viele existenzielle Fehler machen, dass die Wahrscheinlichkeit gegen Null geht.

Mit Stadia IMMER und ÜBERALL spielen
Das ist das Grundkonzept von Stadia. Egal ob Smartphone, Tablet, Fernseher oder Computer – Stadia soll überall laufen. Grundlegend hat man das in die Tat umgesetzt, aber die suggerierte grenzenlose Freiheit ist längst nicht gegeben. Natives Spielen auf dem Fernseher dürfte erst mit dem neuen Android TV kommen, die Liste der offiziell unterstützten Smartphones ist weiterhin kurz und auch auf dem PC gibt es noch Einschränkungen.

In den letzten Wochen wurden immer mehr Einschränkungen fallen gelassen, aber wer einem solchen Werbeversprechen ein ganzes Event einräumt und dies bis heute suggeriert, sollte es auch von Beginn an liefern. Nicht erst irgendwann. Das gilt leider auch für die Anbindung an YouTube und den Google Assistant, die das Ganze erst zu einer echten Killer-Plattform machen.

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120 neue Spiele bis Jahresende
Anfang des Jahres hat Google versprochen, im Laufe dieses Jahr mindestens 120 neue Spiele auf die Spieleplattform zu bringen. Dafür sieht es aktuell ganz gut aus, denn nahezu im Wochentakt werden neue Spiele angekündigt und die Liste der für Herbst / Winter angekündigten Titel sowie neuer Partner ist recht lang. Vielleicht wird man sich nicht exakt auf die eine Zahl festnageln, aber dass Stadia bis Jahresende eine deutlich im dreistelligen Bereich liegende Zahl Spiele anbietet, halte ich für sehr realistisch. Trotz Corona.

Die revolutionären Stadia-Titel
Google hat versprochen, völlig neue Möglichkeiten mit Stadia bieten zu wollen. Durch die Cloud-Server, Anbindung von Google Assistant, YouTube und Google Maps sowie neuen Technologien möchte man exklusive Spiele bieten, die auf anderen Plattformen in der Form gar nicht möglich sind. Bis auf schwammige Ankündigungen ist davon aber leider noch nichts zu sehen, weder konkrete Beispiele noch Hinweise auf diese revolutionären Technologien.

Natürlich, Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut, aber wenn man zum Start der Plattform wenigstens einen (!) Titel gehabt hätte, der die Leute vom Hocker haut, sähe die Stadia-Welt vielleicht ganz anders aus. Ein absolut begeisternder Titel und DANN das Versprechen auf mehr sähe ganz anders aus als nur Marketing-Versprechen, denen man nicht entnehmen kann, ob tatsächlich alle so toll wird, wie es suggeriert wird.


Google hat mit Stadia noch einen sehr weiten Weg vor sich, in jeder Hinsicht. Dass selbst die Öffnung der Spieleplattform und der Start des kostenlosen Angebots zu keiner Nutzerexplosion, sondern nur einer leichten Steigerung, geführt hat, zeigt, dass noch sehr viel Arbeit vor den Entwicklern und der Marketing-Abteilung liegt. Aber ich ganz persönlich zuversichtlich, dass Stadia auch 2023 und darüber hinaus existieren wird.

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comment 14 Kommentare zum Thema "Stadia: Viel versprochen und (bisher) nur wenig erreicht – Googles große Visionen zum Start der Spieleplattform"

  • „Natürlich, Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut, aber wenn man zum Start der Plattform wenigstens einen (!) Titel gehabt hätte, der die Leute vom Hocker haut, sähe die Stadia-Welt vielleicht ganz anders aus. Ein absolut begeisternder Titel und DANN das Versprechen auf mehr sähe ganz anders aus als nur Marketing-Versprechen, denen man nicht entnehmen kann, ob tatsächlich alle so toll wird, wie es suggeriert wird“
    Dem kann man nur zustimmen. Eine Spielplattform verkauft sich über Spiele, nicht über Technik. Das sieht man jetzt wieder bei der Einführung der neuen Konsolen. Vielleicht wäre es sogar ganz schlau gewesen sich im Bereich des mobile Gaming Reputation zu verschaffen, indem man ein paar Leuchtturm-Spiele für die Android-Plattform entwickelt hätte, „Made by Google“ und nicht nur „Sold by Google“.
    Ich persönlich verstehe auch den Ansatz, daß man ältere Spiele für Stadia zum Premium-Preis neu kaufen muss, nicht.
    Die Hoffnung, daß Google bei Stadia einen langen Atem hat, kann ich nicht teilen. Auch wenn man seitens Google den Willen hätte, könnte die Plattform einfach an der Inkompetenz scheitern, die Google gerade bei vielen Projekten an den Tag legt.

    • Als ganz klares Hindernis für das Testabo sehe ich auch, dass nur Kreditkarte als Zahlungsmittel hinterlegt werden kann, wenn man einsteigen möchte. Ich wollte gestern mit einem Freund, der noch kein Stadia nutzt eine Runde ESO spielen. Er hatte keine Kreditkarte und das war dann der Show-Stopper. Natürlich kann er den Titel auch für 20 EUR kaufen, aber natürlich will er auch erstmalll sehen, ob das mit seiner Internetleitung auch so stabil läuft wie bei mir. Nicht mal GPay wird als Zahlungsart angeboten. Echt schade, aber so kann ich niemanden Überzeugen, obwohl ich selber bereits überzeugter Kunde bin…

    • @André Gregor-Herrmann Android benutzen, dann läuft das ganze über den Play Store und man hat alle Zahlungsmöglichkeiten des Play Stores – ist doof, aber da muss man Apple wohl auch eine Teilschuld geben.

    • @Axel: Zu allem Überfluss hat der Freund leider nur ein iPhone, womit dieser gute Tipp leider nicht verwendet werden kann. Inwiefern ist Apple für die Zahlungsmöglichkeiten der Stadia-Plattform verantwortlich?

    • @André Gregor-Herrmann War nur eine Info. Apple ist insofern nicht unschuldig, das sie das einbinden externer Zahlungsmethoden nur als Ausnahme genehmigen und so was wie der Playstore als eigener Store gewertet wird und daher nicht eingebunden werden kann. Klar kann Google auch hier PayPal einbinden, aber es ist halt nicht sonderlich verwunderlich, dass ein Ami nicht unbedingt auf die Idee kommt, dass die Deutschen keine KK haben.

      Wie gesagt, keine Rechtfertigung, nur eine Info.

    • @Axel: Alles gut. Hatte es auch als Info verstanden 🙂 Ich will halt nur darstellen, dass es hier konkret an diesem Problem gehapert hat. Dieser potentielle Neukunde mit wirklich viel Interesse ist erfolgreich abgehalten worden. Und da KK in D wie du schon sagst kein Standard ist, werd ich sicher nicht der einzige mit diesem Erlebnis sein. Und das wegen Payment…

    • @André Gregor-Herrmann Schon klar, aber für Stadia betrachtet sind deutsche iPhone User ohne KK einfach erst mal eine Randerscheinung – da gibt es andere Baustellen, zumal es in der Regel wirklich lange dauert, bis in so einer Firma eine solche Problematik erkannt wird und beim richtigen landet. Das ist auch kein Google Problem, sondern ein „große Firmen Problem“. Und Du kannst Dir sicher sein, dass wenn das ein Problem in einer spürbaren Größenordnung wäre, es auch aufpoppen würde. Bei solchen Sachen wird nämlich viel mehr auf die Statistiken von irgendwelchen gescheiterten Registrierungsvorgängen geschaut, als dass Support cases ausgewertet werden.
      Erst wenn es da in einem Land signifikante Abweichungen gibt, macht sich jemand die Mühe nach Ursachen zu forschen. Ist blöd, ist aber so

    • Mir würde Grid einfallen…..
      Zwar kein Exclusivetitel aber dadurch um so besser vergleichbar mit der PC Version.

      In der PC Version muss ich stets vorab die Region wählen. UK, Deutschland, USA stets wählt man immer ne Miniregion und in dieser spielt man. Dies geht auch nur in dem man dies global in den steam settings ändert. Die Lobbys sind dementsprechend immer tot…. Zudem können nur maximal 16 Personen am PC gegeneinander antreten….

      Auf Stadia wiederum können nicht nur ganze 40 Leute gegeneinander antreten sondern diese kommen auch noch aus der halben Welt.

      Kanada, USA, Schweden, UK, und ich in Deutschland. Und das völlig ohne technische Probleme, Lags, Gummibandeffekte oder sonstiges empfinden dafür, dass man mit nem extrem hohen Ping zu kämpfen hätte.

      Auf Google Stadia rückt die Welt ein ganzes Stück näher. Mir geht mein schlafrhytmus teilweise manchmal etwas flöten weil ich über 200 Freunde auf Stadia aus den USA und Kanada habe aber es ist wiederum ein schönes Gefühl Leute aus der ganzen Welt zu kennen.
      Die Community ist sowieso das beste an Stadia.

      Zwar ekinnex

  • Interessant. Da beschwert sich jemand darüber, dass seine Erwartungshaltung nicht erfüllt wurde, spricht die ganze Zeit, dass Stadia etwas suggeriert habe – blöd nur, dass niemand jemals behauptet hat, dass man vom Start weg 1 Milliarde User hat. Aber schön, dass Du das Deinen Lesern suggerierst. Und so geht es den ganzen Text weiter.
    Wo sind eigentlich die ganzen Blogs, die sich beschweren, dass man mit dem neuen BMW immer nur im Stau steht, wo doch in schillerndsten Bildern suggeriert wurde, dass man auf einer Küstenstraße neben einer wunderschönen Frau und freudig lachenden und nicht quengelnden Kindern im Fond in den Sonnenuntergang fährt?
    Bitte nicht falsch verstehen – es ist nicht alles toll, aber wenn man sich die Ankündigung mal genau anhört, dann war das alles sehr wage und immer klar, dass nicht alles am Anfang da ist. Der große Vorteil bei Stadia ist aber, dass diese Features alle Stück für Stück kommen werden und dann noch mehr. Es wird eine kontinuierliche Weiterentwicklung geben. Die neuen Konsolen kommen jetzt Ende des Jahres raus und dann tut sich wieder Jahrelang nix.

    • Also ganz ehrlich…..

      Ich war auch mega enttäuscht von der Diskrepanz zwischen dem was versprochen wurde und zwischen dem was Stadia tatsächlich war und ist.

      GeForce Now hatte immerhin seinen Service 4 Jahre als Beta kostenlos angeboten.
      Google ist einfach releast, „teuer“ verkauft worden und plötzlich merkt man. Ja scheiße all die versprechen funktionieren gar nicht. Ich kann nicht Mal 4k am Browser spielen obwohl ich dafür monatlich zahlen… (4 Monate später nachgepatcht) und etwas was ich immernoch nicht verstehe. Es gibt immernoch keinen verdammten Textchat für Stadia Uber den ich mich mit Freunden verabreden könnte….

  • Was habt ihr alle immer mit eurem zum Vollpreis neu kaufen?

    Final Fantasy 20€
    Division 2 10€
    Rage 2 20€
    Elder Scrolls Online (damals für PC gekauft nun auf Stadia spielbar inklusive all meiner dlc’s vom PC)
    Und und und…..

    Nur Mal so zur Info auf Playstation Und Co. Kosten die Spiele gerne auch nach nem Sale erstmal wieder UVP.
    Das gilt zwar nicht für sämtliche Titel aber kommt mehr als nur oft vor. Bei Steam das selbe.

    Und warum zum Teufel nochmal NEU KAUFEN???
    Wenn ich ein Spiel hab und vermutlich sogar durchgespielt hab muss ich es mir nicht nochmal kaufen.

    Ich kaufe mir auf der Xbox doch auch nicht die Spiele die ich auf PC oder Playstation bereits besitze…. 🤦‍♂️

  • Der Markt für Stadia sind folgende Personen:

    – Sie haben eine sehr gute Internetanbindung.
    – Sind bereit den Stadia Controller zu kaufen.
    – Wollen hochwertige Spiele spielen und sind bereit 50+ Euro dafür zu bezahlen.
    – Wollen aber aus irgendwelchen Gründen kein Geld für eine Konsole ausgeben.

    Ja… davon gibt es sicher eine Milliarde? Oder doch nur weltweit ein paar hundertausend maximal?

    In der Theorie sind die Vorteile von Stadia:
    1. Spielen überall auf jedem Gerät.
    2. Keine extra Hardware nötig, da man auf TV, Tablet oder Handy spielen kann.
    3. Bildqualität besser als bei aktuellen Konsolen.

    In der Praxis sieht das so aus:

    1. Es ist zwingend eine sehr gute Internetanbindung erforderlich: Doch selbst wenn diese vorhanden ist gibt es viele Probleme: Sollte z.B. jemand dieselbe Verbindung gleichzeitig nutzen um Netflix zu schauen oder gar auch Stadia zu spielen, kommt es oft zu deutlichen Verzögerungen oder Rucklern im Spiel.

    Die Verbindung muss nicht nur schnell sein, auch die Verbindung zu den Stadia Servern muss gut sein und die Verbindung muss auch eine gute Latenz haben. Lange Antwortzeiten von Bruchteilen von Sekunden machen beim surfen oder Netflix keinen Unterschied (im Gegensatz zu Stadia kann Netflix & Co die Streams im voraus laden um schlechte Verbindung oder Latenzen zu überbrücken, das ist bei Stadia naturgemäß nicht möglich) bei Stadia macht das den Spielspaß selbst bei langsamen Spielen zunichte.

    2. Praktisch läuft Stadia bislang nur auf sehr wenigen Geräten. Offensichtlich ist es doch nicht so einfach einen ruckfreien/schnellen verzögerungsfrei Stream auf jedem Gerät darzustellen und ohne Controller, bzw. nur mit Touchscreen, machen die meisten Spiele sowieso keinen Spaß bzw. sind nur umständlich zu steuern. Ohne den speziellen Stadia-Controller sind selbst für Laien deutliche Steuerungsverzögerungen bemerkbar. „Profi-Spieler“ haben sich sowieso längst von Stadia verabschiedet, da selbst bei idealen Bedingungen die Steuerung immer wieder verzögert wird. Test haben gezeigt das Stadia selbst bei idealer Anbindung ans Internet in der Nähe einer Stadia-Serverfarm zwar recht gute Verzögerungszeiten zeigen kann, aber diese schwanken stark. Es mag mal ein paar Minuten gut sein, dann gibt es wieder deutlich merkbare Verzögerungen. Für jede Art vom schnellen Aktionspiel also unbrauchbar und selbst bei langsamen Spielen oft nervig.

    3. Das Bild von Stadia ist selbst bei guter Internetverbindung oftmals relativ matschig und es kommt immer wieder, unabhängig von der Qualität der Internetverbindung, zu störenden Rucklern und Aussetzern. Die Bildqualität sinkt zudem wenn viele Nutzer gleichzeitig spielen, da sich diese dann einen „Stadia-PC“ teilen müssen, naturgemäß kann Stadia nicht für jeden Nutzer einen starken PC-Server zur Verfügung stellen. Zudem sind selbst die versprochenen 4k- 60+FPS Streams von Stadia nur maximal 1080p mit stark schwankenden FPS rund um die 30.

    Das Hauptproblem von Stadia ist aber der potentielle Markt:
    Eine stationäre Konsole wie Switch, XBox oder Playstation, oder eine tragbare Konsole wie die Switch (sie kann beides) haben einfach enorm viele und selbst fpür Laien offensichtliche Vorteile. Stadia hätte evt. Vorteile für Leute die mit Geld knappsen müssen, und nicht mehrere hundert Euro für eine Konsolen ausgeben wollen, aber die werden auch keine teuren Spiele kaufen wollen und haben dann vermutlich auch nicht die nötige teure Internetanbindung.

    Hinzu kommt, dass die heutige Internettechnik einfach nicht für schnelle verzögerungsfreie Reaktionszeiten ausgelegt ist. Damit so etwas wie Stadia ideal funktionieren kann müsste die gesamte Internet-Technik praktisch ausgetauscht werden. Das mag in 50 Jahren der Fall sein, auf absehbare zeit jedenfalls nicht.

    • Sag mal ich hab mich schon immer gefragt was Leute dazu bringt so viel Stuss zu schreiben und dann noch über eine Plattform die man nicht mag. Und dann noch so extrem viel, dass ich extra an den Computer gehen muss, weil ich echt keine Lust hab das an meinem Handy zu beantworten. Los geht es bereits mit der völlig falschen Zielgruppe.

      Zielgruppe ist so ziemlich jeder. Der überall mit Internet erreichbar Zeit damit verbringen möchte einfach Spiele zu spielen. Du kaufst dir ein spiel. Gehst auf http://www.Stadia.com und drückst Start und schon spielst du das Spiel.
      In der Zeit in der Mein Rechner hochfährt könnte ich auf Stadia das Spiel bereits kaufen und starten.

      Es richtet sich auch an Leute die eine eigene Plattform haben wollen. Die nicht im PVP zum Beispiel von Leuten ohne Cloud an ihrem 240 fps Rechner abgezogen werden wollen. Es heulen ja schon Xbox und Playstation Nutzer wenn sie in Crossplay gegen Computerzocker in den Krieg ziehen müssen. In der Cloud wäre das sicherlich nicht viel besser.
      Sie besteht offenbar auch aus Leuten denen es Lieber ist ein Spiel zu besitzen und zu spielen wann auch immer sie möchten und nicht in einem Vorgegebenen 3-Monate Zeitraum bis der Spielekatalog wieder verändert wird. Leute die vielleicht auch mal über lange Zeit einfach nur ein Spiel spielen. Leute die aber nicht für die Zeit monatlich gezwungen sind zu zahlen. Die jederzeit pausieren und dennoch weiter zocken können. Nur halt in na niedrigeren Streamingqualität.

      An Shadow stört mich die 3 Monate Wartezeit bis ich Shadow bekomme. Dann muss der Windows PC komplett eingerichtet alles installiert werden. Der Speicherplatz ist extrem begrenzt bzw der Service in guter Ausstattung extrem Teuer. Abeseits dessen für einen der einen PC haben möchte aber ein großartiger Dienst.

      Geforce Now hat die Thematik mit dem ungewissen Ausgang zu den Spielen. Alle großen Publisher hatten nach release erstmal ihre Spiele zurückgezocken. Zudem ist der Service von der Usability her eine totale Katastrophe. Weder hat man übersichtlich dargestellt die supporteten Games, noch ist das starten der Spiele angenehm. Zu jeder Session muss ich mich wieder umständlich in Steam zweifach authentifizieren. Und wenn ich das am Handy machen möchte und das Fenster minimiere. Ist das Fenster danach geschlossen ich werde an einen neuen Rechner angemeldet und soll mich schon wieder erneut authentifizieren.
      Ich bräuchte 2 Handys oder einen Laptop in Reichweite um Steamspiele auf GF Now spielen zu können.

      Project Xcloud ist super für die die das Netflix für Gamer suchen. Aktuell aber Streamingqualitativ weit hinter der Konkurenz und nur am Handy erreichbar. Dafür sind einige tolle Spiele dabei und für den Binchplayer das wohl zukünftig der günstigere Service wenn er aus der Beta kommt. Eigentlich zeichnet sich recht schnell ab. Dass die Zielgruppe für Google und Co. nichts damit zu tun hat ob man nun ne Konsole möchte oder nicht.

      Nur mal so. Ich zähle zur Zielgruppe Shadow und Google bin besitzer eines selbst zusammengebauten Gamingrechners einer Playstation 4 Pro und hab mir die Founders Edition geholt. Den Controller brauchst du nur wenn du am Fernseher zocken möchtest ansonsten wird jeder USB Controller und sogar Bluetoothcontroller problemlos supportet.

      Jetzt mal zu deinen einzelnen Punkten.

      1. Ich hab ne 100tausender Leitung und hab genau dein Beispiel und noch viel mehr getestet.
      Habe Stadia in 4k gespielt. Nebenbei in Youtube den Stream hochgeladen und einen anderen Stream mit einer Person der ich spiele und meinen eigenen Stream hatte ich auch jeweils am 2. Monitor offen.
      Nach spätestens 5 Sekunden hat der Router die Lasten so verteilt dass alles einwandfrei ohne einen einzigen Ruckler oder ein Artefakt funktioniert hat. Und das 3 Stunden lang.
      Zudem hat mich mal ein Freund besucht. Wir wollten Division 2 spielen. Das haben wir dann gemacht über Stadia. 2x Stadia 4K Division 2 Stream. Und nebenbei hatte ich ein Youtube Video mit einer Musikplaylist offen.
      Weder bei mir noch bei ihm Probleme. Versuch uns nicht BS zu verkaufen nur weil bei dir eventuell etwas nicht funktioniert. Ich bin aber skeptisch ob du Stadia überhaupt getestet hast.

      2. Völlig veraltetes Ammenmärchen. Stadia läuft auf jedem einzelnen Chromebrowser und seit ungefährt einer Woche auf jedem Android Handy. Jedes nicht offiziell supportete Handy kann einfach die Stadia App Experimentell in den Einstellungen freischalten und schon funktioniert alles einwandfrei. So kann ich jetzt mit meinem nicht offiziell supporteten Huawei P30 problemlos am Handy zocken. Auch wieder komplett ohne Stadia Controller.

      3. Der Full HD Stream ist wahrlich nicht der schönste. Ich muss sagen dass ich die Standardbitrate als zu niedrig empfinde. Da wäre es schön wenn man diese selbst erhöhen könnte. Und sicherlich kommt Streaming nicht an die grafische Qualität von Zocken zuhause ran. Aber der 4k Stream ist qualitativ besser als jeder Konkurrent aktuell. Selbst Nvidia hat gesagt, dass die Technik beeindruckend ist und sie dort momentan noch nicht mithalten können…. Sollte wirklich mal das Internet kurzzeitig ein Schluckauf haben (beispielweise über Wifi) dann ist auch der Google dienst der dessen Artefakte am schnellsten wieder verschwinden. Während die anderen Services sich gerne 1-2 Sekunden länger genehmigen bevor sie wieder zurück auf Full HD wechseln.

      4. Dein Fazit baut auf deine vorhin von mir als schwachsinnig bezeichnete Zielgruppe auf.
      Ich bin in mehreren Stadia Communities unterwegs um sagen zu können dass in der Stadia Community von kleinen Kind dessen Eltern ihm keine Playstation aber ne Premiere Edition kaufen wollten. Zum Familienvater der dank Stadia endlich mal wieder gelegenheit zum Zocken bekommen hat, vom Ehemann der durch Stadia seine Frau an spielen heranführen konnte weil es so verdammt einfach ist, von mir bis zum Technik Enthusiasten der quasi alle Services parallel testet. Extrem viele Nutzer von Stadia haben tatsächlich irgendwie am Dachboden eine PS4 oder Xbox stehen die sie einfach nicht mehr raus holen seit sie Stadia nutzen.

      Und viele sagen auch dass die Einfachheit sie eher sogar dazu verleitet gekoppelt mit sehr guten Sales mehr Spiele zu kaufen als weniger.
      Auch deine Meinung zur technischen Umsetzung ist völlig daneben. Leute dachten wir würden in 20 Jahren fliegende Autos haben und lagen damit völlig daneben (weil der bedarf fehlt) und du sagst ein etwas schnelleres Internet würde 50 Jahre dauern (trotz immer steigendem Bedarf). Dabei gibts das Internet noch gar nicht so lange und doch hat es riesen Sprünge gemacht und die ganze Welt verändert.

      Im Grunde braucht es lediglich mehr Cloud Server in mehr Ländern. Bei größeren Ländern sogar in mehr Orten und schon gibt es keine Probleme mehr. Am besten sehe ich das an Shadow. Da es ein stinknormaler PC ist kann man natürlich sämtlich IP Tracking seiten nutzen und schnell herausfinden dass der PC in Frankfurt am Main steht. (Ich komme aus Bayern) Die Distanz liegt bei ca. 300Kilometern und die Latenz ist winzig. Fast nicht spürbar. Mit Maus und Tastatur. Stadia liegt nach allem was ich herausfinden konnte vermutlich in Belgien. 750km Luftlinie entfernt und die Latenz ist deutlich spürtbar mit Maus und Tastatur. Am Controller eigentlich kaum Nennenswert.

      Jeder der genannten Cloudservices verfolgt unterschiedliche Ziele und hat dadurch seine Daseinsberechtigung für eine gewisse Anzahl Leute. Du musst kein Fan von Cloud Gaming sein. So wie andere keinen Bock haben zuhause einen Kasten aufzustellen und 500-1500€ für Gaminghardware auszugeben.
      Aber lass doch bitte das Gehate. Wenn dich Stadia nicht interessiert dann beschäftige dich auch nicht damit und verschwende nicht deine Zeit damit Unwahrheiten zu verbreiten Dank! Viel Spaß noch beim Zocken. Im Grunde haben wir das doch alles Gemeinsam. Dass wir einfach egal wie gemeinsam Spiele spielen wollen….

      LG

  • Ach eines hatte ich übersehen.
    Bei Die Renderqualität ist grundsätzlich von Spiel zu Spiel individuell aber in 95% der Fälle 1440P Hochskaliert auf 4K und an den FPS schwankt überhaupt gar nichts. Und sicherlich droppt da nichts runter auf 30 wenn ein Spiel mit 60 fps angegeben ist….

    Es teilt sich auch niemand einen PC zumindest skaliert die Hardware nicht runter wenn mehrere gleichzeitig Stadia nutzen. Also bitte nächstes mal bevor du 100 Zeilen mit 99Zeilen Falschinformation schreibst. Lass es doch einfach sein. Oder beschränke dich nächstes mal auf die 1 Zeile. „Ich habe Vorurteile und mag kein Stadia oder Cloudgaming ist nichts für mich“

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