Google Maps: Datensammlung geht weiter – der neue Inkognito Modus stoppt nur Aktivitäten-Aufzeichnung

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In der großen Google I/O Woche gab es unzählige Ankündigungen von neuen Produkten und Funktionen – und auch Google Maps wurde mit zwei kleinen Neuerungen bedacht. Zuerst bekommen alle Pixel-Nutzer Zugriff auf die AR-Navigation, womit die Funktion kurz vor dem globalen Rollout steht. Fast schon interessanter ist aber der Inkognito Modus für Google Maps, der erst zu einem späteren Zeitpunkt starten soll. Doch schon jetzt sollte man wissen, dass das keineswegs ein privater Modus ohne Datensammlung sein wird.


Der Inkognito Modus wurde von Google zuerst im Chrome-Browser eingeführt und gehört seit vielen Jahren zu einer Grundfunktion des Browsers. Diese wird zwar immer wieder als „Porno Modus“ verschrien, aber tatsächlich gibt es viele andere gute Gründe, diesen Modus immer wieder mal zu nutzen. Seit dem vergangenen Jahr hat YouTube einen Inkognito Modus und nun ist auch Google Maps an der Reihe, das den Nutzer ebenfalls unerkannt navigieren und nach Einträgen lässt.

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Googles Entwickler haben den Inkognito-Modus in Google Maps nur am Rande erwähnt und auch in der kurzen Ankündigung ist nur die Rede davon, dass die Aktivitäten in diesem Modus nicht im Google-Konto gespeichert werden. Im Wortlaut heißt es: „your activity—like the places you search or get directions to—won’t be saved to your Google Account“. Das ist wohl absichtlich einigermaßen schwammig formuliert, denn dieser Modus bedeutet keinesfalls, dass der Nutzer anonym unterwegs ist – im wahrsten Sinne des Wortes.

Laut der Beschreibung verhindert dieser Modus nur, dass die aufgerufenen Orte sowie die abgefragten Wegbeschreibungen im Google-Konto gespeichert werden. Da diese Daten nicht nur für den Verlauf verwendet, sondern auch zur Profilbildung herangezogen werden, werden sie auch zur Auslieferung von Werbung sowie zur Empfehlung von neuen Orten in Google Maps genutzt. Wer sich also das eigene Profil nicht mit unpassenden Einträgen verhauen möchte, hat einen guten Grund, diesen Modus zu nutzen.

Das ist dann aber auch schon der einzige Anwendungsfall, denn alle weiteren Daten werden nach aktuellem Stand weiterhin gesammelt. Teilweise in anonymisierter Form, zum Teil aber auch vollständig mit dem Namen und dem Profil des Nutzers. Und das ist auch vollkommen in Ordnung, denn letztendlich soll der Modus nur den persönlichen Bereich berühren.



Nutzer-Interaktionen sind nicht anonym
Google Maps bietet dem Nutzer viele Interaktionsmöglichkeiten wie z.B. die Vergabe von Bewertungen, Rezensionen, der Upload von Fotos und Videos sowie die Beantwortung von Fragen. All diese Dinge setzen es voraus, dass der Nutzer angemeldet ist und entsprechend mit seinem Profil hinter den Informationen steht. Wie genau damit umgegangen wird, geht aus der Ankündigung nicht hervor, aber aller Wahrscheinlichkeit nach, wird sich am bisherigen Verhalten nichts ändern.

Die einzige Alternative wäre es, diese Funktionen einfach in diesem Modus zu sperren. Im Inkognito Modus des Chrome-Browsers kann sich der Nutzer ebenfalls in beliebige Dienste einloggen, ohne dass es einen Unterschied macht. Es wäre also eine merkwürdige Umsetzung, diese Features in Google Maps zu sperren.

Standortverlauf wird weiter aufgezeichnet
Aber auch passiv werden bekanntlich Daten gesammelt, die von diesem Modus ausgeschlossen sind. Der Google Maps Standortverlauf ist von der App unabhängig und wird weiterhin Daten sammeln, die für sehr viele Zusatzdienste verwendet werden: Zum einen zur Anzeige des Standortverlaufs für den Nutzer, aber auch für Features wie Wait Times zur Anzeige von Wartezeiten, Popular Times für die berühmten Balkendiagramme zum Besucheransturm, für Verkehrsinformationen und einiges mehr. Eine detaillierte Auflistung dieser Funktionen bekommt ihr in diesem Artikel.

Siehe auch
» Google Maps: Koordinaten statt Adressen – so könnt ihr sie finden & suchen und das sind die Vorteile


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