waveGoogle Wave soll die Email revolutionieren. Damit auch andere Firmen mitmachen, hatte Google ankündigt, dass man Wave auf offene Standards aufbauen wird. Google hat erste Teile vom Code von Google Wave veröffentlicht. Diesen kann man hier einsehen.Die jetzt veröffentlichten 40000 Zeilen umfasst das grundlegende Wave-Modell von Operational Transform, dem Herz von Google Wave. Außerdem gibt es einen simplen Client-/Server-Prototypen. Details gibt es im Wave Dev Blog. Ende September soll Google Wave für 100.000 Nutzer starten. Diese sollen aus denjenigen ausgewählt werden, die sich auf wave.google.com für Updates angemeldet haben. Entwickler können hier einen Antrag auf einen Zugang zur Sandbox von Wave stellen.
Google Maps API -> Google Code
Google hat eine Menge Vertrauen in die OpenSource-Community und tut, nicht nur durch den Summer of Code so einiges für alle OSler. In vielen Google-Produkten werden Codes aus OS-Projekten übernommen oder Plugins eingesetzt, doch Googles eigene Codes waren bisher immer ClosedSource. Das soll sich jetzt teilweise ändern - den Anfang macht die Google Maps API.Da die Googler erst einmal sehen möchten wie dieser Versuch bei der Community ankommt und ob es Erfolge, entscheidende Verbesserungen oder interessante neue Funktionen geben wird, wird die API erst einmal nur teilweise freigegeben. Eine der wichtigsten Schnittstellen, die GMarkerManager-Klasse wurde offiziell freigegeben und jeder kann daran mitarbeiten.Die Klasse GMarkerManager ist für das hinzufügen, entfernen und der Verwaltung von Placemarks zuständig und damit eine sehr wichtige Schnittstelle nach außen. OSler können jetzt versuchen diese Klasse zu optimieren oder um neue interessante Funktionen zu erweitern und sich damit an der zukünftigen Entwicklung beteiligen.Es wird immer eine Developer- und eine Release-Version geben, wobei bei ersterer die Funktionsfähigkeit nicht garantiert werden kann und letztere die sogenannte "Last Stable-Version" beinhaltet. Die Codes können auf der jeweiligen Google Code-Seite heruntergeladen und dann in eigenen Projekten eingesetzt werden.Ich glaube zwar nicht dass es große Innovationen bei der API geben wird, aber von der Öffnung werden sicherlich einige Leute profitieren die an einer ähnlichen Funktion gearbeitet haben. Und wer weiß, vielleicht wird es ja Erweiterungen geben die der Maps API ein völlig neues Einsatzgebiet eröffnen wird - warten wir es ab. Bei Erfolg wird Googler sicherlich noch weitere Teile der API öffnen und das Projekt auf andere APIs ausdehnen.» Maps API - Sourcecode » Ankündigung im Google Maps API Blog
Google Web Toolkit
Das Google Web Toolkit ist seit gestern offiziell ein OpenSource-Projekt. Google hat sich zu diesem Schritt entschieden, weil sie von dem Erfolg des GWT selbst überrascht gewesen sind und dieses Projekt unbedingt weiter ausbauen möchten. Ich denke Google selbst wollte hier keine großen Ressourcen mehr hereinstecken, das Projekt aber dennoch nicht stoppen.Das Projekt steht unter der Apache 2.0-Lizenz zur Verfügung und kann von jedem angesehen und verändert werden. Ich denke dieses Projekt kann die Entwicklung von Web-Anwendungen schon stark vereinfachen und vorallem, dank Debugger, dabei helfen auch die kleinsten Bugs noch im Keim zu ersticken. Google selbst nutzt dieses Tool z.B. für Google Base und Google Image LabelerGoogle Web Toolkit Sourcecode » Ankündigung im GWTe-Blog
Nur wenige Tage nach der Veröffentlichung hat Google dem Earth-Clienten Gaia den gar aus gemacht. Begründet wurde dieses Verhalten damit, dass Google die Bilddaten für teuer Geld einkauft und in Zukunft auch vor hat damit ein bißchen was zu verdienen. Aber die Entwickler können auch anders und greifen jetzt direkt auf die Bilddaten der Konkurrenz zu.Seit gestern steht die neueste Version von Gaia zum Download und bedienen sich von dem Bildmaterial der NASA und dessen Programm NASA WorldWind. Was die NASA dazu sagt, und ob sie es vielleicht sogar gefördert hat ist zur Zeit nicht bekannt - aber ich denke dass diese Institution sich nicht gleich vor Gericht begeben wird. Wer Milliarden im Weltraum verpulvern kann, der kann auch ein bißchen Servertraffic hergeben ;-)Was für mich jetzt interessant ist, wie konnte der Entwickler so schnell die Daten von World Wind entschlüsseln? Hat er das schon nebenbei gemacht, neben Google Earth, oder sind die Daten und das Protokoll und World Wind frei verfügbar, weiß das hier jemand?» Gaia Download[Der Standard]
Google Earth
Nachdem der Google Earth-Client Gaia über Nacht bekannt geworden ist, hat Google natürlich sofort reagiert - allerdings nicht so wie man es erwartet hätte. Der Entwickler wurde nicht verklagt oder mit rechtlichen Schritten eingeschüchtert, sondern er wurde vom Earth-Chefentwickler ausführlich und im netten Ton gebeten das Projekt einzustellen.Natürlich wäre es nicht gut für Google gewesen wenn sie gleich mit der Eisenfaust zugeschlagen und den Entwickler verklagt hätten, aber dass sich der Chef persönlich Zeit nimmt und die Gründe auch noch ausführlich erklärt hätte ich nicht erwartet. Der Entwickler hat auf diese eMail, die ihn persönlich auch beeindruckt hat, auch gleich reagiert und alle Downloads von der Website entfernt. Außerdem bittet er alle, die die Software auf ihrem PC haben, die Daten zu löschen - was wohl kaum einer tun wird.Immerhin hat der Entwickler jetzt Aufmerksamkeit bekommen und hat gezeigt dass er Programmiertechnisch so einiges drauf hat, vielleicht hilft ihm das bei spätere Jobsuche - evt. bei Google :-DHier die eMail von Michael Jones:
Hello,I am Michael Jones, the Chief Technologist of Google Earth, Google Maps, and Google Local search writing to the author(s) of the Gaia project ( http://gaia.serezhkin.com/) with an urgent concern. We have now become aware of your efforts and are concerned that you may not understand the developing global social impact of your engineering creativity.The data that we license for Google Earth and Google Maps is made available for use under the restriction that it not be accessed or used outside of Google's client software. These products -- Earth, Maps, and Mobile Maps -- each have a data protection mechanism tailored to their environment. They also all come with a clearly indicated end user license agreement, known as the Terms of Service, which means "these are the conditions under which we are providing access to valuable data through our client software for your use." In all three cases, the ToS are very clear that the data services used by the client software must never be accessed directly and that the encryption, passkey, and other data protection mechanisms must not be circumvented.We appreciate that you like our software and enjoy the many millions of dollars and years of labor that the licensed data represents. Unfortunately, your curiosity about the protected server mechanisms ignores the Google Earth Terms of Service, the software license agreement that you accepted when installing Google Earth, the built-in encryption mechanisms within the client/server protocol, the economic rights of a worldwide network of providers who license this data to Google, and most of all, the sense of fair-play that is the basic relationship between Google and its users worldwide.The kindness through which Google has made the wonder of our planet available to more than 100 million users around the world is now threatened -- not by a menacing and fierce business competitor -- but by you. Please hear the seriousness in this statement. I am not an attorney. I am not posturing. Just the opposite. We on the engineering team are hopeful that despite the risk your actions (break the ToS, reverse engineer parts of the data protection mechanisms, publish the fact and code, encourage others) pose to our product, team, company, and users, we remain hopeful that this was an unintended result of what started as intellectual curiosity by a smart engineer like ourselves who has a passion to learn how things work.Are we right?If so, we really need to have you take down that code and refocus your work toward building an open earth viewer that uses open earth images (such as from NASA) or licensed earth images from willing providers rather than having the basis of your project being the improper use of our images. If you understand the gravity of the situation and agree to respect or position in this, please let me know quickly (hours rather than days) and on an equally responsive time scale please modify your project pages to remove anything suggesting or teaching the improper access to our data servers.Anxious to hear from you, Michael-- Michael T. Jones, Chief Technologist, Google Earth, Maps, Local 1600 Amphitheatre Parkway, Mountain View, CA 94043 Email: [email protected] T:(XXX)XXX-XXXX M:(XXX)XXX-XXXX F:(XXX)XXX-XXXX Explore Google Earth! Site: earth.google.com Community: bbs.keyhole.com
» Gaia-Website
Google Earth
Ein russischer Student hat still und heimlich per Reverse Engineering das Google Earth-Protokoll zerlegt und analysiert. Aus diesen Daten, und dem Wissen wie die Software mit dem Google-Server kommuniziert, hat er eine eigene Software zur Darstellung der Erde geschrieben und jetzt in einer ersten Version veröffentlicht - natürlich ohne Genehmigung von Google.Die Software nennt sich Gaia und kann derzeit nicht viel mehr als die einzelnen Kartenausschnitte darzustellen, sich darüber zu bewegen und die Zoomingstufe zu verändern. Screenshots von der Software gibt es nicht, zumindest keine Aussagekräftigen. Die 3 auf der Website veröffentlichten Screenshots könnten auch von Google Earth stammen, man weiß es nicht. Leider steht die Software nur für Mac und Linux zur Verfügung (Windows folgt), so dass ich es nicht testen kann.Ich finde es zwar beeindruckend dass sich da jemand hingesetzt und das Protokoll in mühsamer Kleinstarbeit analysiert hat und dann die Software nachbaut. Allerdings frage ich mich wofür das ganze, Google Earth selbst bietet alle nur wünschenswerten Funktionen und wird ständig von einem großen Team weiter entwickelt - ich glaube kaum dass ein einziger Student jemals den Funktionsumfang der Originalsoftware erreichen oder gar toppen kann.Was Google zu dieser Software sagt ist zur Zeit noch nicht bekannt, aber ich gehe davon aus dass sie das Projekt scharf beobachten. So lange es keine Verbreitung findet werden sie nichts sagen, aber wenn doch werden sie wohl einschreiten müssen. Google hat die Bilddaten für teuer Geld eingekauft und stellt seine Server + Bandbreite für alle kostenlos zur Verfügung - aber nur wenn die hauseigene Software verwendet wird, schließlich soll hier mit später Geld verdient werden (und wird jetzt schon durch teilweise Anzeigen verdient)Es gibt nun 2 Möglichkeiten: Entweder er bekommt ein Unterlassungsschreiben von Google und nimmt das Projekt sofort aus dem Netz, oder es wird weiter beobachtet und wenn interessante Funktionen hinzukommen zieht der Student um nach Mountain View ;-)» Gaia[heise]Nachtrag: » Google Earth-Client Gaia ist offline
LinuxBIOS
Google möchte sich mal wieder ein paar Freunde in der OpenSource-Szene machen und sponsort ein (vielleicht) zukunftsträchtiges Projekt. Die Rede ist von LinuxBIOS, einer Linux-Version die sich in sekundenschnelle starten und verwenden lässt und auf möglichst jedem PC ohne große Konfiguration lauffähig sein soll. Mit welchen Mitteln Google dieses Projekt unterstützt wird leider nicht genannt - aber ganz ohne Hintergedanken dürfte dies sicherlich nicht sein.Bei LinuxBIOS handelt es sich, anders wie der Name vermuten lässt, nicht um ein echtes BIOS sondern um ein Betriebssystem. Die Idee hinter dem 2000 gestarteten Projekt ist natürlich sehr interessant und könnte die PC-Welt entscheidend verbessern. Es ist eine schöne Vorstellung, den PC anzuschalten und schon nach 2-3 Sekunden mit der Arbeit beginnen zu können - wie bei jedem anderen Alltagsgerät auch.Projektmitglied Stefan Reinauer kündigt die Sponsorschaft von Google im Code Blog an und bedankt sich dafür, dass mit Googles Hilfe eine umfassende Testumgebung und somit Qualitätssteigerung aufgebaut werden konnte. Ob Google sich nun finanziell beteiligt und den Kauf von PCs ermöglicht hat oder die Software auf einige seiner eigenen PCs (wovon Google viele hunderttausend besitzt) installiert hat ist nicht bekannt.Jetzt fragt sich natürlich welchen Nutzen Google aus dieser Investition hat. Natürlich in erster Linie die Verbesserung des PC-Alltags - powered by Google. Aber das kann nicht alles sein, ich denke dass dies eine sehr langfristige Investition ist und Google eines fernen Tages selbst ein Betriebssystem anbieten wird das direkt über das Internet bootet und natürlich 24/7/365 mit den eigenen Servern verbunden ist. Aber bis dahin werden noch einige Jahre vergehen...» Ankündigung im Google Code Blog[heise]