Google Play Music wird eingestellt: So lassen sich alle Daten zu YouTube Music & Google Podcasts übertragen

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Das letzte Stündlein von Google Play Music hat geschlagen und wird schon sehr bald zur endgültigen Einstellung der populären Musikplattform führen, die Google schon vor zwei Jahren angekündigt hat. Um den Nutzern den Umstieg auf die neuen Produkte zu erleichtern, wurden vor wenigen Tagen die neuen Transfer-Tools zu YouTube Music und Google Podcasts gestartet.


Dass Google immer wieder Produkte einstellt, ist keine Überraschung. Auch nicht, wenn es sich um sehr langjährige und zum Teil langfristig populäre Produkte handelt. Weil die meisten Nutzer darüber nur wenig erfreut sind, scheint Google nun aber langsam aus den Fehlern gelernt zu haben und fasst die Nutzer von Google Play Music von Beginn an mit Samthandschuhen an. Das ist gut für die Nutzer, dürfte aber wohl vor allem daran liegen, dass es sich immerhin zu einem großen Teil um zahlende Kundschaft handelt.

play music youtube logo

Im Juni 2018 (!) hat Google angekündigt, dass Google Play Music eingestellt und durch YouTube Music ersetzt werden soll. Damals nannte man keinen Zeitplan, knüpfte das Vorhaben aber selbst an die Bedingung, dass “alle beliebten Features” von Google Play Music bis zur Einstellung auch bei YouTube Music zu finden sein werden. Ich muss zugeben, dass ich es selbst nicht mehr geglaubt habe, aber Google hat tatsächlich Wort gehalten. Es mag das eine oder andere Detail-Feature fehlen, aber die umfassenden Grundfunktionen von Google Play Music sind seit langer Zeit auch in YouTube Music vorhanden.

Es war nur eine Frage der Zeit, bis Google das Aus endgültig bekannt gibt und Play Music den Stecker ziehen wird. Mit dem Start der Transfer-Tools wurde diese Phase nun endgültig eingeleitet, auch wenn man sich noch immer nicht konkret auf ein Datum für die Einstellung festlegen möchte. Vermutlich wird man den Transfer beobachten und ab einer gewissen Untergrenze der Nutzerzahl kurzfristig die Schliessung verkünden – in solchen Fällen kann es dann auch mal innerhalb von 14 Tagen soweit sein. Treue Nutzer sollten sich also langsam verabschieden.

Wer im Google-Universum bleiben möchte, muss auf YouTube Music bzw. Google Podcasts wechseln. Letztes könnte auch der Grund dafür sein, warum sich die Einstellung so lange gezogen hat, denn Podcasts wurde erst in den letzten Wochen stark ausgebaut und kann somit den (zugegebenermaßen bescheidenen) Funktionsumfang von Google Play Music nachbilden.




youtube music transfer

Umstieg auf YouTube Music

YouTube Music wurde in den letzten Monaten stark ausgebaut und hat viele Features aus Play Music sowie eine aufgeräumtere Oberfläche erhalten. Für Google Play Music-Nutzer ist es vielleicht dennoch ein kleiner Kulturschock, aber schlussendlich zählen beim Musikstreaming die Inhalte – und die sind da. Weil Google Play Music und YouTube Music nun schon seit mindestens zwei Jahren parallel betrieben werden, gibt es keine automatische Übernahme der Inhalte. Die muss jeder Nutzer selbst anstoßen.

Google hat den Umstieg sehr leicht gestaltet, denn es werden auf der extra dafür eingerichteten Transfer-Seite alle Daten in einem Rutsch übernommen:

  • Deine hochgeladenen und gekauften Titel
  • Eigene Playlists und viele Sender
  • Alben und Songs in der Mediathek
  • Deine “Mag ich”- und “Mag ich nicht”-Bewertungen
  • Die Zahlungsinformationen für dein Abo (wenn du aktuell ein Google Play Musik-Abo hast)

Letzter Punkt ist wichtig: Auch das Abo sowie die Höhe der monatlichen Gebühr ziehen mit. Habt ihr also Google Play Music damals bei einer Aktion für einen günstigeren Preis geschossen, gilt dieser auch für YouTube Music. Das dürfte nur auf wenige Nutzer zutreffen, aber diese dürfen sich auf das reduzierte Paket freuen.

Um die Inhalte zu übertragen, müsst ihr nur auf den entsprechenden Menüpunkt in den Einstellungen klicken, falls dieser bereits wie im Video zu sehen vorhanden ist, oder den folgenden Link aufrufen. Die Übertragung startet dann per Knopfdruck und es gibt keinerlei Einstellungsmöglichkeiten oder Filter zur Übertragung einzelner Inhalte. Entweder alles oder gar nichts. Für den unwahrscheinlich Fall, dass ihr in Venezuela oder Weißrussland wohnt: Die Übertragung ist leider nicht möglich.

» YouTube Music Transfer Tool

» Alle Informationen zur Übertragung von Google Play Music zu YouTube Music




Umstieg auf Google Podcasts

Google Play Music besaß bzw. besitzt auch eine Podcast-Funktion, die zwar nur sehr rudimentär umgesetzt wurde, aber dennoch viele Nutzer gehabt haben dürfte. Weil Google nun ein eigenes Podcast-Produkt hochgezogen hat und Google Podcasts stark ausgebaut hat, gibt es eine zweite Übertragung. Ihr könnt alle eure Podcasts direkt von Play Music zu Google Podcasts übertragen. Übertragen wird sowohl die Liste der Feeds als auch der jeweilige Hörfortschritt.

Wenn Sie Ihre Abos und den Wiedergabefortschritt von Folgen beibehalten möchten, können Sie Ihre Podcasts zu Google Podcasts übertragen.

  • Rufen Sie podcasts.google.com/transfer auf.
  • Prüfen Sie, ob Sie bei Google Play Musik in dem Konto angemeldet sind, das Sie auch für Podcasts verwenden.
  • Wählen Sie Podcasts übertragen aus.
  • Prüfen Sie die Ergebnisse. Ihnen werden außerdem alle Podcasts angezeigt, die nicht in Google Podcasts verfügbar sind.


Wann Google Play Music endgültig eingestellt wird, ist noch nicht bekannt. Außerdem ist nicht bekannt, ob die Übertragung aller Daten vor der Einstellung manuell angestoßen wird oder nicht. Wer auf der sicheren Seite sein möchte, sollte die in diesem Artikel beschriebenen Schritte zeitnah durchführen. RIP Google Play Music.

» Google Play Music: Einstellung rückt näher – neue Tools übertragen Daten zu YouTube Music & Google Podcasts


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comment 5 Kommentare zum Thema "Google Play Music wird eingestellt: So lassen sich alle Daten zu YouTube Music & Google Podcasts übertragen"

  • Weiss jemand, wie das dann mit dem Familientarif läuft? YouTube hat die Voraussetzungen aus dem 18. Jahrhundert, wo es heisst, dass nur die zur Familie gehören dürfen, die im gleichen Haushalt leben. Sie machen das an der Adresse fest, aber das kommt auf das Gleiche raus.

    Bei Google Play Music hat man als einzige Voraussetzung ein Play Konto im gleichen Land. Wenn ich nun von Play Music zu YouTube wechseln muss, verliere ich dann die Familienmitglieder aus der YouTube Gruppe und damit die Möglichkeit, die Filme, die ich in den letzten Jahren für die Familienmediathek gekauft habe, meiner Familie, die woanders wohnt als ich, zugänglich zu machen?

    Das wäre ein echter Schlag ins Kontor von Google. Ich habe mich damals wegen dieser Nutzungsbedingungen für die Familienmediathek für Google Play Music und gegen YouTube entschieden.

    • Inzwischen habe ich Antwort von Google bekommen: Wenn man von Google Play Music zu YouTube Music umzieht, gelten die dortigen Regeln für die Familiengruppe. Das heisst alle Mitglieder der Familiengruppe müssen im gleichen Haushalt leben. Wenn man so wie ich seine Eltern in der Familiengruppe hat (die eindeutig zur Familie gehören), man aber nicht mehr bei ihnen wohnt (was heutzutage vermutlich den meisten volljährigen Menschen so gehen dürfte), dann verliert man dadurch die Familienmediathek.

      Es macht dann für mich auch keinen Sinn mehr, den Familientarif zu zahlen. Sehr schade, dass sie so dämliche Regeln aufstellen.

    • Man behält nach dem “Auszug” alle Musiktitel (und Apps, Filme, etc.), die man selbst der Familienmediathek hinzugefügt hat, in der eigenen Mediathek. Sie stehen dann nur nicht mehr den anderen Familienmitgliedern zur Verfügung.
      Die Familienmediathek ist für Eltern mit Kindern gedacht, die noch zu Hause wohnen. Für Volljährige, die nicht mehr bei den Eltern wohnen und ein eigenes Einkommen haben, wird der Familientarif erst dann wieder interessant, wenn sie eine eigene Familie haben.

  • Das klingt recht vielversprechend. (Bei mir funktioniert es aber noch nicht.) Jetzt muss ich nur noch herausfinden, wie man in YouTube Music die Videos komplett deaktivieren kann.

    Auf der Arbeit über den Browser und im Auto über Android Auto höre ich Google Play Music, und da möchte ich nur etwas hören. Daher soll kein Video heruntergeladen werden.

    Außerdem möchte ich auch bei der Suche ausschließlich Musiktitel finden, keine Videos. Wenn ich Videos sehen möchte, dann suche ich in einer Videoplattform wie dem klassischen YouTube.

  • Viele Features? Das Bearbeiten von eigenen Alben fehlt bei YouTube mehr oder weniger komplett. Habe Google Music eigentlich nur wegen der Uploads genutzt, so ist es nichts halbes und nichts ganzes.

    Nächster Fail: Wenn man bei Music eine Band Abonniert, erscheint die im normalen YouTube auch in den Abos, was für ein riesen Chaos sorgt, da man keine Kategorien anlegen kann.

    Alles in allem ein weiteres gutes Beispiel, wie man etwas was einwandfrei funktioniert voll gegen die Wand fahren kann. Danke Google…

Kommentare sind geschlossen.