Google Go: Die neue schlanke Google-App bringt viele gute Ideen & praktische Features in die Oberfläche

google 

Vor wenigen Tagen wurde Google Go weltweit für alle Nutzer freigeschaltet und kann nun global über den Play Store bezogen und genutzt werden. Grundsätzlich handelt es sich bei Google Go um eine stark verschlankte Version der großen Google-App und wäre somit eigentlich in der westlichen Welt nur für wenige Nutzer interessant – aber das ist ein Irrtum. Tatsächlich bringt sie viele neue Ideen mit, die nicht nur sehr praktisch sind, sondern auch der großen Version der App gut zu Gesicht stehen würden.


Mit den Go-Apps und dem Betriebssystem Android Go versucht Google seit gut zwei Jahren, die nicht ganz so stark ausgestatteten Smartphones zu erreichen und die eigenen Dienste für die schwächeren Geräte anzubieten – und das mit großem Erfolg. Der Go-Zusatz ist aber keine Abwertung, denn natürlich setzt Google auch bei diesen Apps auf Qualität und eine gute Nutzererfahrung, wie man so schön sagt. Sie sind also durchaus interessant, was sich vor allem an den Beispielen Gallery Go sowie der Dateiverwaltung Google Files (Go) zeigt.

google go logo

Die Google-App ist eine sehr zentrale App auf vielen Android-Smartphones und bietet weit mehr als nur die Google Websuche. Sie bringt auch den Google Assistant, die Google Lens-Erkennung sowie den Google Discover Feed mit und hat noch einige weitere Dinge im Gepäck, auf die viele Nutzer vermutlich nicht mehr verzichten möchten. Tatsächlich hat die Google Go-App all dies im Gepäck und presst es in eine App mit einer Größe von gerade einmal 7 MB.

google go main

Google Go ist aber nicht nur ein Ersatz für die Google-App, sondern bietet auch eine völlig andere Oberfläche, die man aus einer Mischung aus der Websuche, einem Browser und sogar einem Launcher beschreiben könnte. Die App teilt sich in drei große Bereiche, durch die der Nutzer links und rechts scrollen kann. In der Mitte die Google-App, links davon der Google Discover Feed und auf der rechten Seite die Verknüpfungen bzw. der Launcher. Scrollt ihr zu weit in eine der beiden Richtungen, bekommt ihr das wirklich sehenswerte Elefanten-Easteregg zu sehen, das die Entwickler auch noch in die 7 MB gestopft haben.



google go features

Wenn ihr die App erst einmal installiert und wenige Minuten benutzt habt, werden euch viele Änderungen im Vergleich zu den klassischen Apps auffallen, die tatsächlich sehr durchdacht sind und in der Form auch in der großen Google-App sehr praktisch sein könnten. Der Einfachheit halber liste ich an dieser Stelle einfach alles Stichpunktartig auf, was schon nach kurzer Zeit positiv aufgefallen ist:

  • Suchleiste unten: Die Suchleiste befindet sich am unteren Rand und ist somit gerade bei großen Display sehr viel leichter zu erreichen als etwa im mobilen Chrome-Browser. Und das, obwohl sich Google Go an kleinere Smartphones richtet.
  • Zusatzoptionen in der Suchleiste: Die Suchleiste fungiert auch als Adressleiste, enthält einen Mikrofon-Button und sogar eine schnelle Verknüpfung zu Google Lens.
  • Google Lens übersetzt Texte: Lens fungiert in der App als verlängertes Google Translate-Tool und kann Texte im Livebild erkennen und diese direkt vorlesen.
  • Viele praktische Verknüpfungen: Die Startseite von Google Go verlinkt direkt zur Sprachsuche, zum Discover Feed, zu YouTube, der Bildersuche, der GIF-Suche und auch den Downloads. Natürlich promotet das vor allem Google-Dienste, aber es ist äußerst praktisch.
  • Beliebige Verknüpfungen auf der Startseite: Auf der Startseite kann jede weitere Web-App bzw. Webseite abgelegt werden. Leider lässt sich die Reihenfolge nicht ändern.
  • Bildersuche & GIF-Suche: Beide Suchfunktionen sind tief verknüpft und schlagen populäre Kategorien mit vielen Bildern vor. Die gesamte Oberfläche ist intuitiver als in den anderen Google-Apps und bietet in beiden Fällen eine schnelle Möglichkeit zum Teilen und Herunterladen. Das bietet die neue Google Bildersuche nicht.
  • Weitere Features in der Websuche: Über dem Suchfeld finden sich die letzten Suchanfragen, die sich auch leicht von dort löschen lassen. Es werden aktuelle Trends inklusive absoluten Suchzahlen angezeigt und die Suchergebnisse werden übersichtlicher dargestellt.
  • Dauerhafter Lite-Modus: Der Lite-Modus lässt sich dauerhaft aktivieren und funktioniert dann in der Websuche, im Discover Feed und auch im gesamten Browser.
  • Webseiten vorlesen: Jede Webseite lässt sich mit nur einem Knopfdruck über den ständig angezeigten Play-Button in festlegbarer Geschwindigkeit vorlesen. Äußerst praktisch.
  • Hintergrundbild festlegen: Es lässt sich ein Hintergrundbild für die gesamte App festlegen, mit dem bei einem einfarbigen Bild auch eine farbliche Anpassung oder ein Dark Mode umsetzen lässt.
  • Easteregg: Kein Feature, aber es zeigt, dass die Entwickler noch Spaß bei der Arbeit haben – das Elefanten-Easteregg.

Das war doch schon eine ganze Menge, für dass es sich lohnt, die App zumindest einmal auszuprobieren.



Sicherlich gefällt nicht jedem Nutzer alles davon und Geschmäcker sind verschieden, aber es wird ziemlich schnell offensichtlich, dass Google Go auch eine Art Spielplatz für die Entwickler ist, auf dem sie einiges ausprobieren können. An der Verfrachtung der Adress- und Suchleiste an den unteren Rand verzweifelt das Chrome-Team seit zwei Jahren (!) – bei Google Go funktioniert es und hat sogar noch weitere Elemente im Gepäck. So einfach kann das sein.

Die einfache Bildersuche inklusive Teilen- und Download-Funktion ist der nächste Punkt, der sowohl im Web als auch in der App in der Form seit langer Zeit nicht mehr existiert und es den Nutzern unnötig schwer macht. Klar, das hat urheberrechtliche Gründe, aber wer ein Foto haben möchte, der holt es sich auch auf Umwegen. Das gilt auch für die neue Bildersuche-Oberfläche im Web. Die Vorauswahl an Bildern und GIFs ist ebenfalls sehr praktisch und existiert in der Form auf allen anderen Plattformen gar nicht.

Probiert die App einfach einmal aus und schreibt eure Meinung gerne in die Kommentare.

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