Offener Google Earth-Client: Gaia

Google Earth
Ein russischer Student hat still und heimlich per Reverse Engineering das Google Earth-Protokoll zerlegt und analysiert. Aus diesen Daten, und dem Wissen wie die Software mit dem Google-Server kommuniziert, hat er eine eigene Software zur Darstellung der Erde geschrieben und jetzt in einer ersten Version veröffentlicht – natürlich ohne Genehmigung von Google.

Die Software nennt sich Gaia und kann derzeit nicht viel mehr als die einzelnen Kartenausschnitte darzustellen, sich darüber zu bewegen und die Zoomingstufe zu verändern. Screenshots von der Software gibt es nicht, zumindest keine Aussagekräftigen. Die 3 auf der Website veröffentlichten Screenshots könnten auch von Google Earth stammen, man weiß es nicht. Leider steht die Software nur für Mac und Linux zur Verfügung (Windows folgt), so dass ich es nicht testen kann.

Ich finde es zwar beeindruckend dass sich da jemand hingesetzt und das Protokoll in mühsamer Kleinstarbeit analysiert hat und dann die Software nachbaut. Allerdings frage ich mich wofür das ganze, Google Earth selbst bietet alle nur wünschenswerten Funktionen und wird ständig von einem großen Team weiter entwickelt – ich glaube kaum dass ein einziger Student jemals den Funktionsumfang der Originalsoftware erreichen oder gar toppen kann.

Was Google zu dieser Software sagt ist zur Zeit noch nicht bekannt, aber ich gehe davon aus dass sie das Projekt scharf beobachten. So lange es keine Verbreitung findet werden sie nichts sagen, aber wenn doch werden sie wohl einschreiten müssen. Google hat die Bilddaten für teuer Geld eingekauft und stellt seine Server + Bandbreite für alle kostenlos zur Verfügung – aber nur wenn die hauseigene Software verwendet wird, schließlich soll hier mit später Geld verdient werden (und wird jetzt schon durch teilweise Anzeigen verdient)

Es gibt nun 2 Möglichkeiten: Entweder er bekommt ein Unterlassungsschreiben von Google und nimmt das Projekt sofort aus dem Netz, oder es wird weiter beobachtet und wenn interessante Funktionen hinzukommen zieht der Student um nach Mountain View 😉

» Gaia

[heise]

Nachtrag:
» Google Earth-Client Gaia ist offline




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comment 7 Kommentare zum Thema "Offener Google Earth-Client: Gaia"

  • Die software ist Momentan wirklich sehr spartanisch, zeigt aber das er es zumindest hinbekommen hat Kartendaten von Google zu empfangen. Wenn Bedarf an Screenshots besteht kann ich nachher mal ein paar auf meinem Ubtunu Desktop machen, quasi als beweis. Man sieht aber wirklich nur die Karte, keinerlei Zusatzinformationen.

  • „Allerdings frage ich mich wofür das ganze, Google Earth selbst bietet alle nur wünschenswerten Funktionen und wird ständig von einem großen Team weiter entwickelt – ich glaube kaum dass ein einziger Student jemals den Funktionsumfang der Originalsoftware erreichen oder gar toppen kann.“

    Ein einzelner Student vieleicht nicht aber ein aktives OpenSource Projekt kann durchaus alles machbare da rausholen.

    Und zu der Sinnfrage. Der original Client ist schön und gut aber es ist proprietäre Software und viele Leute versuchen ohne auszukommen.

  • Auf meinem Laptop läuft Google Earth nicht, da es unter Linux Anzeigeprobleme. Das wäre ein Grund, so einen Client zu nutzen.

  • Bei mir funktionierts nicht. schon beim compilieren mit „scons gpsd=0“ so wie im readme beschrieben.

    Zitat:
    sh: -W: invalid option
    […]
    scons: *** [src/main.o] Error 2
    scons: building terminated because of errors.

Kommentare sind geschlossen.